Freitag, 31. August 2012

Dummheit die ich meine

Hugo Stamm, der es offenbar für eine besondere Großtat hält außerordentlich sachliche und mit großem Respekt gegenüber den Gläubigen Posts in seinem Blog zu schreiben, hat auch etwas zum Thema Beschneidung geschrieben. Das ist zwar schon eine Weile her, aber ich möchte es euch nicht vorenthalten:
"Muslime ihrerseits verfolgen in manchen arabischen oder islamischen Ländern Christen, bringen manche um und zerstören Kirchen. Islamisten verüben ausserdem Terrorakte in der westlichen Welt und wollen die Scharia als rechtliche Instanz in ihren Ländern einführen. ...
Und wir Christen sind auch nicht verlegen, unsere Ressentiments gegenüber Muslimen kundzutun. Viele Islam-Gläubige unterliegen einem Generalverdacht, der im Minarett-Verbot eine politische Note bekam"
Die Verfolgung und Ermoderung von zahlreichen Christen mit dem Protest gegen eine Moschee gleich zu setzen muss man erstmal bringen. Und dann noch so zu tun als sei es ein bedauerlicher Einzelfall, wenn in manchen arabischen Ländern, nicht etwa den meisten, Christen verfolgt oder massiv diskreminiert werden und nur in manchen, nicht etwa den meisten, Kirchen zerstört und Christen ermordet werden, ist schon ein starker Tobak. Davon, dass hier Fanatiker alle möglichen Gläubige, auch Muslime, in den Tod bomben und das dann mit einem obskuren Generalverdacht - ich selbst hab noch nie einen Moslem verdächtigt - zu vergleichen, der irgendwie Muslime diskreminiert, wollen wir mal gar nicht reden.

Prälatenquiz

Wer ist dieser junge Mann?

Donnerstag, 30. August 2012

Völlerei und wogegen man sonst noch so kämpfen muss

In ihrem neuen Post Adieu Völlerei schwört sich Huppicke auf den Kampf gegen die Pfunde ein. Bei dem Programm zieh ich den Hut. Ich halte es schon für eine Meisterleistung meinerseits, wenn ich mal ein paar Tage an der Uni-Mensa zur Vegetarier-Theke gehe und mal nicht jeden Tag ein Stück Kuchen in mich reinschaufle. Aber genug von mir.
 
Während des Lesens ist mir ein Text aus den Erzählungen des russischen Pilgers eingefallen. Darin unterhält sich der Pilger mit einem Hauptmann, der ihm erzählt, wie er von seinem Alkoholproblem weggekommen ist. Sein Alkoholismus hatte ihm als jungen Soldaten so manche Probleme bereitet. Obwohl bereits Offiziersanwärter wurde er in den Mannschaftsstand zurückversetzt und landete ein ums andere in der Arrestzelle. Als er einmal vor sich hin brütend in der Kaserne saß trat ein Mönch ein, der ihm nach der Schilderung der Situation folgendes riet:
"Ganz genauso ist es meinem Bruder ergangen. Geholfen hat ihm folgendes: sein Beichtvater gab ihm ein Evangelium und befahl ihm mit Bestimmtheit, er solle jedesmals, wenn ihn das Verlangen ankäme, zu trinken, unverzüglich ein Kapitel des Evangeliums lesen; solle er dann immer noch trinken wollen, so müsse er das nächste Kapitel lesen. Mein Bruder verfuhr so und in kürzester Zeit war die Trunksucht verschwunden. ..."
Doch der junge Soldat wehrte sich, denn wie könne ihm ein Evangelium helfen, wenn doch seine eigenen Bemühungen und die Artzneien ihm nicht haben helfen können. Zumal war das gereichte Evangelium auf Kirchenslawisch war, was das Verständnis erschwerte.
Der Mönch aber sagte
"in den Worten des Evangeliums wäre eine heiligmachende Kraft verborgen, denn es stünde darin geschrieben, was Gott selber gesagt habe. 'Es macht nichts, daß du es nicht verstehst. Lies nur eifrig. Ein Heiliger hat gesagt: Wenn du das Wort Gottes nicht verstehst, so verstehen doch die Teufel das, was du liestest und zittern; die Trunksucht rührt aber doch bestimmt von den Teufeln her ..."
Doch so richtig glaubte es der junge Soldat nicht, nahm das Evangelium aber und legte es in seinen Geldkasten. Als er einmal wieder Lust zum Trinken verspürte, ging er zu seinem Kasten, um sich Geld hinauszunehmen und fand darin auch das Evangelium. Und er berichtet:
"ich mußte lebhaft daran denken, was mir der Mönch gesagt hatte; ich schlug es auf uns begann das erste Kapitel im Matthäus zu lesen. Nachdem ich es zu Ende gelesen hatte, war es genauso - ich hatte nichts verstanden; auch erinnerte ich mich daran, was der Mönch gesagt hatte: 'Das macht nichts. Wenn du es auch nicht verstehst, lies nur eifrig.' Halt, dachte ich, ich will das zweite Kapitel lesen. Ich las es und schon war es mir begreiflicher. Dann also auch das dritte; kaum hatte ich es begonnen, als das Glockenzeichen in der Kaserne ertönte: alle mußten sich für die Nacht zu ihren Pritschen begegeben; somit war es nicht mehr möglich, die Kaserne zu verlassen und auf die Straße hinauszugehen, so blieb ich denn da.
Als ich am Morgen aufstand und mich anschickte, hinauszugehen, um mir Schnaps zu kaufen, dachte ich bei mir: ich will mal ein Kapitel im Evangelium lesen; was kann da sein? Ich las es und ging nicht. Wieder überkam mich die Lust zu trinken; ich las dann noch ein Kapitel, und schon war mir viel leichter geworden; dies ermutigte mich, und bei jeder Versuchung zum Trunk las ich nun immer je ein Kapitel im Evangelium. Je länger ich so verfuhr, desto leichter wurde es mir, und als ich schließlich alle vier Evangelisten zu Ende hatte, war meine Trunksucht vollkommen geschwunden ..."
Seitdem liest dieser Mann jeden Tag einen ganzen Evangelisten, wodurch er, gleich ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, beständig der Kraft der Worte Gottes wieder versicherte.
 
Der Pilger weiss von einem ähnlichen Fall zu berichten. In seinem Dorf gab es einen kunstfertigen Handwerksmeister. Doch auch er hatte ein Problem mit dem Trinken, dass ihn oft überfiel:
"Ein gottesfürchtiger Mann gab ihm den Rat, er möge, wenn ihn nach Schnaps verlangte, dreiundreißig Jesusgebete sprechen der Heiligen Dreifaltigkeit zu Ehren und weil das Erleben Jesu Christi dreiundreißig Jahre gedauert habe. Der Meister hörte auf ihn, tat so, wie jener sagte, und ließ dann bald galt das Trinken ganz sein."
 Quelle: Jungclaussen, Emmanuel (Hrsg.): Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, S. S. 45-48.

Bewahre dein Gewissen vor jeder Sünde

"Ein Bruder fragte den Abbas Joseph: "Was soll ich tun? Ich kann Übel nicht ertragen, kann nicht arbeiten und auch nicht Liebe geben." Der Greis sprach zu ihm: "Wenn du davon nichts fertig bringst, dann bewahre dein Gewissen vor jeder Sünde gegen den Nächsten, und du wirst das Heil erlangen."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 387.

Mittwoch, 29. August 2012

Wer sich mal ein bisschen aufregen will

Da es der Lieblingszeitschrift des Limburger Bischofs, dem Spiegel, noch nicht reicht, Tebartz-van Elst schriftlich aus seinem Bistum zu jagen, haben sie jetzt auch noch eine lustiges Filmchen gedreht. Denn es könnte ja leseschwache Diözesanen geben. Damit also alle Menschen guter Gesinnung in Deutschland wissen, dass der ultramontane Furor in Prada, 20.000 Quadratmeterresidenzen und purpurroten Rolls-Roys mit Goldfelgen einherkommt, gibt's diesen Film bei Spiegel TV - hier klicken

Der Predigtgärtner hat mittlerweile eine ganze Serie über dieses Thema aufgezogen:

Das ist kein Aufruf, den SPIEGEL wegzuwerfen oder gar nicht zu kaufen...! 

Das Bistum Limburg bitte auflösen 

DER SPIEGEL hat einen Verdacht... dort

Der Limburger Bischof sorgt unfreiwillig für Flug-Lärm

Benedikt XVI. mit Bartholomäus I.

