Dienstag, 8. Januar 2013

Das Judas-Protokoll

Muss die Geschichte des Jesus-Prozesses neu geschrieben werden? Ja, muss das ganze Leben Jesu von Nazareths neu erzählt werden? Nachdem nun der letzte Band des Papstbuches "Jesus von Nazareth" herausgekommen ist, scheint die Legendenbildung und Verbildung Jesu endlich den Scheitelpunkt überschritten zu haben und nach zweitausend Jahren können wir uns dem wahren Jesus zuwenden. So jedenfalls glaubt Frau Prof. Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker. Nachdem bereits mit dem Buch ihrer Doktorantin Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein "Die Mutter, die Tochter und die Heilige Geist" (wir berichteten hier) Grundlagen gelegt wurden, bauen die beiden "Walküren der Wahrheit" (FIZ) diesne Ansatz weiter aus. Über ihr erstes gemeinsames Werk "Das Judas-Protokoll" dürfen wir heute mit der Hauptautorin sprechen. Frau Prof. Küsselbecker, das Judas-Protoll, was ist das denn nun eigentlich?

Im Rahmen der Dissertation meiner nunmehrigen Assistentin Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein sind wir auf das Problem gestoßen, dass wir nur die vorhandenen Quellen neu lesen konnten, was uns natürlich angreifbar machte für jene rückständigen Inquisitoren, die die Wahrheit einfach nicht annehmen wollten. Daher haben wir nach Quellen gesucht, die bisher ungehoben waren und die daher noch nicht von unseren Gegnern verdreht werden konnten. Das ist natürlich außerordentlich schwierig, denn die Feinde der Wahrheit sind ja seit 2000 Jahren an der Macht und hatten alle Zeit der Welt, alle Quellen der wahren Geschichte Jesu zu tilgen. Daher erfordert es außerordentlich große Mühe und beständigen finanziellen Einsatz, verbunden natürlich mit großer kombinatorischer Gabe, um diese Schätze zu heben.

Und das Judas-Protokoll ist ein solcher Schatz?

Ja, natürlich.

Und worum handelt es sich nun genau?

Das Vernehmungsprotokoll des Judas Iskariot im Prozess gegen Jesus.

Sowas gab es?

Daran kann ich sehen, wie verkehrt ihre Vorstellung von antiker Rechtspraxis ist. Aber so geht es ja den allermeisten Menschen, deswegen entschuldige ich das. Sehen sie, wie heute, so gab es auch damals eine Gerichtsordnung und eine Verwaltung, die Prozessakten anlegte, um die Urteile bei Bedarf nachvollziehen zu können. Und natürlich war der Prozess gegen Jesus vor Pilatus wesentlich länger, als es im verstümmelten Bericht der Evangelien dargestellt wird. Der Prozess begann am frühen Morgen und zog sich bis Mittag hin. Da ist ordentlich was passiert und neben Jesus wurden auch andere Personen vernommen. Und der Kronzeuge war natürlich Judas, der Jesus lange begleitet hatte. So wurde von seiner Aussage auch ein Protokoll angefertigt, das zeigt, wie diese Wanderbewegung wirklich beschaffen war.

Und diese Quelle liegt nunmehr vor?

Weitgehend. Natürlich war es außerordentlich schwierig, dieses Dokument zu rekonstruieren. Es war notwendig, sie aus hunderten von Einzelteilen zusammenzusetzen. Bisher haben wir aber schon 2/3 zusammen.

Und wie umfangreich ist die Quelle?

Wir würden heute etwa 1 1/2 Dina-4 Seiten in normaler Schriftgröße sagen. Davon haben wir wie gesagt ca. eine Seite, womit sich schon viel aufgeklärt hat.

Frau Prof. Küsselbecker, in seiner Besprechung des Buches schreibt P. Winfried Supplicius "Vom historischen Standpunkt gesehen ist "Das Judas-Protokoll" so haltbar wie frisches Rindfleisch in der arabischen Wüste. Die sogenannte "rekonstruierte Originial-Quelle" ist eine Zusammenschnipselung aus hunderten sachfremder Einelfragmente, teilweise sogar buchstabenweise mittelalterlichen Handschriften entnommen und zu 1/4 unfachmännisch ergänzt und teilweise schlicht gefälscht." Was sagen sie dazu?

