Donnerstag, 24. Januar 2013

Über die Seele des Demütigen freut sich der Herr

Fortsetzung von hier.
Die Seele des Demütigen ist wie das Meer; wenn man in das Meer einen Stein hineinwirft, bewegt sich die Oberfläche des Wassers wohl für einen Augenblick, dann sinkt er in die Tiefe. So versinkt aller Kummer im Herzen des Demütigen, denn die Kraft Gottes ist mit ihm.
Wo wohnst du, demütige Seele? Wer wohnt in dir? Wem kann man dich gleichstellen? Du brennst hell wie die Sonne, aber du verbrennst nicht, sondern mit deiner Glut erwärmst du alles. Dir gehört das Land der Sanftmütigen, nach dem Wort des Herrn. Du gleichst einem Blumengarten, in dessen Tiefe ein schönes Haus steht, in dem der Herr wohnt. Dich lieben Himmel und Erde. Dich lieben die heiligen Apostel, die Propheten, die Heiligen und Seligen. Dich lieben die Engel, die Cherubin und Seraphim. Dich, demütige Seele, liebt die allreine Mutter des Herrn. Dich liebt und über dich freut sich der Herr.
Nicht dem Hochmütigen offenbart sich der Herr. Nie wird er Gott erkennen, und wenn er alle Wissenschaft der Welt sein Eigen nennt. Denn das Herz des Stolzes läß in sich dem Segen des Heiligen Geistes keinen Raum.
Erleuchtet durch die Taufe glauben die Menschen an Gott, und es sogar einige, die ihn kennen. Es ist gut, an Gott zu glauben, aber ihn zu kennen, das ist Seligkeit. Gewiß, selig sind auch die, die glauben, wie der Herr zum Apostel Thomas gesagt hat: "Weil du mich gesehen und mich berührt hast, glaubst du, aber selig sind auch die, die mich nicht gesehen haben und doch glauben (Johannes 20,29)
Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 53f.

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