Dienstag, 28. August 2012

Die Messe ist zu lang

Der Pfarrer hält die Messe viel zu lang. Der soll das schneller machen. Weniger Lesungen, kürzere Predigt. Und muss das Hochgebet echt so lang sein?

Sowas hört man ja öfters. Da gehen die Leute einmal pro Woche (wenn überhaupt)  in die Kirche um diese ein bis zwei Stunden Gott zu widmen, und dann mosern sie noch rum, weil sie den Gottesdienst lieber 10 Minuten kürzer hätten. Man hat ja nicht den ganzen Tag Zeit. Der Predigtgärtner hat hierzu einen sehr erbaulichen Post geschrieben.

Aber dieses Problem ist nicht neu.

So wird z.B. über die Messe Pater Pios in seinen ersten Priesterjahren, noch außerhalb des Klosters, gesagt, sie habe kaum jemand besucht. Grund: Sie dauerte zu lange. Der große Heilige schaffte es oder besser gesagt er konnte gar nicht anders, als eine stille Messe, die man so in 30 Minuten gelesen haben kann, über eine oder mehrere Stunden hinzuziehen. Erst viele Jahre später bemerkten die Gläubigen den besonderen Schatz dieser Messen. Doch am Anfang waren die Kirchenbänke leer. Wer hatte schon die Zeit dafür.

Eine weitere Annekdote wird uns in der Aufrichtigen Erzählung eines russischen Pilgers berichtet. Der Pilger kommt bei seiner Reise an eine kleine Kirche und will die Messe besuchen. Zusammen mit ihm streben auch andere Gläubige eher lustlos ins Gotteshaus und rufen ihm zu:
"Nicht so eilig! Du wirst in der Kirche noch lange genug stehen können, bevor das Hochamt beginnt; hier dauert der Gottesdienst sehr lange; unser Priester ist krank, er liebt einen sachten Trott."
Der Priester erklärt sich später folgendermaßen:
"Ja, das gefällt der Gemeinde allerdings nicht, und man murrt darüber, aber ich kann nichts ändern; ich habe es gern, jedes Gebetswort zuvor zu überlegen, mich daran zu ergötzen und es dann erst laut auszusprechen; ohne inneres Fühlen und ohne Teilnahme wäre ja jedes gesprochene Wort für mich selber und für die andern nutzlos; alles liegt am inneren Leben und am aufmerksamen Gebet!"
Und er klagt über die Gläubigen von damals und heute:
"Und wie wenig beschäftigt man sich doch mit dem inneren Tun! Das kommt daher, daß die Menschen sich um ihre geistige, um innere Erleuchtung nicht kümmern und nichts davon wissen wollen-"

Quelle: Jungclaussen, Emmanuel (Hrsg.): Aufrichtige Erzählung eines russischen Pilgers, S. 120.

Blumenvase

Rück mal jemand die Vase aus dem Bild, sonst gucken alle nur da hin.
 
 

Montag, 27. August 2012

Robusta-Sondernewsticker

Klosterneuburg: Gestern am späten Abend war Klosterneuburg in das Licht von Presseblitzlicht und Scheinwerfern getaucht, als die Katholische Blogoezese zur Verleihung der Robusta schritt. Neben den Bloggern, von denen viele etwas Gnomhaftes hatten, war auch illustre Prominenz zahlreich angereist. Unser Mitarbeiter im Außendienst will elf rote Roben und dutzende Violette gesehen haben. Die Feier selbst, die im eigens gebauten Robusta-Saal mit 3.000 Gästen stattfand, war dann von barockem Prunk nicht mehr zu übertreffen. Neben 21 Bühnenbildern, 780 livrierten Dienern und einem eigenen Orchester stach die Orgel, die man über die Zuschauerränge gesetzt hat, hervor.

Klosterneuburg: Vor dem Preisverleihungsgelände, vulgo Robusta-Dom, versuchten die Anti-Robusta-Kampfgruppen am späten Abend Fuss zu fassen. Nachdem der Plan, das Gelände schon am Nachmittag zu besetzen gescheitert war, da die Aufpeitsch-Rede der Kampfgruppenführerin etwas länger dauerte als gedacht (7 Stunden, Anm. d. R.), versuchte eine Speerspitze friedlich (mit Schlagstöcken) zum roten Teppich durchzubrechen. Die Limburger Sondereinheit Weihrauchfasskampfsternschwenker konnten jedoch die Menschenkette sichern, die sich versammelt hatte, um das Vordringen der menschenfreundlichen Kräfte (Darstellung der Anti-Robusta-Einheiten) zu verhindern.

Klosterneuburg: Auch der Versuch, mit Farbbeutelgeschossen und Molotow-Cocktails die Ankunft am roten Teppich zu stören schlug fehl. Die Werfer wurden durch eine Kavallerie-Schwadron außer Reichweite gedrängt. Aufgebaute Straßensperren, um die Barock-Kutschen der hohen Geistlichkeit an der Anfahrt zu hindern, wurden schnell wieder beseitigt. Gerüchten zufolge sollen die Prälaten dabei selbst am Abbau der Barrikaden mitgewirkt haben.

Klosterneuburg: Das Friedensliebhaberschlachtschiff Regenbogengemeinde kam nicht bis in Schussreichweite des Robusta-Doms. Drei Donausperren in Gestalt von XXXXXL-Rosenkränzen verhinderten die Weiterfahrt. Zudem erklärte die Kapitänin, am Rumpf habe es merkwürdig gezischt. Wie aus Kreisen des Robusta-Lagers verlautet wurde, sei das Donauwasser in diesem Bereich vorher gesegnet worden.

Die Demut ist die Erkenntnis der Abhängigkeit von Gott

"Die christliche Demuth ist die Erkenntnis und die innigste Überzeugung von seinem Nichts, von seiner Armseligkeit und gänzlichen Abhängigkeit von Gott, wie auch von seiner Sündhaftigkeit. Die Tugend der christlichen Demuth ist also jene Tugend, vermöge welcher wir durch die Gnade des göttlichen Lichtes in Wahrheit erkennen, was wir vor Gott sind - nämlich nichts als arme, hilfsbedürftige Geschöpfe, und elende, erbarmungswürdige Sünder; undd nach dieser Erkenntnis denken, reden, handeln und leben. Man kann die Tugend der Demuth auch nennen die Fertigkeit, sich selbst in Allem und unter Alle zu erniedrigen; gleichwie im Gegentheil die Hoffart sich in Allem und über Alle erhebt. "Die Demuth ist das innerste Gefühl unserer Nichtigkeit und gänzlicher Abhängigkeit von Gott." sagt der gelehrte Werner.
Der wahrhaft Demüthige weiß, daß die unendliche Liebe Gottes ihn auf diese Welt gesetzt, und ihm Leib und Seele gegeben habe, daß er ohne Gott gar Nichts, nicht das Mindeste an Leib und Seele besitze, noch besitzen könne, nicht einen Finger bewegen, nicht einen Athemzug schöpfen; daß Alles nur allein Geschenk der Gnade sei weiß er, daß er aus sich selber gar nicht Gutes denken, reden und thun könne, ja nicht einen guten Gedanken fassen; sondern das aus seiner verderbten Natur nur Böses hervorkommen könne. Der Demüthige erkennt seine Schwachheit, Gebrechlichkeit und Armseligkeit, wie auch sein vielen Sünden, womit er Gott täglich beleidigt. Und so ist denn der Demüthige überzeugt, daß er um Alles für Seele und Leib Gott bitten, für Alles danken, und immerdar um Verzeihung flehen müsse. In dieser wahren Demuth ruft der Hl. Paulus aus: "Was hast du, o Mensch! das du nicht empfangen hättest? Hast du es aber empfangen, was rühmest du dich, als hättest du es nicht empfangen?" - "Wir sind Thoren um Christi willen ... Wie ein Auskehricht der Welt, wie ein Auswurf Aller achtet man uns!" (1. Kor 4,7,10,13) - "Wenn es denn doch gerühmt sein muß, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen ... Ich will mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, auf daß die Kraft Christi in mir wohne!" - (2. Kor 11,30,12,9) "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade war an mir nicht vergeblich; denn ich habe mehr als sie Alle gearbeitet: Dich nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die in mir ist.-" (1. Kor 15,10) Der Demüthige schreibt alle Ehre und allen Ruhm Gott allein zu; er für sich flieht und scheut alles Lob und jegliche Ehre."
Quelle: Bartholomäus Holzhauser: Büchlein von der Demut, S. 85-87.

