Mittwoch, 2. Januar 2013

Selbstzeugnis des Mönchtums

Auf et nunc legt uns jos.m.betle hier dar, wie das frühe Mönchtum in der Antike verstanden wurde. Diesem Gedanken will ich gerne sekundieren und ein kurzes Selbstzeugnis der frühen Mönche veröffentlichen, natürlich wieder mal aus Cassians Collationes:
Alle Künste und Wissenschaften, sagte er, haben einen σκοπός, das ist eine Bestimmung, und ein τέλος, das ist ein eigenes Ziel; darauf hinblickend erträgt Jeder, der eine Kunst eifrig anstrebt, gleichmüthig und gerne alle Mühen und Gefahren und allen Aufwand.
Es hat also auch unser Stand eine eigene Bestimmung und seinen Endzweck, in Rücksicht auf welchen wir alle Anstrengungen nicht nur unermüdet, sondern auch gerne aufwenden, so daß uns der Hunger des Fastens nicht ermattet, die Müdigkeit des Nachtwachens uns ergötzt, die beständige Lesung und Betrachtung der hl. Schriften uns nicht sättigt, auch die unaufhörliche Arbeit, die Blöße und der Mangel an Allem, ja selbst diese schaurige, ödeste Wüsteneinsamkeit uns nicht abschreckt.
Das Endziel unseres Standes ist allerdings, wie wir gesagt haben, das Reich Gottes oder das Himmelreich; aber unser nächstes Ziel ist die Reinheit des Herzens, ohne welche es unmöglich ist, daß Einer zu diesem Endziel gelange. Indem wir also auf diese Absicht die Blicke bei unserer Leitung heften, richten wir unsern Lauf ganz gerade wie nach einer bestimmten Linie. Und wenn unsere Gedanken ein wenig von ihr abgewichen sind, eilen wir sogleich zu ihrer Betrachtung zurück und wollen dieselben wieder wie nach einer gewissen Norm auf das Genaueste verbessern. Diese also wird immer alle unsere Unternehmungen zu diesem einen Sammelpunkt zurückrufen und so alsbald Klage führen, wenn unser Geist von der vorgesteckten Richtung auch nur ein wenig abweicht.
Quelle: hier und da.

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