Montag, 11. Februar 2013

Das Fasten bei den Wüstenvätern

 
Mit dem Fasten ist es ja so eine Sache. Gerade heutigentags gibt es ja 50.000 Meinungen dazu: Die einen halten es für ganz wichtig und pochen öffentlich drauf, die anderen halten es für Unsinn und erklären stolz, sie brauchen das nicht. Die einen sehen in Jesus denjenigen, der das Fasten ablehnte, die anderen führen die zahlreichen Zeugnisse an, in denen die Urgemeinde fastete. Für manche ist Fasten die Enthaltung von Speise, manche sehen es als Fasten an, wenn sie sich mehr ihrer Arbeit widmen als sonst.
Kurz vor die Fastenzeit beginnt möchte ich daher zur Anregung einige Stellen der Wüstenväter zu diesem Thema anführen in der Hoffnung, dass sie euch erbauen und euch auf die eine oder andere Weise anregen.

Spruch 6:
Der Altvater Pambo fragte den Altvater Antonios: "Was soll ich tun?" Der Alte entgegnete: " Baue nicht auf deine eigene Gerechtigkeit und laß dich nicht ein Ding gereuen, das vorbei ist, und übe Enthaltsamkeit von der Zunge und vom Bauch."
Spruch 36:
Wiederum sprach  er: "Gehorsam zusammen mit Enthaltsamkeit zämt wilde Tiere."
Spruch 102:
Der Altvater Agathon hatte einmal zwei Schüler, die in der Einsamkeit lebten. Eines Tages fragte er den einen: "Wie lebst du in deinem Kellion?! Dieser antwortete: "Ich faste bis zum späten Abend, dann esse ich zwei Bissen." Darauf Agathon: "Das ist eine gute Lebensweise und sie macht fast keine Mühe." Dann fragte er den anderen: "Wie ist es mit dir?" Der antwortete: "Ich faste zwei Tage und dann esse ich zwei Bissen." Da sprach der Alte zu ihm: "Wenn du dich in dieser Weise abmühst, hast du zwei Feinde zu ertragen. Wenn einer täglich ißt und nicht satt wird, hat er Mühe. Anders jedoch steht es mit dem, der zwei Tage fasten will und dann sich sättigt. Du aber fastest zwei Tage und wirst nicht satt."
Spruch 169:
Altvater Benjamin, der Priester in den Kellien, sprach: "Wir kamen in die Kellien zu einem Altvater, und wir wollten ihm ein wenig Öl geben. Er sagte zu uns: 'Da seht, wo das kleine Gefäß steht, das ihr mir vor drei Jahren gebracht habt. Wie ihr es hingestellt habt, so ist es geblieben.' Wie wir das hörten, bewunderten wir die Lebensweise des Greises.
Spruch 242:
Man erzählte: In einem Dorfe lebte einer, der viel fastete, so daß er davon den Namen "Faster" hatte. Alvater Zenon hörte von ihm und beschied ihn zu sich. Er kam mit Freuden. Sie verrichteten ein Gebet und setzten sich nieder. Der Greis begann zu arbeiten, jedoch unter Schweigen. Da er keine Gelegenheit zum Reden erhielt, wurde es dem Faster aus Überdruß beschwerlich. Und er sagte zum Altvater: "Bete für mich; ich will weggehen." Da sprach der Greis zu ihm: "Warum?" Er antwortete: "Das Herz ist mir wie brennend, und ich weiß nicht, was es hat. Als ich im Dorfe war, fastete ich bis zum Abend, aber niemals ist mir so zumute gewesen." Da sprach der Greis zu ihm: "Im Dorfe hattest du deinen Ohrenschmaus. Aber geh weg und speise von jetzt an zur neunten Stunde. Und wenn du etwas tust, dann tu es im Verborgenen!" Als er damit begann, wurde es ihm beschwerlich, bis zur neunten Stunde zu warten, so daß die Leute, die ihn kannten, sagten: "Der Faster ist vom Dämone besessen." Da ging er wieder zum Altvater und erzählte ihm alles. Der jedoch sagte zu ihm: "Dieser Weg ist gottgemäß."

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