Sonntag, 26. August 2012

Gib auf die nichtswürdigen Gedanken acht

Über die geistige Nüchternheit und das Gebet von Hesychius vom Batoskloster:
"Gib acht, damit nicht ein nichtswürdiger Gedanke in deinem Herzen aufsteigt" (Dtn 15,9). Mose, der große Gesetzgeber, oder vielmehr der Heilige Geist versteht darunter einen sündhaften Gedanken, der Gott verhaßt ist und den die Väter böse Einflüsterungen nennen. Wird er vom Teufel dem Herzen zugeraunt und unserem Verstande vorgestellt, dann folgen ihm unsere Gedanken, und sie verbinden sich mit der Leidenschaft."
Quelle: Kleine Philokalie, S. 182f.

Messe Pius XII.


Samstag, 25. August 2012

Die Tugenden sind nach und nach zu erwerben

Neulich las ich einen Post bei Huppicke, indem sie sich auf ein engagiertes Vorgehen gegen ihre Lauheit einschwört. Dabei fiel mir ein Kapitel aus dem geistlichen Kampf ein, dass ich nunmehr (endlich) poste:
"Obschon der wahre Streiter Christi den Gipfel der Vollkommenheit zu ersteigen trachtet und seinem geistlichen Fortschritt keine Grenzen setzen darf, muß er doch mit kluger Besonnenheit den Feuereifer seines Geistes in Schranken halten, der zu Anfang gewöhnlich in heller Glut auflodert, dann aber abnimmt und mittem auf dem Wege erlischt.
Abgesehen von dem, was vorhin bereits über die Mäßigung bei den äußeren Tugendübungen gesagt wurde, mußt du dir merken, daß auch die inneren Tugenden nur nach und nach und stufenweise zu erwerben sind. Auf diese Weise wird dann auch das Kleine rasch groß und dauerhaft. Für gewöhnlich soll man sich beispielweise nicht gleich in Widerwärtigkeiten üben und erfreuen wollen, noch sie herbeiwünschen, bevor man nicht die niederen Grade der Tugend der Geduld durchlaufen hat. Ebenso rate ich dir, nicht allen oder mehreren Tugenden auf einmal, sondern zunächst nur einer und darauf einer anderen deine Hauptaufmerksamkeit zu schenken. So wird die Seele die Fertigkeit darin viel leichter und tiefer eingepflanzt, da das Gedächtnis sich ihrer bei allen Gelegenheiten infolge der beständigen Übung in einer Tugend besser erinnert; der Verstand wird geschärft und findet dadurch immer neue Anlässe und Beweggründe zu ihrer Erwerbung und der Wille gibt sich ihr mit mehr Neigung und Wärme hin, als wenn man sich mehreren Tugenden zugleich widmen wollte.
Durch diese Übereinstimmung, mit der die inneren Akte nur auf eine Tugend hinzielen, sind diese auch bei ihrer gleichförmigen Übung mit weniger Anstrengung verbunden, da der eine Tugendakt den anderen ihm ähnlichen anlockt und unterstützt. Auch machen sie durch ihr gemeinsames Vorgehen einen stärkeren Eindruck auf unser Herz, weil sie dessen Grund zur Aufnahme schon bereitet und zu neuen Übungen, die den früheren ähnlich sind, geneigt finden. Diese Beweise werden durch die anerkannte Tatsache gestärkt, daß jeder, der sich in einer einzigen Tugend gründlich übt, hierdurch sich auch in anderen zu üben lernt. Auf diese Weise wachsen mit der einen Tugend zugleich alle anderen und zwar infolge ihrer engen Verwandtschaft als gemeinsame Strahlen aus einem und demselben göttlichen Lichte."
Quelle: Lorenzo Scupoli: Der geistliche Kampf, S. 153f.

Samstäglicher Newsticker

Washington: Die Organisation "Atheisten für soziale Gleichheit" interpretierte die Studie, nachdem religiöse Bundesstaaten in den USA spenderfreudiger sind, auf eigene Weise. Demnach sei die erhöhte Spendenbereitschaft religiöser Menschen nicht positiv, sondern negativ zu bewerten. Indem sie für ärmere Personen spenden verweigern sie diesen das Recht auf gleichen Besitz durch staatliche Umverteilung und arbeiten gezielt und böswillig an der Ruhigstellung der geknechteten Massen mit. Die Organisation forderte daher die Einstellung aller Spenden. Ausgenommen seien Organisationen, die sich um die Soziale Gleichheit aller Menschen bemühten, diese müssten dringend verstärkt auch durch Spenden gefördert werden.

Rom: Im Versuch, auf die ungerechte Inhaftierung der Pussy-Riot-Aktivistinnen aufmerksam zu machen, haben 20 gesellschaftskritische Pussy-Riot-Anhänger mit Brecheisen ausgerüstet den Petersdom gestürmt, um das Petrusgrab aufzubrechen. Damit wollten sie auf den Bruch der Freiheit durch die Kirche und auf die offene Wunde aller freiheitlich gesinnten Menschen aufmerksam machen. Die Aktivisten wurden durch das Sicherheitspersonal überwältigt und der italienischen Polizei übergeben. Der Sprecher der Aktivisten erklärte, dies sei ein Zeichen des teuflichen Bündnisses von Thron und Altar, das unschuldige Teilnehmer einer friedlichen Demonstration wie Kriminelle behandelt werden.

Salzburg: Frau Professor Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker legte auf den Salzburger Hochschulwochen dar, wie die patriarchalisch weltverneinende Ekklesiologie des Papstes der Jesusgemeinschaft schade. In ihrem neunstündigen Vortrag erklärte sie, die Spitze der Jesusgemeinschaft dürfe sich nicht dem wahnwitzigen Irrglauben hingeben, für alles zuständig zu sein und müsse sich auf den Kern der Jesusbotschaft beschränken. Dafür sei es nicht hilfreich, sich als eine moralische Avantgarde zu betrachten und aus der Welt zurückzuziehen, sondern die Jesusgemeinschaft müsse mit der Umwelt verschmelzen und wie die Welt werden. Auf diese Weise könne sie ihre eigene Entwertung aufhalten und einen bleibenden Dienst für die genderneutrale und multiethnische Ökogesellschaft leisten. Hierfür müsste sie sich besonders der praktischen Theolog_innen bedienen, die in der Lage wären, die ganze Gesellschaft zu erfassen und jedem hilfreiche Ratschläge geben könnten.

Freitag, 24. August 2012

Warum ich in der Kirche bleibe

Gestern las ich diesen Artikel.
Darin beschäftigt sich der Autor mit der Frage der Kirchenaustritte und lässt, zu meinem Erstaunen, zwei Meinungen zu: Einer, der raus geht und einer, der drin bleibt.

Allerdings wurden meine bösen Ahnungen, die ich dann doch hatte - so ganz konnte ich mein Glück nicht fassen - leider bestätigt. Meine Hoffnung war, dass man dem jungen aufstrebenden Humanisten einen kernigen jungen Katholiken gegenüberstellt, wie man sie in der Blogoezese zu Hauf finden kann. Hat man aber nicht. Einem Mann in den 20ern, der erklärt, in der Kirche sei das meiste schlecht und er gehe raus wird ein Mann in den 60ern gegenübergestellt, der erklärt, in der Kirche sei vieles schlecht und er bleibe drin.

Ich darf mal den Katholiken zitieren, der sich für die Kirche "einsetzt":
"In Nieder-Olm gibt es verschiedene Gottesdienst-Formen, wo Laien, ich auch, in der Advents- oder Osterzeit Andachten gestalten. Das ist eine ökumenische Veranstaltung, bei der die evangelische Kirche und wir zusammenarbeiten. Es ist aber kein Priester dabei, natürlich findet dann auch keine Eucharistie (heiliges Abendmahl, d. Red.) statt."
Kirche ist also positiv, wenn sich Laien paraliturgisch engagieren dürfen? Das gilt als Zeichen eines mutigen Katholizismus von heute, der unserer Gesellschaft etwas zu sagen hat?

Oder wie wäre es damit:
"Da gibt es einerseits die dogmatisch-reine Lehre des Vatikans, in den Gemeinden vor Ort aber handelt man bereits wesentlich pragmatischer und ökumenischer, als man sich dies in der hohen Kurie vorstellen will."
Mit anderen Worten wir lassen das Dogma sausen, machen was wir wollen und kleben fröhlich das Etikett katholisch oder noch besser ökumenisch drauf. Inwieweit setzt das jetzt einen Kontrapunkt zum ausgetretenen Kollegen?

