Mittwoch, 20. Februar 2013

Das Fasten bei den Wüstenvätern Vol. II


Fortsetzung von hier.

Spruch 318:
Abbas Johannes Kolobos lehrte: "Wenn ein König eine feindliche Stadt einnehmen will, dann bemächtigt er sich zuerst des Wassers und schneidet die Zufuhr ab, und wenn sie am Verhungern sind, unterwerfen sie sich ihm. So ist es auch mit den Begierden des Fleisches: Wenn der Mensch mit Fasten und Hungern gegen sie zu Felde zieht, dann werden die Feinde gegen die Seele kraftlos."
Spruch 412:
Er (Abbas Isidor) sprach wiederum: "Wenn ihr in der rechten Weise durch Fasten Askese übt, dann werdet ihr nicht aufgeblasen; denn wenn ihr euch dessen rühmt, wäre es besser für euch, Fleisch zu essen. Es nützt dem Menschen mehr, Fleisch zu essen, als sich aufzublasen und sich groß zu rühmen."
Spruch 499:
In der Sketis wurde einmal die Verordnung erlassen: "Fastet diese Woche!" Nun traf es sich zufällig, daß Brüder aus Ägypten zum Alvater Moses kamen, und er ließ ihnen ein wenig Brei herrichten. Die Nachbarn sahen den Rauch und sagten zu den Klerikern: "Seht, Moses hat die Verordnung übertreten und hat sich einen Brei gekocht." Sie sprachen: "Wenn er kommt, werden wir es mit ihm bereden." Als der Sabbat kam, sahen die Kleriker die vorbildliche Haltung des Moses und sprachen vor dem Volke zu ihm: "O Altvater Moses, die Vorschrift der Menschen hast du zwar nicht gehalten, wohl aber die Gottes!"
Spruch 605:
Abbas Joseph fragte den Altvater Poimen, wie man fasten müsse. Der Altvater Poimen sagte: "Ich will, daß jeder, der ißt, täglich ein wenig ißt." Da sagte der Abbas Joseph: "Als du Jünger warst, hast du da nicht jeweils zwei Tage gefastet?" Der Greis erwiderte: "Wirklich, auch drei und vier und eine Woche. Und das alles billigten die Väter, weil sie kräftig waren. Sie fanden aber, daß es besser sei, täglich zu essen, jedoch nur wenig. Und sie überlieferten uns den königlichen Weg, weil er leicht ist."
Spruch 763:
Einmal kamen Brüder zum Altvater Pambo, und einer fragte ihn: "Ich faste jeweils zwei Tage und esse zwei Zwiebacke. Rette ich so meine Seele oder bin ich im Irrtum?" Und ein anderer sagte so: "Ich verdiene mir mit meiner Handarbeit täglich zwei Johannisbrotschoten, davon verwende ich ein wenig zu meiner Nahrung, das übrige gebe ich als Almosen. Werde ich da gerettet, oder gehe ich zugrunde?" So stellten sie ihm noch viele Fragen, aber er gab keine Antwort. Nach vier Tagen waren sie daran wegzugehen, und die Kleriker ermunterten sie: "Macht euch keine Sorgen Brüder: Gott gibt euch Lohn! So ist es halt die Gewohnheit des Greises: er redet nicht leicht, wenn Gott es ihm nicht deutlich zu erkennen gibt." Sie gingen also zum Greis hinein und sagten zu ihm: "Vater, bete für unn!" Er sagte zu ihnen: "Wollt ihr denn weggehen?" Sie sagten: "Ja!" Da übertrug er ihre Übungen auf sich selber und schrieb auf die Erde, indem er sprach: Pambo fastet zwei Tage lang und ißt nur zwei Brote - aber wird er dadurch ein Mönch? Nein! Und Pambo erarbeitet zwei Schoten und gibt sie als Almosen - wird er dadurch ein Mönch? Noch nicht! Dann belehrte er sie: "Eure Übungen sind gut, aber wenn ihr euer Gewissen vor Fehlern gegen den Nächsten bewahrt, dann werdet ihr gerettet werden." Zu klarer Erkenntnis gelangt, gingen sie mit Freuden davon.

Kommentare :

  1. Insgesamt ganz schön wüste Aussichten, hier!
    Ich wollte mal den bescheidenen Tipp geben, einen etwas schöneren oder zumindest neutralen Hintergrund zu wählen, damit er sich nicht mit dem Titelbild "beißt". Ansonsten frohes Warten auf Ostern!

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  2. Die wüsten Aussichten bleiben. Sie wollen uns daran erinnern, wie wüste und leer die Welt ohne Christus ist und unsere wahre Heimat nicht auf Erden, sondern im Himmel ist. Eine große Wüstenwanderung eben.
    Aber ich brauche ja bald wohl ein neues Titelbild. Vorschläge dürfen gerne eingereicht werden.

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  3. Ein Bild vom Kreuz wäre sicher sinnvoller als eins vom Papst. Jesus ist die personifizierte Demut. Und es passt nach deiner Interpretation auch besser zum Hintergrund, was meinst du MC?

    "Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters." Philipper 2,5ff.

    P.S. Vll solltest du bei Gelegenheit die Oase aus dem Hintergrund herausschneiden, um ganz konsequent zu bleiben. ;-)

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  4. Och, ich find das Bild eigentlich immer noch ganz schön.

    Aber deine Überlegungen sind mir nicht neu. Ein Bild des Herrn will ich für die Neugestaltung auch nehmen, habe aber bisher noch keins gefunden, das mich richtig anspricht, frei zur Verfügung steht und ins Format passt.

    Die Oase bleibt aber auch. Bisschen Spass darf der Mensch sich ja auch gönnen ;)

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