Mittwoch, 2. Januar 2013

Es gibt nichts Größeres, als die Demut Christi zu erlernen

Fortsetzung von hier.
Es gibt nichts Größeres, als die Demut Christi zu erlernen. Froh und zufrieden lebt der Demütige, alles ist seinem Herzen lieb. Nur die Demütgen schauen den herrn im Heiligen Geist. Die Demut ist das Lichtm in dem wir Gott, das Licht, schauen. "In seinem Licht schauen wir das Licht" (Psalm 36,10), so singen wir im Kirchenlied.
Der Herr lehrt mich, mein Bewußtsein in der Hölle zu halten und doch nicht zu verzagen. Wohl lernt die Seele dadurch Demut, aber die wahre Demut ist es nicht - sie kann man nicht beschreiben. Wenn die Seele sich dem Herrn nähert, erfaßt sie Furcht; aber wenn sie den Herrn sieht, erfüllt sie unaussprechliche Freude an der Schönheit seiner Herrlichkeit. In der Liebe Gottes und der Sanftmut des Heiligen Geistes vergißt sie die Erde. Dies ist das Paradies des Herrn. Alle Menschen werden in der Liebe sein, und weil sie demütig wie Christus sind, werden sie glücklich sein, die anderen mehr erhöht zu sehen als sich selbst. Die Demut Gottes wohnt bei den ganz Geringen: sie sind glücklich, die Geringsten zu sein. Sio hat es mir der Herr offenbart.
Bittet für mich, ihr Heiligen alle, daß meine Seele die Demut Christi lerne, denn sie sehnt sich danach. Aber ich kann sie nicht erlangen, und darum suche ich sie weinend, wie ein Kind, das seine Mutter verloren hat.
Wo bist du, mein Gott? Verborgen bist du meiner Seele, und unter Tränen suche ich dich!
Quelle: Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehren, S. 47f.

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