Aber dann, dann habe ich Hoffnung geschöpft, als der (vermutlich noch) Mitkatholik begann von Gegenstrategien zum Kirchenaustritt zu sprechen. Und was kam:
"Wir wollen diejenigen anschreiben, die ausgetreten sind, um zu erfahren, warum, welche Gründe dahinter stecken. Wir haben da einen kleinen Fragebogen zu entwickelt. Einfach damit man mal weiß, was dahinter steckt."
Na ich vermute mal, die Gründe kann man sich denken. Sie stehen im Artikel gleich oben drüber. Ich erinnere mich, wie ich hörte, wie ein mir bekannter Prior eine Jugendgebetsgruppe im echt katholischen Sinne gründete mit der Bemerkung, er wolle ja auch noch in 20 Jahren hier Prior sein. Und die Idee wird auch angenommen. Ich habe ja nicht so viel Ahnung von Kirchenaustritten, aber ich glaube nicht, dass man viele Leute für einen Glauben gewinnt, bei dem sie alles machen dürfen was sie wollen. Das können sie nämlich auch ohne die Kirche.

Ach ja, warum bleibt der ältere Kollege eigentlich in der Kirche. Hier in indirekter Rede:
"Seit seine Kinder aus dem Haus sind, engagiert sich Adalbert Duhr besonders stark in seiner Kirche. Über 40 Gemeindegruppen, von der Katholischen Landjugendbewegung über Seniorenkreise bis hin zur Tafel für bedürftige Mitbürger, zeugen von einem lebendigen Gemeindeleben. Er fühle sich nicht als das katholische Schäfchen, das nur zu gehorchen habe, sagt er. Und so sehen es viele in seiner Gemeinde. So gibt es dort eine starke Laienbewegung, nicht nur im sozialen, sondern auch im liturgischen Bereich."
Mit anderen Worten er bleibt in der Kirche weil er sich in der Gemeinde wohl fühlt, weil er sich hier engagieren und mitgestalten kann. Das sind alles gute Gründe. Aber das eigentliche lese ich da nicht: Sakramente, Liturgie, Wahrheit, Jesus Christus.

Ein flottes Gemeindeleben mit Gestaltungsmöglichkeit kann ich überall haben. Das sind keine Gegenargumente für die Worthülsen des atheistischen Ausgetretenen. Wenn ich an die vielen vielen tollen Glaubenszeugnisse denke, die ich oft hier in der Blogoezese lese, packe ich mir an den Kopf. Mit so einem netten Gemurmel kann man doch keine Leute in die Kirche bringen! Zeige mir den Heiligen, der so was erzählt hat!

Wenn mich jemand sucht, ich knie vor dem Allerheiligsten.

Prälatenquiz

Wer ist dieser Prälat?

Donnerstag, 23. August 2012

Die Mittel des geistlichen Lebens

Aus der zweiten Hundertspruchlehre des Niketas Stethatos:
"Die Enthaltsamkeit, das Fasten und der geistliche Kampf hemmen die Reize und Forderungen des Fleisches. Die Lesung der Heiligen Schrift kühlt die Hitze der Seele und die Aufwallungen des Gemüts. Das unversiegbare Gebet bringt Demut und Zerknirschung wie ein heilendes Öl."
Quelle: Kleine Philokalie, S. 196f.

Pius IX. 1863

Mauritius von den Pimpfen hat hier das mangelnde Papsting in der Blogoezese beklagt und hat, quasi als Herausforderung für alle Papsting-Spezialisten, zwei alte Papst-Photos gepostet. Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Daher also hier ein weiteres frühes Photo mit Pius IX. noch vor Eroberung Roms durch Italien aus dem Jahr 1863:

Mittwoch, 22. August 2012

Demut bei Johannes

Nachdem wir ihn lange bekniet haben, ist es uns endlich gelungen, Johannes dazu zu bringen, etwas zur Demut zu schreiben. Mittlerweile hat sich daraus eine recht beachtliche Artikelserie entwickelt und wir wollen alle hoffen, dass da noch mehr kommt. Denn wie wir es nicht anderes gewohnt sind lesen sich die Posts wie Thomaskommentare und führen uns damit lebensnah und praktisch in das Denken des großen Aquinaten zu dieser großen christlichen Tugend ein.

Wem ich jetzt den Mund wässrig gemacht habe, der kann hier ganz schnell umschalten.

Wer sich noch etwas gedulden kann, der mag den Hinweis nachverfolgen, dass ich vor Urzeiten auch einmal den Hl. Thomas über die Demut befragt habe (natürlich nicht so kompetent wie Johannes) und der kann das hier und hier finden.

Benedikt am Mittwoch

Dienstag, 21. August 2012

Maria als Mittlerin der Gnaden

Heute ist der Festtag des heiligen Papstes Pius X. Nun kann man über diesen großen Papst viel sagen und die Blogoezese hat das ja bereits zahlreich getan. Daher will ich mich darauf beschränken, den Hl. Papst selbst zu Wort kommen zu lassen in einem Gegenstand, der für die Katholiken von großer Bedeutung ist: Maria. Die Gottesmutter war ja bereits letzte Woche großes Thema auf Demut Jetzt! und ihr sollen auch im Weiteren verstärkt Posts gewidmet werden. Nun soll es um die Frage gehen, ob es zutreffend ist, Maria als Mitterlin der Gnaden zu bezeichnen oder ob man damit der einzigartigen Stellung des Herrn Jesus Christus Abbruch tut, indem man einen Aspekt seiner göttliche Majestät auf seine Mutter überträgt?

Aus der Enzyklika "Ad diem illum" des Hl. Pius X.:
"Aufgrund der Schmerzens- und Willensgemeinschaft zwischen Maria und Christus aber "verdiente" sie, "daß sie aufs würdigste die Wiederherstellerin des verlorenen Erdkreises wurde", und deshalb die Verwalterin aller Gaben, die uns Jesus durch seinen Tod und sein Blut bereitete.
Wir stellen freilich nicht in Abrede, daß die Ausspendung dieser Gaben aufgrund seines persönlichen und eigentümlichen Rechtes Christus zusteht; denn sie wurde ja auch allein durch seinen Tod erworben, und Er selbst ist aufgrund seiner Vollmacht der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Jedoch wurde der erhabenen Jungfrau aufgrund dieser erwähnten Schmerzens- und Leidensgemeinschaft der Mutter mit dem Sohne verliehen, daß sie "die mächtigste Mittlerin und Versöhnerin des ganzen Erdkreises bei ihrem einziggeborenen Sohne" sei. 
Die Quelle also ist Christus "und von seiner Fülle haben wir alle empfangen (Joh 1,16); "von ihm aus [ist] der ganze Leib zusammengefügt und verknüpft durch jedes Band der Dienstbarkeit ...; er wirkt das Wachstum des Leibes zu seinem Aufbau in Liebe" (Eph 4,16). Maria aber ... ist "der Aquädukt" oder auch der Hals, durch den der Leib mit dem Haupt verbunden wird. ...
Es ist also ganz klar, daß wir in der Tat weit davon entfernt sind, der Gottesgebärerin die Kraft zuzuschreiben, übernatürliche Ganden zu bewirken, [eine Kraft], die einzig Gott besitzt. Weil sie jedoch alle durch ihre Heiligkeit und Verbindung mit Christus übertrifft und von Christus zum Werk des menschlichen Heiles herangezogen [wurde], verdient sie für uns - wie man sagt - der Angemessenheit nach, was Christus (eigener) Würdigkeit nach verdiente, und ist die erste Dienerin beim Austeilen der Gnaden." 
Quelle: Denzinger-Hünermann, 3370.

Evangelikale Kirchendrogen


Ein Kommilitone von mir nennt unseren Weihrauch immer gerne Kirchendroge. Und es stimmt ja auch, dass Weihrauch als aromatisches Pflanzenharz ein Stoff ist, der Wohlbefinden fördern kann. Das er mitunter auch das Gegenteil hervorruft und daneben noch eine spirtiuelle Bedeutung hat kommt noch dazu.