Sie wissen ja, was ich von Pater Winfried halte. Sicher ein netter Kerl, aber er hat halt keine Ahnung von der Jesus Bewegung und noch weniger von antiker Geschichte. Nur weil er dieses lächerliche Papyrologie-Standartwerk geschrieben hat, meinen die Leute, er sei kompetent. Aber lassen wir das. Zunächst einmal weise ich es entschieden zurück, es sei unfachmännisch ergänzt worden. Wenn schon unfachfraulich. Sicher, es stimmt, an einigen wenigen Stellen mussten wir Lücken schließen und haben den Text ergänzt, aber das geschah nach den strengen Maßgaben des IHGS* und wurde auch ausgewiesen.

Und der Vorwurf, sie hätten buchstabenweise aus mittelalterlichen Handschriften abgeschrieben?

Nun, natürlich haben wir auch mittelalterliche Handschriften benutzt. Wenn wir uns nur auf rein antike Funde gestützt hätten, wäre es nicht möglich gewesen, auch nur 1/3 des Textes zu rekonstruierern.

Wie müssen wir uns das konkret vorstellen?

Nun ist es ja nicht so, als habe die Kirche, also jener diabolische Apparat der die Jesus-Gemeinschaft pervertierte, als habe die Kirche von Anbeginn an die totale Kontrolle über die komplette Überlieferung der ganzen Umwelt gehabt. Selbst nach der Machtergreifung im Zuge der Übertölperlung Konstantins war es ihr aus logistischen Gründen nicht möglich, alles zu kontrollieren. Dazu ist die Technik des 20. Jahrhunderts notwendig. Aus diesem Grunde gab es bis ins 9. Jahrhundert Überlieferungsstränge, die die Warheitzverkündeten. Dann jedoch kam es zur großen karolingischen Zentralisierung, während der es der Kirche gelang, die meisten störenden Handschriften zu beseitigen. Später tarnte sie das dann als Kirchenreform und Wikingereinfall. Aber, wie es eben so ist, kleine Reste und Hinweise gab es in einigen gebliebenen Handschriften eben doch noch. Und diese kleinen Reste haben wir, Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein und Ich, in jahrlanger Arbeit ausgegraben.

Ein Beispiel?

Zum Beispiel gibt es einen Text aus Flavius Josephus in einem Kloster. Das Buch ist sehr alt, etwa 12. Jahrhundert. Das Kloster selber galt lange Zeit als sittliche verderbt, ein sicheres Anzeichen für einen Träger der Wahrheit. Aus diesem Buch müssen einige Seiten, etwa 100 Jahre nach der Entstehung, herausgetrennt worden sein. Das kann man am Schriftbild sehr gut erkennen. Anhand der letzten Zeilen vor dieser Fehlstelle haben wir rekonstruiert, dass es sich um einen Text über ein Protokoll bei der Hinrichtung eines Verbrechers zur Zeit des Pilatus gehandelt hat. Nach sorgfältigen Studien haben wir den wortwörtlichsten Teil dieser Rekonstruktion haben wir dann in das Judas-Protokoll eingefügt.

Eine großartige Leistung. Frau Prof. Küsselbecker, was ist nun die Kernerkenntnis ihres Werkes?

Das müssen sie schon selber rausfinden, indem sie es lesen.

Wir könnten nicht passender Enden. Frau Prof. Küsselbecker, wir danken ihnen für ihr Kommen und hoffen auf reißenden Absatz für ihr Buch.

Wilhelime Küsselbecker; Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein: Das Judas-Protokoll. Die wahre Geschichte Jesu in neuen Quellen. Erhältlich bei Küsselbecker&Epigonen für 24,98 Euro.

*Institute of historical gender studies.

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