Freitag, 2. August 2013

Anzeichen für die Demut

Die Anzeichen für die Demut aber bestehen darin, daß man, obwohl man jegliche leibliche und seelische Tugend besitzt, der Meinung ist, man schulde Gott (nur) umso mehr, da man aus Gnade viel erhalten hat und doch unwürdig ist. Und wenn eine Versuchung von Seiten der Dämonen oder der Menschen an einen herantritt, hält man sich solcher Dinge und anderer mehr für würdig, damit auch nur ein kleiner Teil der Schuld weggenommen werde und man beim Gericht Erleichterung erfahre in den zu erwartenden Strafen. Und wenn man solches nicht erleidet, härmt man sich sehr ab und strengt sich an, da man etwas finden will, um sich selbst Gewalt anzutun. Erlangt man aber so etwas, nimmt man es hinwiederum als ein Geschenk aus den Händen Gottes entgegen; und darum verdemütigt man sich und, da man nichts zu finden vermag, was man seinem Wohltäter vergelten könnte, bleibt man stets tätig und hält sich nur noch mehr für einen Schuldner.
Petros von Damaskos: Erstes Buch unseres heiligen und Gott-tragenden Vaters Petros von Damaskos des heiligen Märtyrers, aus: Philokalie III, S. 142.                                         

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