Dienstag, 30. Juli 2013

David Berger lesen

Papst Franziskus plaudert im Flugzeug mit Journalisten und sagt ihnen ein paar Dinge die ... ja, ganz normal sind. Schwule sind nicht zu diskriminieren, aber homosexuelle Akte sind Sünde. Lobbys sind keine gute Idee. Frauenpriestertum gibts nicht, Frauen müssen aber mehr gefördert werden.

Für jemanden, der sich gut mit Kirche auskennt, ist das alles nix neues. Aber für Journalisten, die es nicht tun - man kann eingestandermaßen auch nicht alles wissen - ist das eben was ganz neues, weil sie zum ersten mal einem Papst zuhören, anstatt sich gleich die Ohren zuzuhalten, wie das unter Benedikt oft der Fall war. Auch einige Liberale wittern Morgenluft und proklamieren schonmal den Einmarsch von Schwulen und Frauen in die Priesterseminare.

Wie wohltuend ist es da, jemanden zu lesen, dem die Medien tatsächlich bereit sind ein Forum zu geben und der den ganzen Hype zurechtrückt. Das derjenige David Berger heisst und zum homosexuell-linken Rand der Kirche gehört, sei dahingestellt. Denn er hat dem Spiegel ein Interview gegeben, indem zwar auch manches persönliche Beleidigtsein und Betroffensein vorkommt, das für die Interpretation der Aussagen des Papstes aber viel wertvolles enthält.

Daher, ausnahmsweise, David Berger lesen. Klerikal-traditionalistischer Schwulenfeindlichkeit absolut unverdächtig und als Betroffener praktisch unangfreibar. Interview zu lesen hier.

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