Aber noch viel kirchendrogiger (Copyright MC) ist die Mischung, die den Gläubigen in amerikanischen Megachruchs vorgesetzt wird. Eine Megachurch ist eine Kirche, in die mehr als 2000 Gläubige reinpassen und deren größten bis zu 10.000 Gläubige füllen können - was ist dann der Petersdom mit vorgelagertem Platz: eine Ultramegachurch? (Copyright MC). Und die Pastoren ziehen in diesen Versammlungshallen ne richtige Show ab, dagegen stinken ihre nordisch-kargen Urahnen aus Thüringen ziemlich ab. Dabei sind sie, auch finanziell, so erfolgreich, dass es für sie mitlerweile einen eigenen Namen gibt: Pastorpreneurs, Unternehmer und Pastor in einem.

Nun haben sich kluge Leute von der Uni aufgemacht mal zu untersuchen, was denn  psychologisch in so einer Megachurch passiert um aufzuklären, warum die Dinger jeden Sonntag derart unanständig voll sind. Man fand dabei heraus, dass der sonntägliche Kirchgang für die Teilnehmer wie eine Art Drogentrip wirkt, der regelmäßig vollzogen wird. Im Grunde funktioniert das auf die gleiche Weise wie im Fussballstadion. Viele Menschen gemeinsam reagieren anders als eine kleine Gruppe und puschen sich sozusagen gegenseitig, wodurch sich eine große Masse immer weiter bis in die Ekstase hochschaukelt. Zentral werden dabei die beiden Grundbedürfnisse des Menschen befriedigt: Zugehörigkeitsgefühl und Liebe. Durch die Kombi mit Musik, mitreißender Predigt und Volkbeteiligung - Pastor "Wer liebt Jesus" Alle "ICH" - sowie der sozialen Akzeptanz von Gefühlsausbrüchen - stellen sie sich das mal in Hannover vor - schüttet der Körper einen Hormoncoctail aus, durch den der Teilnehmer sich sozusagen selbst eine Droge verabreicht. Und um das Gefühl wieder zu bekommen, geht der Gläubige nächsten Sonntag wieder hin.

Nicht das ich den Betreibern (muss man ja so sagen) und den Teilnehmern ihre christliche Intention in Abrede stellen wollte. Und es ist sicher besser in eine Megachurch zu gehen als in gar keine Kirche. Aber trotzdem stell ich jetzt mal ne ganz gemeine/katholische Frage: Wer steht hier im Mittelpunkt: Der Wunsch des Menschen oder der Wille Gottes? Der Pastor auf seiner Bühne oder der Herr Jesus Christus auf dem Altar?

Der Anfang einer auf Gott hin gerichteten Lebensführung

Methode und Regel des kontemplativen Lebens, Kapitel 3:
"Der Anfang einer auf Gott hin gerichteten Lebensführung liegt, um es kurz zusammenzufassen, im Bemühen, unser Leben auf jede Weise und mit aller Kraft nach der Richtschnur der vergöttlichenden Gebote des Erlösers zu gestalten. Als Endziel aber sollen wir durch deren Beobachtung zu jener himmlischen, durch die Gnade vollkommenen und geistigen Verwandlung und Gestalt zurückkehren, die uns schon zu Anfang im heiligen Taufbecken gnadenhaft geschenkt worden war. Oder, wenn du diese Gabe lieber so nennen willst: den alten Adam mit seinen Werken und seiner Begehrlichkeit abzulegen und den neuen, geistigen anzuziehen, der da ist der Herr Jesus Christus, so wie der göttliche Paulus sagte: "Meine Kinder, abermals leide ich Geburtswehen um euch, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat. (Gal 4,19), und "Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christum angezogen" (Gal 3,27)"
Quelle: Kleine Philokalie, S. 85f.

Montag, 20. August 2012

Luxuriös, papsttreu, einfach böse eben

Heute las ich in der FIZ (Freie Intelligente Zeitung) über den Fürstbischof von Limburg Tebartz-van Elst: Der wegen seiner größenwahnsinnigen Bauprojekte und seiner Intoleranz schon unbeliebte Hirte hat sich den nächsten Schnitzer geleistet, als er in einem Privatjet nach Indien flog, um dort Kindern in sozialen Projekten huldvoll aus seiner klimatisierten Goldkutsche zuzuwinken. Mit dabei waren neben dem Generalvikar des Bistums der 1. bischöfliche Sekretär, der 2. bischöfliche Sekretär, der Sonderbeauftragte des Bischofs zur Hebung von Reliquien, der Fahrer des Bischofs, der Kutscher des Bischofs, der Wagentüraufhalter, der Haustüraufhalter, der Saaltüraufhalter, der Kammerlakai, der Kammerjunker, die beiden Köche, der Speisevorkoster, der Schleppenträger und der Leibpfauenwedelfechler. Außerdem eine unbekannte Zahl von weiteren Hofschrantzen. Während des Fluges löfelte der Bischof Belugakaviar aus Silberschalen, spielte Poker mit seinem Hofkreis und verpaffte Kubanische Zigarren, deren Kauf er durch die Streichung des Projektes zur Rettung von Abtreibungsbefürwortern vor fanatischen Christen finanziert hatte.

Nachdem ich weitere Blätter konsultiert hatte, die mit großer Zurückhaltung und Liebe zu Details und Neutralität berichteten - z.B. der Spiegel und die NNP - hat sich die Sache doch etwas anders dargestellt:

Zusammen mit seinem Generalvikar flog Bischof Tebartz-van Elst nach Indien, um dort verschiedene soziale Projekte zu besuchen. Mit Indien ist das Bistum und besonders der Bischof eng verbunden, z.B. durch die indischen Schwestern, die den bischöflichen Haushalt führen. Um Geld zu sparen wurde das Programm sehr gestrafft. Daher beschlossen die beiden Kirchenmänner - beide über 50, der Generalvikar bereits jenseits des normalen Renteneintrittsalters - sich während des neunstündige Fluges auszuruhen. Um auch Schlafen zu können und da daruch niemandem Kosten entstanden, nutzten sie die Bonusmeilen des Generalvikars und buchten sich in die First Class hoch, wo die Chancen auf einen ruhigen Flug konfortmäßig deutlich besser sind.

Über diesen Umstand nun gibt es große Aufregung, sieht man darin doch erneut den bischöflichen Hang zum Luxus und dem Verprassen des Kirchenvermögens bestätigt.
Zwar war das Kirchenvermögen vom Upgrade gar nicht betroffen, zwar hat sich der Bischof streng an die Richtlinien der deutschen Bischofskonferenz für solche Flüge gehalten, zwar ist der Job der beiden Herren per se schon stressig, zwar ist Indien im Hochsommer klimatisch belastend, zwar kommt noch ein Jetlag hinzu, zwar hat man schon auf Kosten der beiden versucht Geld zu sparen, aber das muss ja niemanden kümmern.
Der Bischof trägt ne Mitra, während seine Pfarrreferentinnen das nicht dürfen. Er ist romtreu, während der gute Katholik eine deutsche National/Sonderkirche anstrebt. Er lässt weiter an einem Gebäude bauen, das er nicht initiiert hat und bei dem ein Großteil der Kosten für Denkmalschutzauflagen draufgeht, obwohl er doch weiterhin in einem Tagungsgebäude j.w.d. wohnen könnte.

Kurz gesagt: Er ist einfach böse.
Und deswegen soll er gefälligst im Frachtlaum eines Militärjets fliegen, das Gehalt einer Pfarrreferentin kriegen, in einer Kartäuserzelle wohnen und bei der Messe eine Sackalbe und eine Regenbogenstola tragen. Dann und wenn er Homosexuelle traut, wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion reicht und Hans Küng den Fuss küsst, nur dann ist das Kirchenvolk, das die Kirche ist, vielleicht bereit, ihn zu akzeptieren.

Ach ja. Noch ein Annekdote: Neulich stand ich vor dem neuen Bischofssitz. Da kam eine Dame vorbei und erklärte, wegen sowas (sie fand die Kapelle nicht schön) treten Leute aus der Kirche aus. Dazu ich: Wer deswegen aus der Kirche austritt, ist schon vor langer Zeit innerlich ausgetreten.

Mantel und Schwert

"Abbas Joseph berichtete über den Altvater Poimen: "Er sagte: das ist das Wort, das im Evangelium geschrieben steht: Wer einen Mantel hat, der verkaufe ihn und kaufe sich ein Schwert (Lk 22,36). Das heißt: Wer Ruhe hat, der gebe sie auf, und er gehe den steilen Weg."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 686.

