Donnerstag, 22. August 2013

Maria Himmelfahrt im Bistum Limburg: Nachlese zum Oktavtag

An Maria Himmelfahrt war im Bistum Limburg natürlich auch ordentlich was los. Ich selber war "nur" in der Liebfrauenkirche in Frankfurt, die aber immerhin Patronatsfest hatte. Habe zur 18 Uhr Messe nur noch einen Stehplatz bekommen, soviel zum Thema keiner geht mehr in die Kirche. Die richtig große Sause war aber natürlich woanders, z.B. in Marienthal, wo Weihbischof Löhr dabei war. Hierzu einige Ausschnitte aus seiner Predigt:
"Wer über Maria spricht, wird immer auch über ihren Glauben sprechen! Ebenso gilt aber auch umgekehrt: Wer über den Glauben spricht, sollte immer auch von Maria sprechen", so der Weihbischof in Limburg. In seiner Predigt ging der Theologe der Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Wissen nach. "Eine überzeugende Antwort auf diese Frage kann nur das Leben selbst geben", sagte Löhr.
Mit Blick auf Maria werde erkennbar, wozu Gott alles fähig ist. Vom Engel bekam sie die unglaubliche Botschaft, dass sie einen Sohn gebären soll, der groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden wird. "So unglaublich uns dies alles erscheint, Maria antwortet: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast", so Löhr. Maria habe nicht gewusst, was dies alles bedeutet hat und sie wusste auch nicht, was die Zukunft ihr bringen wird. Sie habe sich ganz Gott anvertraut und das geglaubt, was ihr gesagt worden ist. "Glauben bedeutet, so können wir es an Maria ablesen: Von etwas so überzeugt sein, dass man das ganze Leben darauf aufbauen kann", betonte Löhr. Ihr Glaube lässt sie leben. Darauf baue sie ihr ganzes Leben auf. Der Glaube sei ihre Orientierung. Er gebe Maria Halt und lasse sie für ihren Sohn zum Äußersten gehen.
Außerhalb des Bistums weilte an diesem Tag Bischof Tebartz-van Elst, der Maria Vesperbild besuchte:
Das Hochfest der Himmelfahrt Mariens ist in dieser Welt ein Wegweiser dafür, wie der Mensch an sein Ziel kommt. Erst im Horizont des Himmels begreift der Mensch, wie oft wir zu klein und kurzsichtig von dieser Erde denken.
In seiner Predigt machte der Bischof deutlich, dass Maria allen Menschen ein großes Vorbild im Leben und im Glauben sein kann. Ihr Leben mit dem Sohn Gottes begann mit dem Wort des Engels. Sie bewahrte alles im Herzen und dachte darüber nach. "Die Stille bei der Geburt entspricht dem Schweigen unter dem Kreuz", so Tebartz-van Elst. Am Anfang und am Ende des Lebens brauche es dieses Bewahren im Herzen, damit Gott als Herr über Leben und Tod nicht aus dem Blick gerate und der Mensch das Gut des Lebens nicht seinen Forschungs- und Freiheitsinteressen unterwerfe. Gott im Herzen zu bewahren, heiße, den Glauben für die Bildung des Gewissens zu gewinnen und für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu begreifen. Wo Menschen mit ihren Worten nicht mehr im Herzen wahren, was den Wert des Nächsten betrifft, werde Gott mundtot gemacht. Wo der Mensch mit dem Herzen höre, könne Gott dazwischen kommen.
Maria habe immer schützend die Hände über ihren Sohn gehalten. "So, wie Maria in Bethlehem ihr Kind wiegt, zeigt sie uns, wie Gott den Menschen hält und was unsere Gesellschaft zusammenhält. Es ist die Bereitschaft zum Kind und die Zeit, die wir für Kinder aufbringen. Es ist das treue Ja zu Ehe und Familie in ihrer Unverwechselbarkeit, das schon in Nazareth den Himmel aufleuchten lässt und uns bleibend Orientierung gibt", sagte der Bischof. So, wie Eltern ihre Kinder halten, bewegt das Bemühen um Familie die Gesellschaft zur Verantwortung der Generationen füreinander. "Wer Zeit und Zuwendung erfahren hat, kann Anderen lebenswerte Ziele und Zuversicht vermitteln", betonte Tebartz-van Elst.
Der Bischof verwies darauf, wie wichtig die Suche nach dem Ursprung und nach der Quelle des Lebens und der Gesellschaft ist. "Die geistliche Wurzel der Kultur unseres Kontinents ist seine Kraft. Wo Glaube und Kirche nicht in das Projekt der Moderne zu passen scheinen und deshalb entweder angepasst oder ausgeschlossen werden sollen, wird jener Nerv abgeschnitten, der in der Geschichte nachweisbar und nachhaltig Erneuerung gebracht hat", sagte Tebartz-van Elst. Quellen seien immer Zukunft. Wo man sie trockenlege oder versiegen lasse, verdurste der Mensch. Gottes Geschichte mit den Menschen und mit Europa sei auf eine gemeinsame Zukunft angelegt. Wo Gott am Anfang stehe, so wie bei Maria, komme der Mensch an sein Ziel.
Quellen hier und hier.

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