Donnerstag, 31. Oktober 2013

Franziskanischer Rosenkranz der Sieben Freuden Mariens

Als ich vor Jahren das Erste mal im Rahmen eines Umbrien-Urlaubs in Assisi war, wollte ich mir einen Rosenkranz kaufen. Ich hatte bisher noch keinen gehabt und fand den Gedanken schön, mir einen am Grab des Hl. Franziskus zu besorgen. Und im Shop gleich neben der Basilika hingen auch Rosenkränze wie Sand am Meer. Ich habe denn auch eine ganz Weile gebraucht, um mich zu entscheiden und mich schließlich für einen geflochtenen mit normalgroßen Perlen und Franziskus-Kreuz entschieden. Erst später bemerkte ich, dass mein Rosenkranz anders war. Er hatte nämlich sieben Zehner statt fünf. Ich habe mich ewig gefragt, was mir da passiert ist und warum die Franziskaner auch einen XXL-Version verkaufen. Ich hab mich dann allerdings auch nicht weiter gewundert, sondern halt immer den normalen Gebetet. Es stört ja auch nicht, da man ja nach fünf Gesätzen fertig ist. Nur die Länge ist mitunter unhandlich, zudem ist er langsam schon etwas derangiert und wird nur noch durch ein Klebeband zusammengehalten.
 
Was aber ist mit dem Geheimnis des Siebener-Rosenkranzes? So geheimnisvoll ist das gar nicht, wenn man sich mit franziskanischer Spiritualität auskennen würde. Oder mit dem Franziskaner-Habit. Denn die Franziskaner tragen eine Rosenkranzschnur an ihrem Gürtel, die auch Sieben-Zehner hat. Denn es gibt eine Rosenkranzform mit sieben Gesetzen, den Rosenkranz der Sieben Freuden Mariens. Das ist typisch franziskanisch oder war es zumindest, solange die Minderbrüder ihn noch regelmäßig gebetet haben, was Berichten zufolge etwas aus der Übung gekommen ist.

Wie kam es aber zu diesem Rosenkranz?
Im 15. Jahrhundert pflegte ein junger Novize der Minderbrüder eine besondere Andacht zu Maria. Er brachte der Gottesmutter jeden Tag einen Kranz frischer Blumen. Im Kloster konnte er diese Andachtsform aber nicht mehr ausüben und war darüber so bedrückt, dass er einen Austritt erwog. In großer seelischer Not wandte er sich an die Hl. Jungfrau, die ihm tatsächlich auch erschien. Sie erklärte, er könne die natürlichen durch geistige Blumen ersetzen, die ihr noch angenehmer seien. So kam der junge Novize dazu, einen neuen Kranz „aus Gebeten zu flechten“: „Diese Blumen sind mir kostbarer und bereiten mir weit grössere Freude als die Blumenkränze von früher“.

Die „Sieben Freuden Mariens":

1. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden vom Heiligen Geist empfangen hast.
2. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden zu Elisabeth getragen hast.
3. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden geboren hast.
4. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden den drei Weisen zur Anbetung dargereicht hast.
5. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau
mit Freuden im Tempel wiedergefunden hast.
6. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau
mit Freuden nach seiner Auferstehung zuerst begrüßt hast.
7. Freude:
Der dich, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden in den Himmel aufgenommen und gekrönt hat.
Weitere Infos zum Thema hier und hier.

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