Donnerstag, 10. Januar 2013

Um gerettet zu werden muss man sich demütigen

Fortsetzung von hier.
Stolz und Eitelkeit lassen oft die Seele den Weg des Glaubens nicht finden. Dem Zweifler und Ungläubigen gebe ich den Rat, zu sprechen: "Herr Gott, wenn du bist, erleuchte mich." Schon für diese demütige Absicht und die Bereitschaft zu dienen, wird ihn der Herr erleuchten. Der Mensch kann nicht wissen, wie uns sehr der Herr liebt, wenn er es uns nicht durch den Heiligen Geist offenbart. Denn für den erdgebundenen Verstand ist es unmöglich, durch Bücher allein zu erfassen, wie sehr Gott den Menschen liebt.
Aber um gerettet zu werden, muß man sich demütigen. Denn würde man einen Stolzen mit Gewalt ins Paradies führen, fände er selbst dort keine Ruhe, wäre unzufrieden und würde sagen: "Warum habe ich nicht den ersten Platz?" Die demütige Seele aber ist voller Liebe und trachtet nicht danach, die erste zu sein, sondern wünscht allen Menschen das Gute und gibt sich mit allem zufrieden.
Der Hochmütige hat Furcht vor den Dämonen, oder er ist selbst schon dämonisch geworden. Aber nicht die Dämonen, sondern Eitelkeit und Stolz sollen wir fürchten, sonst verlieren wir die Gnade. Auch sollten wir uns mit den bösen Geistern nicht unterhalten, damit unsere Seele nicht beschmutzt werde. Wer im Gebet verbleibt, den erleuchtet der Herr.
Gott liebt uns, aber immer wieder straucheln wir - weil es uns an Demut fehlt. Um die Demut zu bewahren, muß man den Leib abtöten und den Geist Christi in sich aufnehmen. Die Heiligen rangen hart mit den Dämonen, sie fasteten und beteten, und durch ihre Demut besiegten sie den Feind. Wer demütig ist, hat den Feind schon bezwungen.
Quelle: Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 51f.

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