Dienstag, 3. September 2013

Wir brauchen das generische Intersextum!

Wir freuen uns heute mit Frau Professorin Ludwig Schnitzler sprechen zu können, der Vorsitzenden der AfIS - Aktionsgemeinschaft für Intersexualität.

Frau Prof._in Schnitzler, ihre Organisation kritisiert die Einführung des generischen Femininums in einigen Universitäten. Warum?

Weil damit das Problem nicht gelöst und die Männer diskriminiert werden. Heutzutage glauben die meisten Menschen, die Gender- und Intersexforschung würde nur den Frauen nutzen. Das führt zum Widerstand vieler Männer. Ein Widerstand, der insoweit berechtigt ist, als sich die Genderforschung oft ausschließlich mit den Interessen von Frauen und Homosexuellen auseinandersetzt und damit fast die Hälfte der Bevölkerung nicht an ihren Ergebnissen partizipiert. Mehr noch machen sich die Genderforscher oft zu Handlagern radikaler Feministinnen, die die Herrschaft der Frau über den Mann erreichen wollen und nicht die Befreiung des Menschen aus den Zwängen sexuell-biologischer Rollenbilder.

Und wofür plädieren sie?

Für die Einführung eines generischen Neutrums oder Intersextums.

Können sie das näher erklären?

Gerne. Im Wesentlichen gibt es zwei Probleme mit den generischen Maskulina und Feminina: 1. Bei einer Gruppe, die aus verschiedenen Geschlechtern besteht, erfassen sie nur einen Teil und diskriminieren damit den Rest. 2. Sie legen den Menschen vom ersten Augenblick der Begegnung auf eine bestimmte biologische Identität fest, die gar nicht mit seiner wahren Identität übereinstimmen muss. Daher wollen wir das generische  Neutrum oder Intersextum einführen, um diesen Problem abzuhelfen. Dadurch können 1. alle Personen in einer gemischten Gruppe beschrieben werden, 2. wird ein neutraler Begriff bei einer Begegnung benutzt, der später durch eine Erklärung der sexuellen Identität spezifiziert werden kann. Es handelt sich also nicht, wie manche behaupten, um ein 3. Geschlecht, sondern um einen Übergriff.

Und wie müssen wir uns das ganz konkret vorstellen?

Nehmen sie z.B. den Titel Professor. Dieser wird nicht etwa zu Professorin, sondern zu Professory, Plural Professoryn.

Mit Y? Warum denn das?

Weil wir einen Buchstaben brauchen, der bisher nicht mit einem Geschlecht verbunden ist wie A bei Frauen zum Beispiel. Außerdem soll er möglichst wenig am Ende eines Wortes stehen, sodass die Zuordnung des Wortes als Neutrum möglichst einfach ist. Daher Y.

Aber wenn ich jemanden anspreche, dann gilt es doch als Unhöflich, ihn nur mit Professory anzureden. Da muss ich doch noch Herr oder Frau sagen?

Daran haben wir auch gesagt. Dann können sie Mitmenschy verwenden. Als Mitmenschy Professory Schnitzler. Also bevor ich mein Frausein erklärt habe natürlich.

Wenn ich ehrlich sein darf glaube ich nicht, dass sich das durchsetzt.

Ich sehe ihre Probleme. Und so sehr ich von dieser Idee begeistert bin, was Gruppen angeht, so ist es doch bei Einzelpersonen wirklich etwas holprig. Ich hätte dort auch eine andere Lösung bevorzugt, allerdings gab es dagegen von einigen Mitgliedern unserer Gruppe Widerstand.

Und was wäre die andere Möglichkeit gewesen?

Jeder Mensch bekommt auf seine Stirn ein Geschlechtszeichen tätowiert. Dadurch weiss man gleich, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Und damit man sein Geschlecht möglichst schnell wechseln kann, soll es ein schnell umwandelbares Zeichen sein. In diesem Kontext plädieren wir auch für die Verwendung von wandelbaren Namen.

Wandelbare Namen?

Namen, die entweder beide Geschlechter bezeichnen, was uns am liebsten wäre, oder aber leicht bei Identitätswechsel geändert werden können. Also z.B. Michael - Michaela, Cornelius - Cornelia, Fredegundis - Fredegunda etc. Eindeutige Namen wie Walter, Heinrich oder Ludmilla sollten hingegen verboten werden. Gleichzeitig sollen Geschlechtsneutrale Namen vom Staat besonders gefördert werden z.B. durch Intersexnamensprämien. Dadurch wird verhindert, dass Eltern ihren Kindern in eine Rolle hineindrängen, die dem Kind gar nicht entspricht. Daher werden die Kinder in den Krippen und Kindergärten, die natürlich verpflichtend ab dem 6 Lebensmonat sind, soweit sie einen zuortbaren Namen tragen mit dem Y-Namen ausgesprochen. Also Michaely, Cornely etc. Und wenn rauskommt, das die Eltern sich an diese Namensgebung nicht halten und das Kind in eine Rolle zwängen, dann muss leider das Jugendamt eingeschaltet werden.

Aber ist eine solche Reaktion nicht ein wenig überzogen?

Keineswegs. Auch heute kann der Staat Namen, die er nicht als adäquat ansieht, verbieten. Wir wollen dieses System nicht ändern, sondern ihm lediglich einen neuen, besseren Sinn geben. Es ist nichts dagegen zu sagen wenn ein Kind Supertyp-Moonpie heisst, aber sehr viel wenn dieses Kind durch solche Namen wie Lukas oder Ludwig in eine Rolle gezwungen wird, die es eigentlich gar nicht haben will. Gegen diesen Missbrauch der elterlichen Macht muss der Staat eingreifen.

Ich verstehe. Vielen Dank für das Gespräch, Frau Prof._in Schnitzler.

Kommentare :

  1. GRUSEL !!!

    By the way: Darf ich mir das Bischof-Schutzgebiet-Schild klauen?

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  2. Klar. Das Bischofsschild ist aber nicht von mir.
    http://superpelliceum.blogspot.de/2013/08/neues-schutzgebiet.html

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