Samstag, 5. Januar 2013

O Demut Christi

Fortsetzung von hier.
Zwischen dem einfachsten Menschen, der Gott im Heiligen Geist erkannt hat, und einem Menschen, selbst einem großen Menschen, der nicht die Gnade des Heiligen Geistes gekannt hat, besteht ein sehr großer Unterschied. Zu glauben, daß Gott existiert, ihn durch die Natur oder die Heilige Schrift kennenzulernen, ist etwas ganz anderes, als den Herrn durch den Heiligen Geist zu kennen.
Wer Gott durch den Heiligen Geist gekannt hat, brennt in Liebe zu ihm, Tag und Nacht - seine Seele hängt nicht an irdischen Dingen. Allein nach Gott sehnt er sich, Reichtum und weltliche Dinge hält er für nichtig.
Die Seele, die den Heiligen Geist gekostet hat, erkennt ih  an seinem Geschmack. Es steht geschrieben "Kostet und seht, wie freundlich der Herr ist" (Psalm 34,9). David schöpft sein Wissen aus der Erfahrung, und bis zum heutigen Tage gibt der Herr seinen Dienern seine Liebe in ihrer eigenen Erfahrung zu erkennen, und er wird sie bis zum Ende der Zeiten lehren. Wer den Herrn durch den Heiligen Geist erkannt hat, hat von ihm die Demut erlernt; er gleicht seinem Meister, Christus, dem Sohn Gottes, er ist ihm ähnlich geworden.
Herr, würdige uns der Gabe deiner heiligen Demut! Schenke uns deinen demütigen Geist - so du selbst, ohne unser Verdienst, nur aus Gnade, zu uns gekommen bist, uns zu retten und uns in den Himmel zu führen, damit wir deine Herrlichkeit schauen.
O Demut Christi, wohl erkannt ich dich, aber ich kann dich nicht erlangen. Wohlschmeckend un dsüß sind deine Früchte, denn sie sich nicht von dieser Welt.
Quelle: Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 49.

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