Samstag, 18. August 2012

Robusta-Sondernewsticker

Klosterneuburg/Frankfurt jenseits des Tibers: Heute hat der H.H. Alipius die Ergebnisse der Robusta-Wahl bekannt gegeben. Mit großer Freude stellt die Redaktion fest, dass zahlreiche hochgeschätzte Bloggerkollegen verdientermaßen Medaillen erhalten haben. Mit Freude hat die Redaktion des weiteren zur Kenntnis genommen, dass Demut Jetzt! keinen Preis erhalten hat. Zitat des Chefredakteurs: Das fördert unserer Demut, nachdem wir aus der Schmollecke wieder raus sind. Zugleich motiviert es uns, unsere Bemühungen zu steigern, noch besser zu bloggen. Wir gratulieren allen Mitbloggern und danken unseren Lesern dafür, uns gewählt und dem Herrn Alipius, die Wahl ausgerichtet zu haben.

Irgendwo an der Donau: Die Verkündigung der Gewinner des Robusta-Awards war zugleich der Startschuss für den Abmarsch der Kampfgruppe Anti-Robusta. Vor dem Tempel der Hl. Märtyrerinnen der Gendergerechtigkeit wurde die Abschlussversammlung abgehalten. Nachdem die Mutter-Schöpferin angerufen wurde, segnete man die Hasch-Kekse und den Sonnenblumenschnaps auf dem Tisch der Tocher-Göttin und verteilte sie dann an die Teilnehmerinnen. Anschließend skaniderten (nach den Angaben des Veranstalters) die Kämpferinnen Ma-Ma-Mayr-Lumetzberger, Papa-Ratzi-in-den-Knast und Göttin-Göttin-Wir-sind-Du. Nachdem die "Wurfgeschosse der Mitmenschlichkeit" eingeladen und und die Kanonen des Kampfschiffs Regenbogengemeinde geladen waren, schiffte sich die Kampfgruppe gen Klosterneuburg ein.

Irgendwo in einem Kloster: Unter dem donnernenden Gesang des Te-Deums endet der Bittgottesdienst für die Teilnehmer der Pro-Robusta-Demonstration im Kloster Maria Gottesgebärerin. Die Predigt hielt Abt Makarius über die Ecclesia militans. Die Messe wurde, wie im Kloster üblich, auf Latein versus orientem am barocken Hochaltar zelebriert. Die 800 Teilnehmer zeigten sich tief bewegt und bereit, Papst und Kirche in Klosterneuburg zu verteidigen.

Geschichte wiederholt sich doch

1901 hielt der Reichstagsabgeordnete Karl Trimborn auf dem Katholikentag in Osnabrück eine Rede über die Lage der Kirche. Hier ein Satz der zeigt, dass unsere heutige Situation nicht neu ist:
"Ein neuer Kulturkampf – es ist schmerzlich zu sagen – scheint im Anzug. Es handelt sich nicht um einen neuen amtlichen Kulturkampf, es drohen keine neue Maigesetze. Es droht uns in Deutschland eine Agitation nach Art der [österreichisch-alldeutschen] „Los-von-Rom“-Bewegung. Eine gewaltthätige Propaganda scheint zum Sturm auszuholen.“

Freitag, 17. August 2012

Endspurt

Langsam beginnt das große Zittern.

Die Robusta-Abstimmung geht ihrem Ende zu und die ganze Blogoezese hält den Atem an. Wer wird die begehrten Goldmedaillen nach Hause tragen und wer wird auf dem (un-)dankbaren vierten Platz landen.

Auch in unserer Redaktion schleicht sich Nervösität ein. Zwar sind wir bei zwei Kategorien weit abgeschlagen - durchaus begründet bei den tollen Mitbloggern - könnten es bei Papsttreu aber mit Ach-und-Krach auf Bronze schaffen.

Nun will ich hier ja niemanden auffordern, die anderen nicht zu wählen. Aber ich wäre auch nicht traurig drum, wenn Demut Jetzt eine kleine Bronze gewinnen würde. Auf dem Side-Board ist auf jeden Fall noch genug Platz frei.

Also: Jeder, der doch nicht abgestimmt hat, kann es heute bis 18-20:00 Uhr noch schnell tun.

Zur Abstimmung geht's hier.

Prälatenquiz

Wer ist dieser Feldkaplan?


Damit es etwas leichter ist hier ein Photo ohne Mütze


Donnerstag, 16. August 2012

Robusta-Sondernewsticker

Frankfurt jenseits des Tibers: Nach einer Studie des Instituts für angewandte Demut (IaD) steigt seit zwei Wochen die Zahl Katholischer Blogger, die stressbedingt eine Sauerstoffflasche brauchen  kontinuierlich an. Die Studienleiter führen dies neben dem Robusta-Award auf die zunehmende Dreistigkeit antikatholischer Medien zurück.

Irgendwo an der Donau: Nachdem der Versuch, die katholische Blogoezese durch einen massiven Angriff auf ihre Server in Panik zu versetzen, gescheitert ist, setzt die Kampfgruppe Anti-Robusta ihre ganze Hoffnung auf die Einsatzkräfte während der Robusta-Verleihung. Die Antwort-Abteilungen (AA) üben momentan noch die letzetn Formationen und werden hocheffizient in Klosterneuburg zum Einsatz kommen. Hierfür habe man eine originalgetreue Nachbildung von Klosterneuburg im Maßstab 1 zu 1 angefertigt. Erfreut zeigte sich die Kampfgruppenführung auch über die große Beteiligung, die die Anti-Robusta-Operation zu einer der bedeutendsten Demonstrationen gegen klerikale Willkürherrschaft und Prunksucht im deutschsprachigen Raum machen werde. Ingesamt könne man 15 Hundertschaften zu je 3 Personen auf die Straße bringen.

Leipzig: Der Verband der Seidenhändler Deutschlands erklärte, es sei in den letzten Wochen ein steigender Bedarf an violetter und roter Seide festzustellen. Man führe das auf die anstehende Robusta-Verleihung zurück, für die sich das deutsche und österreichische Episkopat neue Prunkgewänder anschaffe.

Rom: Römische Adlige haben für den ausgehnden April einen Sonderzug nach Wien gechartert mit zwei Viehwagongs für die Pferde. Der Vorsitzende der Gruppe, Marchese Antonio di Calperni erklärte, der römische Adel wolle eingedenk des erwartenten Aufmarsch anti-päpstlicher Kräfte bei der Robusta-Verleihung seinen Beitrag zu Sicherung der Veranstaltung leisten. Zu diesem Zweck habe man das Kavallerie-Eskadron Pio XII. gegründet, das die Umgegend des roten Teppichs bei der Verleihung sichern und zum repräsentativen Rahmen beitragen werden. Eine ähnliche Formation habe sich auch aus Wien selbst angekündigt. 

Für das Gebet soll man von Zerstreuung frei sein

Aus den Geistlichen Belehrungen des Barsanuphius und seines Schülers Johannes:
"Für das rechte Gebet empfielt es sich sehr, von Zerstreuungen frei zu sein; und du wirst erfahren, daß dein Geist vom Herrn erleuchtet und mit Freude erfüllt wird. Der vollkommene Beter ist der Welt gestorben und ihrer Lust. Wer um Gottes willen gewissenhaft seine Pflicht erfüllt, der hat keine Zerstreuung zu befürchten; denn er ist des göttlichen Beistandes würdig."
Quelle: Kleine Philokalie, S. 163

Mittwoch, 15. August 2012

Grazie, Papa Pacelli!


Ein Mensch, dessen Namen ich vergessen habe, hat einmal über Papst Pius XII. sinngemäß folgendes gesagt: Er könne nicht heilig sein, denn er habe ein unnötiges Dogma erlassen.

Ich hingegen sage: Pius XII. ist heilig und hat ein sehr notwendiges Dogma erlassen.

Nun will ich mich nicht zum ersten Punkt äußern. Darüber hat die Kirche zu befinden und ich will ihr da nicht reinreden.

Sehr wohl aber will ich hier nachdrücklich die Meinung vertreten, dass das Dogma der Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel notwendig war. Ja es ist vielleicht eine der genialsten Dogmen überhaupt. Nicht aufgrund dessen, was es sagt, sondern aufgrund dessen, was es nicht sagt und wann es gesagt worden ist.

