Mittwoch, 28. August 2013

Ein Nachwort zu den Schafen von Johannes zu Eltz

Wie mir von verschiedener Seite zugetragen wurde, nimmt mancher an einigen Formulierungen in diesem Post Anstoß. Dazu ist zuerst zu sagen, dass er als Tacheles-Post nicht für feinsinnige Unterscheidungen geschrieben wurde, sondern um auf den Putz zu hauen. Das hätte ich vielleicht noch dazu schreiben sollen.

Konkret Anstoß nahm man an meiner Titulierung der unterschreibenden Katholiken als Schafherde, die dem Stadtdekan blöckend hinterherläuft, anstatt kritisch und eigenständig Ideen zu entwickeln. Ob das im Einzelfall zutrifft, will ich nicht behaupten. Jeder Einzelne wird unterschiedliche Gründe haben. Als Gruppe jedoch kann man diese Behauptung durchaus aufrecht erhalten. Dabei soll hier von der soziologischen These ausgegangen werden, dass die Handlungskonzepte einer Gruppe mehr sind als die Summe oder der kleinste gemeinsame Nenner der Motivationen der einzelnen Mitglieder.

Die Unterschriftenaktion gehört in jenen Solidarisierungsprozess der Frankfurter Katholiken mit ihrem Stadtdekan, was ja offen gesagt wird. Hier scharen sich also die Frankfurter Gläubigen um bzw. hinter den Dekan. Also keine selbstständige Haltung oder Handlung, sondern eine, auf eine Person bezogen ist, die damit in Limburg auftreten kann. Dies wird auch in den Formulierungen des Briefes deutlich. Diese sind wenig anderes als eine neue Ausformulierung der Forderungen von zu Eltz. Da sie jedoch auf seine Aussagen bezogen sind bzw. sie etwas anders wiedergeben, haben sie denn auch den gleichen Inhalt wie diese. Und dieser Inhalt ist, und da sind sich mehr oder weniger alle einig: Bischof, geh! Die Frankfurter Unterschreibenden schließen sich also sowohl personal als auch inhaltlich dem Stadtdekan an.

Wie gesagt: kein selbstständiges Handeln, das sich auf eigene Ideen der beteiligten Laien stützt, sondern die Teilnahme an einer den Stadtdekan flankierenden Aktion. Nun kann man auch selbständig etwas unterschreiben. Bedenken wir aber den Rahmen, wie die besagten 500 Unterschriften geleistet wurde, nämlich gleich nach dem Gottesdienst im Rahmen eines Volksfestes in einer Schlange stehend, so erinnert dies den Historiker sehr stark an die römische Plebs, die als Klientel der Führungsschicht wunschgemäß abstimmte. Über die weiteren Unterschriften sei hier nichts gesagt, aus Mangel an Informationen.

Soweit wir also die dortigen Unterschreibenden nicht als Einzelpersonen betrachten – was bei 500 auch nicht möglich ist – sondern als Gruppe, so spricht nach Ausweis der vorliegenden Informationen alles für meine Behauptung, da habe eine Schafherde abgestimmt. Wenn irgend jemand andere Informationen hat als ich, die meiner Aussage entgegenstehen oder eine andere Interpretation vorweisen möchte, lade ich ihn hier herzlich zu einem Kommentar oder einer Mail an mich ein.

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