Montag, 3. Juni 2013

Zuhause ist, wo Christus ist.

Bildquelle hier.
Wir alle kennen das? Wir waren in Urlaub, hatten eine schöne Zeit, haben dort vieles gesehen was in der eigenen Stadt fehlt und waren von lauter netten Menschen umgeben. Dann kommt man nach Hause, setzt sich aufs heimische Sofa und denkt sich: Schön war's, aber Gott sei Dank sin'mer wieder zuhaus'.

So ging es mir auch neulich. Nein, ich war nicht in Urlaub. Ich war auf einer Freizeit. Aber nicht mit Katholiken, sondern mit den Kollegen von der evangelikalen Fraktion. Wirtschaftsspionage, nennt man das in der Ökonomie, ökumenisches Beisammensein bei den Reformern. Ich nenn's einfach eine gute Zeit mit anderen Christen gehabt haben. Ich bin ja ein großer Fan des Engagements der Evangelikalen. Da wird ganz viel gemacht und da ist viel Initiative drin, gerade bei den jungen Christen ohne Amt und Würde. Bei uns wirste vom zuständigen Pfarrgemeinderat - Altersdurchschnitt 65 - beäugt mit der Frage, ob denn das zeitgemäß sei, was der junge Mann da für ne Idee habe. Bei den Evangelikalen ist auch mehr missionarischer Eifer drin. Die SMD, das evangelikal-freikirchliche Missionswerk für Studenten, ist ziemlich rege, deutlich mehr als die KHG. Deren missionarische Impetus lässt etwas zu wünschen übrig, obwohl gerade viele katholischen Studenten es doch ziemlich nötig hätten, missioniert zu werden.

Auf jeden Fall war es da ganz toll, super ansprechend und voll geistlich (megakrass wird mit Rücksicht auf einige Blogger nicht verwendet). Es war eine schöne Zeit, ich hab viel erlebt, was ich in meiner Gemeinde vermisse, es waren lauter nette Menschen da. Aber es fehlte irgendwie irgendwas.

Die Freizeit dauerte von Freitag auf Sonntag, wobei ich am Sonntagnachmittag wieder zuhause war und vor die Frage gestellt wurde: Soll ich jetzt nochmal in die Abendmesse, ja oder nein? Eigentlich hatte ich ja genug gebetet, Bibel gelesen und über Gott gesprochen am Sonntag, dass es als Tag des Herrn durchgehen konnte. Aber im Gottesdienst war ich halt nicht. Da obsiegte dann mein katholisches Gewissen - du gehst jetzt in die Messe, die faule Sau, ist immerhin ein Kirchengebot. Ich fahre also in die Stadt und komm in die Abendmesse im Dom, wo ich mich ganz hinten hin setze, um mich - abendessenszeitbedingt - bei Bedarf nach der Kommunion rauszupirschen. Da war dann wieder das übliche: Die gleichen Leute, die oft etwas missmutig schauen, wenn man durch die Kirche Richtung Ausgang schleicht, die Lieder, vom traditionellen Omatorium vorgetragen, die Predigt durchaus gut, aber nicht ganz so schmissig wie bei der Konkurrenz. Aber ich fühlte mich trotzdem wohler. Ich hab mich gefragt warum? Ich war halt zuhause; oder wie der Bayern sagt: Dahoam is dahoam.

Aber was bedeutet denn nun daheim? Ist es eine reine Gewohnheit, die halt jeder anders hat. Oder ist es mehr? Eine alte Werbung hat mal den Spruch gebracht: Zuhause ist, wo Pudding ist. Und wo ist in der Religion zuhause? Wo Christus ist! Natürlich will ich nicht abstreiten, dass auch bei den Evangelikalen der Geist wehen kann. Aber wirklich ganz real da ist Christus halt nicht. Das ist er nur im Tabernakel und in der Messe nach der Wandlung. Da hilft auch noch so viel Engagement und nette Leute nichts. Das sind wichtige, aber eben menschliche Faktoren. Der wichtigste, weil göttliche Faktor aber ist Christus in Allerheiligsten Sakrament. Da knieste dann in der Bank und denkst dir: Schön war's, aber Gott sei Dank sin'mer wieder zuhause.

Kommentare :

  1. Komisch, das gleiche Gefühl, dass nämlich Christus nicht da ist, hatte ich neulich in einer (ansonsten von mir sehr geschätzten, schönen) evangelischen Kirche. Tagsüber offen wie eine katholische, also hab ich mir gedacht, ich könnte da drin auch mal kurz beten. Und zum ersten Mal im Leben war da so ein Gefühl, dass was fehlt. Der Tabernakel...
    Darauf wäre ich früher nie gekommen. Und irgendwie hab ich mich sogar ein bisschen geschämt für das Gefühl. Schließlich glaube ich doch nicht, dass Christus bei den Evangelischen nicht sein will. Oder dass Katholische was Besseres sind. Und das Monopol auf Gegenwart Christi haben oder so. Und vor meiner "Wiederentdeckung" des (katholischen) Glaubens (oder wie nennt man es, wenn eigentlich schon immer katholisch war, aber innerlich eigentlich eher gleichgültig bis ungläubig?) hätte ich so etwas nie gedacht. Und schon gar nicht gefühlt.
    Dennoch: ich hatte den Eindruck, es fehlt was...

    Trotz allem kommen mir aber auch Zweifel, ob sich Christus wirklich immer nach unseren Vorstellungen richtet. Weil WIR es so glauben, ist er bei uns "real präsent" und bleibt es auch - und bei den anderen nicht? Weil die es sich ein bisschen anders vorstellen? Richtet sich Christus nach diesen Vortstellungen? Oder ist es nicht so, dass er zu uns kommt, wenn Er es für richtig hält, und oft so ganz anders, als wir uns das vorstellen?

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    1. @Anonym:
      Ich habe einmal den schönen Satz gehört (paraphrasiert): Gott bindet das Sakrament an die Gnade, aber nicht sich an das Sakrament. Das heisst: die Gnade, das Er wirklich und wahrhaftig im Allerheiligsten präsent ist, hat Gott uns sicher verheißen, unabhängig davon, ob wir das glauben oder nicht. Das heisst aber nicht, dass er nur in katholischen Kirchen präsent wäre. Auch in anderen Christen kann der Hl. Geist ja wehen. Ihnen fehlt insoweit aber etwas in ihren Kirchen, als Christus dort irgendwie vllt. gegenwärtig ist, bei uns aber bestimmt und sicher.

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