Maria ist eine Reizfigur. Das müssen wir mal so klar sagen. Sie reizt die Protestanten, weil diese die katholische Verehrung der Gottesmutter als Vergötzung sehen, obwohl noch Martin Luther Maria die allerhöchste Verehrung entgegenbrachte. Zugleich ist sie auch Reizfigur nach innen zwischen denen, die Maria ganz besonders viele Attribute und Ehren zuschreiben und jenen, die um der christozentrischen Dimension des Heilsgeschehens und besonders der einzigartigen Stellung Jesu Christi Maria zwar hoch verehren, aber doch gewisse Blüten ablehnen. Darunter ist z.B. der Titel Mariens als Miterlöserin, der von der Glaubenskongregation abgelehnt wird. Dieser Gedanke ist durchaus nicht neu und ist schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu finden, also zur Zeit des Pacelli-Papstes. Manche sagen, der große marianische Papst Pius XII. hätte auch noch diese oder anderer Formeln wie Maria als Mutter der Kirche dogmatisieren müssen/sollen. Aber Pius XII. war vorsichtig. Was ihm einige aus verschiedenen Gründen vorwerfen. Hier jedoch hat er wie so oft richtig gehandelt. Er erkannte, dass das Dogma nicht die Aufgabe hat, Neues zu definieren, sondern Altes festzuhalten. So hat er eine der ältesten marianischen Überzeugungen der Kirche und nur diese endgültig festgeschrieben, ohne sich dabei vorwerfen lassen zu müssen, zu übertreiben und das Wesen Christi zu verdunkeln. Er legt damit ein Dogma im Stil der alten Kirche fest: Kurz, präzise, wohl begründet, ausgeglichen. Es ist ein Musterdogma, eine Musterschrift, die sagt, was gesagt werden muss, aber nicht mehr und die daher über sich selbst hinausweist auf das, was Lehramt ist: Schutz der Wahrheit; Bewahrung dessen, was es empfangen hat.

Pius XII. wird in Rom mit dem den Römern eigenen Humor gerne als der letzte Papst bezeichnet. Das stimmt insoweit, als er der letzte Papst jener Epoche des entwickelten ultramontan geprägten Milieukatholizismus war, die von modernen Theologen gerne als Pianismus bezeichnet wird. Der Katholizismus entwickelte sich in dieser Zeit zu einer eigenen und wirkmächtigen Größe mit einer starken Ausrichtung auf die römische Zentrale, was mit einer Stärkung des Papsttums einherging. War dies besonders in Deutschland zu spüren, so ist dieses Phänomen, in anderem Gewand, auch in zahlreichen anderen Ländern zu beobachten. Pius XII. war nun der letzte Papst, der noch in der Lage war, über ein solches Katholisches Milieu zu regieren. Johannes XXIII. fehlte, bei all seinen Qualitäten, dazu sowohl die monarchische Persönlichkeit als auch die zeitspezifischen Rahmenbedingungen. Pius XII. hatte der Kirche noch in der Umbruchphase des späten Modernismus ihre alten Werte, Strukturen und Hierarchien bewahren können, zugleich aber, was heute oft nicht mehr wahrgenommen wird, Schritte in eine neue Zukunft begonnen. Er war in diesem Zusammenhang besonders Brückenbauer, ein Brückenbauer, auf dessen Werk seine Nachfolger und auch das Vatikanum II aufbauen konnte.

Zu diesen zukunftsweisenden Akten des Papstes gehört das Dogma der Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Als Historiker schreckt man immer etwas vor "Was-wäre-wenn"-Thesen zurück. Doch hat aus meiner Sicht Pius XII. einen erheblichen Anteil daran, dass die Überzeugung der Himmelfahrt Mariens, die seit wenigstens 1400 Jahren geglaubt wird, in der Kirche der Postmoderne bestand hat. Er hat das Dogma zu einem Zeitpunkt verkündet, da es nach objektivem Maßstab nicht notwendig gewesen wäre, da fast alle daran glaubten. Aber wie viele Katholiken würden heute, da die Marienverehrung in vielen Teilen der Bevölkerung eingeschlafen ist, noch an diese Wahrheit glauben. Ein Dogma übersieht man nicht so leicht. Und auch wenn manche das Dogma Dogma sein lassen nach dem Motto "Schön, aber so genau muss ich das ja nicht glauben", so bedarf das doch eines gewissen Willensaktes. Zugleich werden heute zahlreiche Katholiken, die nicht mit einer entwickelten marianischen Frömmigkeit aufgewachsen sind, der Bedeutung Mariens durch dieses Dogma vollendent versichert. Zum Zeitpunkt seiner Verkündigung also war dieses Dogma vielleicht nicht nötig, heute hingegen haben wir es sehr nötig.

Daher: Grazie, Papa Pacelli!

Verkündigung des Dogmas der Aufnahme Mariens in den Himmel

Drei Videos mit ähnlichem Bildmaterial, aber in unterschiedlicher Länge und Qualität.




Dienstag, 14. August 2012

Dogma der leiblischen Aufnahme Mariens in den Himmel

Aus aktuellem Anlass hier die Apostolische Konstitution Munificentissimus Deus:
"Alle diese Beweise und Überlegungen der Heiligen Väter und Theologen stützen sich auf die Heilige Schrift als letzte Grundlage; diese stellt uns nämlich die gütige Mutter Gottes gleichsam vor Augen als mit ihrem göttlichen Sohne innigst verbunden und sein Los immer teilend. Deswegen scheint es beinahe unmöglich, sie, die Christus empfing, gebar, mit ihrer Milch nährte und ihn in ihrem Armen hielt und an ihre Brust drückte, von demselben nach ihrem irdischen Leben, wenn nicht der Seele, so doch dem Leibe nach getrennt zu sein.  
Da unser Erlöser der Sohn Mariens ist, konnte er in der Tat, als vollkommenster Beobachter des göttlichen Gesetzes, außer dem Ewigen Vater auch seine geliebteste Mutter keinesfalls nicht ehren. Da er sie nun aber mit so großer Ehre auszeichnen konnte, sie vor der Verwesung des Grabes unversehrt zu bewahren, muß man glauben, daß er dies wirklich tat.
Am meisten Aber ist daran zu erinnern, daß vom 2. Jahrhundert an die Jungfrau Maria von den Heiligen Vätern als neue Eva vorgestellt wird, die dem neuen Adam - wenn auch untergeordnet - aufs engste verbunden ist in jenem Kampfe wieder den Feind aus der Hölle, der, wie im Protoevangelium vorausgesagt wird, zum völligen Sieg über die Sünde und über den Tod führen sollte, die in den Schriften des Völkerapostels immer miteinander verknüpft werden.
Wie deshalb die glorreiche Auferstehung Christi ein wesentlicher Teil und die letzte Trophäe des Sieges war, so mußte der gemeinsame Kampf der Seligen Jungfrau mit ihrem Sohne mit der "Verherrlichung" des jungfräulichen Leibes abgeschlossen werden; denn, so sagt derselbe Apostel, "wenn ... dieses Sterbliche Unsterblichkeit angezogen hat, dann wird sich das erfüllen, das geschrieben steht: verschlungen ist der Tod im Sieg"
Deshalb hat die erhabene Mutter Gottes, mit Jesus Chrsitus von aller Ewigkeit her "durch ein und denselber Ratschluß" der Vorherbestimmung auf geheimnisvolle Weise verbunden, unbefleckt in ihrer Empfängnis, in ihrer göttlichen Mutterschaft völlig unversehrte Jungfrau, die edle Gefährtin des göttlichen Erlösers, der den völligen Triumph über die Sünde und ihre Folgen davon getragen hat, schließlich als höchste Krone ihrer Vorrechte erlangt, daß sie von der Verwesung des Grabes unversehrt bewahrt wurde und daß sie, wie schon ihr Sohn, nach dem völligen Sieg über den Tod mit Leib und Seele zur erhabenen Herrliichkeit des Himmels emporgehoben wurden, wo sie zur Rechten eben dieses ihres Sohnes, des unsterblichen Königs der Zeiten als Königin erstrahlen sollte. ...
Zur Ehre des Allmächtigen Gottes, welcher der Jungfrau Maria sein besonderes Wohlwollen schenkte, zu Ehren seines Sohnes, des unsterblichen Königs der Zeiten und Siegers über Sünde und Tod, zur Vermehrung der Herrlichkeit seiner erhabenen Mutter uznd zur Freude und Begeisterung der ganzen Kirche, Kraft der Auorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und Unserer [eigenen] verkünden, erklären und definieren Wir deshalb ...: Es ist von Gott geoffenbarte Glaubenslehre, daß die Unbefleckte Gottesgebärerin und immerwährende Jungfrau Maria nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmliche Herrlichkeit aufgenommen wurde. 
Sollte daher, was Gott verhüte, einer wagen, das entweder zu leugnen oder absichtlich in Zweifel zu ziehen, was von Uns definiert wurde, so soll er wissen, daß er vom göttlichen und katholischen Glauben völlig abgefallen ist."  
Quelle: Denzinger-Hünermann, 3900-3904.

