Montag, 4. Februar 2013

Machs, aber machs mit Jesus

Huppicke, deren Blog sehr empfohlen werden kann, schrieb vor einiger Zeit über einen Rosenkranz an der Pommesbude (hier). Davon inspiriert will ich mich nun auf den Weg machen, ein liegengebliebenes Projekt aufzunehmen.

*aus einem meterhohen Papierstapel eine Akte herauszieh*

Machs, aber machs mit …

Wer kennt sie nicht, die tollen und überdimensionalen Plakate, die für die Gummihostie … pardon … das Kondom werben, damit wir alle vermeintlich sicher unsere tolle und überdimensionale Libido ausleben können. Der Imperativ könnte dabei fast schon als Nötigung verstanden werden, so oft, wie er uns entgegentritt. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich fast meinen, hier soll ein Bedürfnis nicht nur medizinisch abgesichert, sondern geradezu generiert und befördert werden.

Aber können wir Christen das nicht auch. Wäre doch schade, wenn wir die aufdringlichen Imperative den Kollegen von der sexuellen Unter … Befreiungsfront überließen. Denn man kann ja alles mögliche mit allem möglichen machen. Daher rufe ich jetzt mal ganz unaufdringlich - *großflächig Straßenzüge zuplakatier * - dazu auf:

Machs, aber machs mit Jesus.

Was denn alles? fragen mich dann die Leute. Etwa … Wenn’s ihr wollt, wir sind immerhin keine schwarzgewanderten Puritaner, sondern Katholiken mit Halbnackerten an der Kirchendecke. Aber vielleicht fangen wir mal mit etwas weniger Intimen an. Einkaufen zum Beispiel. Einkaufen mit Jesus.

Und wie soll das gehen? Soll ich beim Einkaufen den Rosenkranz beten? Wäre doch mal eine Idee. Wobei die Gebetskette sich natürlich wenig dazu eignet, wenn man mit zwei Händen schieben und zulangen muss. Wenn der Laden aber nicht übervoll ist, man sich etwas langsamer bewegen kann und nicht nicht Angst haben muss, jemanden zu überfahren, kann man das Ave Maria langsam still beten. Wahlweise ist natürlich auch ein anderes Gebet möglich. Zu den mantrischen Gebeten, die sich hierfür besonders anbieten, gehört z.B. das Jesus-Gebet. Wer keine Zeit hat oder in einem hektischen Supermarkt umhergeht, der kann gelegentlich ein Stoßgebet nach oben schicken. Gelegenheiten dazu gibt es bei jedem Einkauf ja reichlich.

Weiter gehts bei: Was kaufe ich?
Spielt denn das eine Rolle, solange ich nicht Sachen kaufe, die geradezu schreien: Ich bin von Kindersklaven in Südbengalen angefertigt worden. Na, da haben wir doch schonmal einen guten Anfang. Das führt uns auch gleich weiter: Nicht soviel billig kaufen, dafür mehr etwas Teureres. Denn der Mensch darf ja durchaus sein Essen genießen, da er ja dafür arbeitet und er es auch als ein Geschenk Gottes ansehen darf, genug zu essen zu haben. Doch die Nahrung ist, wie schon die Wüstenväter wussten, die erste Anlaufstelle der Sünden. Wer überreich ist, der hat nachher keine Lust mehr zum Wachen und Gebet. Wer der Fresssucht huldigt, der lädt die anderen Sünden geradezu ein. Entsprechend gilt es maßvoll zu essen, also genug aber nicht zuviel.

Des Weiteren kann man sich schon beim Einkaufen überlegen, ob man nicht mal die Woche einen Fastentag einlegt. Am Freitag, z.B. Oder zwei, den Mittwoch noch. Für diese Tage kann man entweder weniger einkaufen oder besonderes einplanen. Fisch am Freitag ist durch die Fischpreise heutigentags oft recht teuer. Aber einen vegetarischen Tag einzulegen ist durchaus im Bereich des Möglichen. Gerade die Vegetarier-Fraktion hat ja Ideen und Gerichte en masse dafür hervorgebracht. Wer's bissel strenger mag, der kann nach Art der Wüstenväter Fladenbrot mit Salz essen. Sehr nahrhaft, wenn man ein gutes findet oder selber bäckt und als eine Mahlzeit nicht zu verachten.

Wenn zufällig, wie nun, die Fastenzeit vor der Tür steht, bieten sich auch Experimente an. Mal was Neues versuchen und aus dem alten Trott ausbrechen. Sicher, dass kann man jeden Tag machen. Aber indem die Kirche uns solche Zeiten vorlegt, regt sie unseren trägen Geist an und diese Chancen gilt es zu nutzen. Man glaubt ja gar nicht, was man alles weglassen oder ändern kann, wenn man seine Gewohnheiten mal ein bisschen verändert. Und wenn man sich sowas vornimmt, sind Einkaufstouren eine gute Gelegenheit, den ersten Schritt zu machen.

Ein weiterer Punkt, den man gerade bei vollen Märkten gut einüben kann, ist Achtsamkeit. Auf seine Mitmenschen, sprich seine Nächsten, Acht geben. Nicht nach dem Rammbock-Motto: Hier bin ich, alle aus dem Weg, sonst kommt's ihr unter die Räder. Auch mal jemanden vor lassen, langsam fahren, weitsichtig schieben. Nicht den Wagen längs vors Regal oder quer in den Gang stellen, sondern platzsparend aufstellen.

Und wenn wir dann an der Kasse sind, gibts oft gleich noch eine Gelegenheit: Nicht urteilen. Denn Jesus sagt, wir sollen nicht richten, damit wir nicht gerichtet werden. Aber machen wir das? Nee. Wir ärgern uns, weil da ein ur-ur-uralte Frau das Fließband bepackt, als sei sie 20 und wollte in ihrem wahren Alter fertig sein. Es nervt uns, wenn 5 Euro mit Karte bezahlt werden, was natürlich alles viel länger dauert. Wir trommeln auf den Wagenlenker, weil die Finger der Kassiererin nicht schnell genug sind. Bringt uns das viel Zeit ein? Nee. Die ein-zwei Minunten, die wir damit höchstens gewinnen, vertrödeln wir spätestens zuhause wieder am Küchentisch mit nem Kaffee und der Zeitschrift. Aber jetzt, da wird jede Sekunde mit Gold aufgewogen. Wie schön und wie leicht wäre die Übung, all diese kleinen Verzögerungen an der Kasse gelassen zu nehmen und nicht zu richten, sondern z.B. zu denken: M, du packst aber auch mitunter ziemlich lahm ein. Und wie langsam und schwerfällig bist du in den geistlichen Dingen und wer weiss, wie viel geistliche Reife in diesen alten Händen steckt.

Und damit sind wir am Ende angekommen. Alles eingepackt, Wagen weg, ins Auto rein und losgefahren. Vllt. gibt's beim nächsten mal eine Folge: Autofahren mit Jesus. Auf jeden Fall:

Machs, aber machs mit Jesus.

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