Sonntag, 13. Oktober 2013

Irgendwann ist auch mal gut - ein Kurzkommentar zu Limburg

Als ich heute kurz vor 12 Uhr den Dom durch das Hauptportal verließ, fand ich mich auf einmal in einer mittleren Menschenmenge wieder, die von Fernsehkameras umstellt war. Und damit mir nicht langweilig wird, wenn ich über den Domplatz schreite, begann dann gleich drauf ein kleines Lied, von Gitarren unterstützt. Glücklicherweise ging ich schon die Straße runter, als dann ein Sprecher den Domplatz mittels Lautsprecher zu beschallen anfing.

Das ganze firmierte als Demo, vermutlich gegen den peinlichen Umgang der Medien und vieler Katholiken mit dem Bischof. Ein Witz, es ging natürlich gegen den Chef und seine Residenz. Mein Rat: Beim nächsten mal um 180 Grad drehen und 15 Meter nach links, dann guckt ihr in die richtige Richtung.

Die Veranstalter behaupten, sie möchten nicht nachtreten. Immerhin reflektieren sie das Problem schonmal, womit sie weiter sind als viele andere. Dafür sollen sie hier auch mal gelobt werden. Leider blieb es dann weitgehend bei der Erkenntnis, denn ein bisschen nachgetreten hat man dann doch: Denn es muss wohl nicht mehr darüber diskutiert werden, dass sich Tebartz-van Elst nicht wird halten können. Da muss man nicht auch noch den Dom als Kulisse benutzen, um ne Demo zu veranstalten, die ohnehin keinen anderen Sinn hat, als frustrierten Katholiken ein Forum zu geben um sich abzureagieren. Was sie ja selber zugeben. Einer der Gläubigen sagt, er bete für "die Heilung von der Großmannssucht unseres Bischofs" (hier). Schön das er betet. Besser als mit der verbalen Mistgabel vor der Residenz zu stehen, wie manch andere. Das kann er aber auch zuhause, wie in 60 Gemeinden, wie wir es im Dom heute auch gemacht haben. Damit hilft man dem Bistum und dem Bischof sicher mehr als mit einer solchen Demo, die eher der Selbstbespiegelung dient.

Ach ja, eins noch: Heute schau ich in SpiegelOnline. Offenbar haben die ein Facebook-Foto gefunden, das den Bischof zeigt, wie er in der Maschine nach Rom sitzt. Mal ehrlich: Irgendwo ist auch mal gut. Heimlich Bilder zu machen ist schon schlimm genug. Aber das der Spiegel das dann auch noch benutzt, wie der arme Mann - auf dem Bild tut er einem wirklich leid - in aller Herrgottsfrühe von den Journalisten getrieben nach Rom regelrecht flüchten muss, das ist nun echt zuviel!

Kommentare :

  1. "Irgendwo ist auch mal gut. "

    Keine Bange, die Hatz geht weiter bis das Wild erlegt ist. Man will ihn erlegen und man wird ihn erlegen, In den letzten Jahren gab es schon einige Beispiele für solche erfolgreiche Jagdgelüste.

    Egal ob mit oder ohne Schuld (die zuallererst geklärt werden müßte), so geht man mit keinem Menschen um. Es ist ein Kreuzweg, den der Bischof zu gehen hat. Beten wir für ihn.



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  2. Damals bei Wulff waren auch alle ganz, ganz sicher, dass das ein böser Mensch war.
    Schlussendlich hat die Frau Wulff der Putzfrau 500€ geschenkt, das war alles, warsübrig blieb, weil man das Geschenk, wenn man böse sein, will, als Lohn hätte sehen können, wenn man nicht böse ist, als das was es ist, ein, nettes, gutes, großzügiges Geschenk.
    Aber Bundespräsident ist er nicht mehr (und ich gestehe keine Ahnung von Politik zu haben) und keiner ist auf die Idee gekommen sich zu entschuldigen!

    Wir erinnern an Guttenberg und Mixa und diesen Typ von der Weltbank wo sich die Sache mit dem vergewaltigten Stubenmädchen auch als Story einer Prostituierten entpuppte, aber egal, das Amt sind se alle los und morgen kann man dann wieder heulen, dass der Widerstand gegen Unrecht immer so schwach ist.

    Zu allem Überfluß rufen gerade progressive Katholiken beständig zur Solidarität mit allen und jedem auf, jedoch wird man den Verdacht nicht los, dass Solidarität nur dann geleistet wird, wenn sie nichts kostet und den Beifall der Medien hat.
    Wahre Brüderlichkeit ist anders.
    Wahre Brüderlichkeit weißt zurecht, aber macht das diskret, und nach außen gilt "Alle für eine, einer für alle" aber das ist ja konservativ!

    Gut das wenigstens Gott treu ist!
    Möge sich Bischof Tebartz, bei ihm geborgen wissen.

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