Montag, 5. August 2013

Tebartz-van Elst. Einfach unfähig?

Auch die FAZ nimmt sich jetzt des Problems Bischof Tebartz-van Elst an und posaunt das Thema ins Sommerloch hinein, zu lesen hier.

Dabei versucht sie - wohlgemerkt versucht sie es nur - so zu tun, als ginge es ihr nicht nur um Polemik, sondern als wollte sie auch die Leute sachlich informieren. Deswegen setzt sie erst gar nicht Daniel Deckers hinter eine Tastatur, da weiss ja jeder gleich, was Sache ist.

Was die FAZ liefert ist denn auch wirklich ein Bravour-Stück an feinfühliger Einflussnahme. Stück für Stück füttert sie den Leser mit Informationen, das meiste bekannt, so manches aber nur den Insidern.

Daneben mischt sie persönliche Erfahrungen von Redaktionsmitarbeitern ein, die mit Personal im Kontext der Baustelle, na sagen wir mal, so ihre Erlebnisse hatten. Unmöglich nachzuprüfen, wie viel hier Fakt ist und wie viel hier persönlich stark gefärbter Eindruck.

Sie zeichnet dabei ein Bild eines Mannes, den man nur mit einem Wort beschreiben kann: Überfordert. Der Bischof kann es schlicht nicht, so die Aussage der FAZ. Der Bischof kann sein Personal nicht richtig auswählen, der Bischof kann nicht richtig mit den Medien kommunizieren, der Bischof kann die Menschen nicht verstehen, der Bischof kann nicht von seiner Prunklust lassen, der Bischof kann nicht über seinen Schatten springen, der Bischof kann sich nicht beraten lassen etc.

Die FAZ fährt damit eine Schiene, die viel gefährlicher ist, als die des Spiegel. Der Spiegel wirft dem Bischof alles mögliche vor, nur Unfähigkeit nicht. Das aber ist das einzige, was einem Bischof gefährlich werden kann. Wenn die Leute meinen, er kann es nicht. Ein Bischof, der ein Sünder ist, den können die Menschen wohl ertragen, sie sind es ja selbst. Doch vor nichts hat der Deutsche mehr Angst, sowenig Respekt, wie vor einem Mann, der seinen Job nicht machen kann.

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