Gebet zur Mutter vom guten Rat

Das Gebet ist eigentlich für eine Novene gedacht. Da es aber immer das gleiche Gebet für alle Tage der Novene ist, finde ich, kann man es auch als Einzelgebet benutzen:
Alles möcht ich dir erzählen,
alle Sorgen, die mich quälen,
alle Zweifel, alle Fragen,
möcht ich Mutter, zu dir tragen.
Wege, die ich selbst nicht kenne,
liebe Namen, die ich nenne,
Schuld, die ich mir aufgeladen,
andern zugefügten Schaden.
Ärgernis, so ich gegeben,
all mein Wollen, all mein Streben,
mein Beraten, mein Verwalten,
mein Vergessen, mein Behalten.
Mein Begehren, mein Verzichten,
und mein Schweigen und mein Richten,
alle kleinen Kleinigkeiten,
die so oft mir Müh` bereiten.
Jedes Lassen, jede Tat,
Mutter, dir, vom guten Rat,
leg`ich alles in die Hände,
du führst es zum rechten Ende !
O Maria, Mutter vom guten Rat, du Ausspenderin aller Gnaden, du Zuflucht aller Armen! Dein Rat kann das Schlimmste zum Guten wenden und deine erbarmende Liebe stößt keinen Sünder zurück. Blicke auf unsere Ratlosigkeit und erbitte uns in Fülle die Gabe des Rates vom göttlichen Tröstergeist. Hab Mitleid mit unserer Hilflosigkeit und wende alles zum Besten. Denn du, o Mutter vom guten Rat, hast noch keinen ohne Hilfe gelassen, der voll Vertrauen zu dir gerufen hat.Gegrüßet seist du, Maria... Jesus: Maria, Mutter vom guten Rat, erteile uns in allem deinen Rat. Heilige Maria...
Gegrüßet seist du, Maria... Jesus:
Maria, Mutter vom guten Rat, zu jedem Werk, zu jeder Tat, gib uns deinen Rat.
Heilige Maria...
Gegrüßet seist du, Maria... Jesus:
Maria, Mutter vom guten Rat, in Krankheit, Angst und Not, gib uns deinen Trost und Rat. Heilige Maria...

Montag, 13. August 2012

Gott, der Liebling der Athleten

Wer in den letzten zwei Wochen die Olympischen Spiele verfolgt hat, dem wir aufgefallen sein, dass manche Sportler hin und wieder religiöse Gesten vollzogen oder sich in Interviews religiös geäußert haben. So pflegt sich der Spitzenläuger Usain Bolt vor dem Start zu bekreuzigen, Olympiasiegerin Sanya Richards sprach Gott einen erheblichen Anteil an ihrem Sieg zu und Allyson Felix betrachtet ihr Laufen als Lobpreis Gottes. Einige Teilnehmer betrachten sogar Gott als ihren Coach, der ihnen beim Trainingsplan hilft. Wie wir uns das vorzustellen haben, bleibt dahingestellt, grundsätzlich aber zeigt all das, wie sehr gerade die gläubigen sportliche Hochleistungsträger ihre Erfolge mit Gott verbinden.

Das passt atheistischen Intensivcouchern, die ihr Tippen auf der Tastatur schon als olympiamedaillenreife Höchstleistung betrachten natürlich gar nicht. So z.B. dem Autor dieses tollen (Ursprungswort wegen möglichem beleidigendem Charakter ersetzt) Posts.

Mein Lieblingsteil dieses Textes ist dieser:
"Dass sie dabei den kindlichen Glauben demonstrieren, Gott begleite und beschütze sie während des Trainings und bei den Wettkämpfen – ja, er trage sie ins Ziel und zum Sieg – entlarvt ihr beschränktes Bewusstsein. Als hätte Gott nichts Besseres zu tun, als Olympiasieger zu küren. Die gläubigen Sportler würden ihren Gott besser bitten, seine Kraft darauf zu verwenden, hungernde Kinder zu ernähren. Die Spitzenathleten zeigen damit, dass strenggläubige Menschen oft sehr egozentrisch sind und den Anspruch haben, Gott müsse ihnen für noch so nichtige Dinge zur Verfügung stehen."
Ich weiss einfach nicht, worüber ich mich am meisten aufregen soll:
Das Menschen, die mit kindlichem Glauben als beschränkt gelten?
Das jeder, der Gott nicht ausschließlich darum bittet, hungernden Kindern in Afrika zu helfen, deren Sterben zum eigenen Vorteil praktisch billigt?
Oder das die natürliche Hoffnung eines Sportlers, Olympiasieger zu werden, diesen zu einem egozentrischen Schwein macht?

Hm, ich glaub ich nehm das erste. Das hat so einen schönen biblischen Bezug.
Ich will mich daher nur diesem Punkt widmen, zumal Alipius ja bereits einen Rundumschlag durchgeführt hat auf den Josef Bordat gewohnt brilliant antwortete.

Kindlich ist für diesen Menschen, der sich selbst offensichtlich für sehr erwachsen hält, negativ konnotiert. Kindlich heisst bei ihm, wenn man sich von Gott getragen fühlt, sich von ihm begleitet weiss und seinen Erfolg nicht (nur) den eigenen Leistungen, sondern auch Gott zuschreibt. Ein solches Denken ist für einen aufgeklärten Menschen natürlich unzumutbar. Denn meine Leistungen gehören ja mir allein, ich bin allein ihr Urheber und kann mir allein die Meriten an den Hut stecken. Natürlich sind für mein Ungemach immer die anderen verantwortlich. Wenn man, was vermutet werden darf, so wenig Meriten wie der Autor hat, dann ist das auch eine verständliche Haltung. Man will ja das bisschen nicht auch noch mit jemandem teilen.
Wenn man hingegen wirklich richtig was leistet, worauf man sein ganzes Leben ausrichtet, wie es ja olympische Leistungssportler tun, dann scheint man oft einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Gerade solche Menschen, die allen Grund hätten auf sich selbst stolz wie bolle zu sein und sich selbst in den Himmel zu loben, scheinen doch in der Lage zu sein, ihre eigene Bedürftigkeit, ihre Abhängigkeit von einem größeren zu erkennen.

Der Herr hat uns gemahnt, wir sollen werden wie die Kinder. Das heisst, wir sollen einen kindlichen Glauben haben. Kindlich glauben, das bedeutet, sich von Gott als dem Vater getragen und unterstützt wissen. Ja, es stimmt. Dieser Gedanke ist auf den ersten Blick beschränkt. Große Philosophen werden ihn sicherlich zerpflücken und darlegen, dass es nicht im Wesen vom Gott liegt, sich mit Dingen wie Sport zu beschäftigen, denn es ist zu erhaben. Kleingeister (s. den Autor des o.g. Blogs) werden sagen, Gott dürfe sich nur um die wichtigen Sachen kümmern, also afrikanische Kinder und atheistische Blogschreiber.

Aber ich für meinen Teil gelte lieber vor solchen Leuten als beschränkt als dass ich meinen kindlichen Glauben aufgebe.

Mit besten Wünschen an alle kleingeistigen Blogschreiber

ein beschränkter Katholik

Marien-Mosaiken

Diese Woche am Mittwoch feiern wir das Fest Mariä Himmelfahrt. Als kleinen Auftakt gibts daher eine Runde Marienbilder, diesmal als Mosaik-Motiv. Die Bilder sind ziemlich groß, passen aber nur in dieser kleinen Größe auf die Leiste. Ich empfehle sie daher aufzuklicken.










Sonntag, 12. August 2012

Mantilla in Weiss

Marie von dem Pimpfen zeigt ihren guten Geschmack durch ein eigenes Mantilla-Label. Da kann ich natürlich nicht länger Abseits stehen und lege zwei Bilder mit der spanischen Königin in Weiss nach.


Pius XII. Mensch und Monarch

Als Fan Pius XII. muss man ja mit der Meinung kämpfen, dieser Papst sei ganz schrecklich steif, byzantinisch und fern der Menschen gewesen, während erst unter seinem Nachfolger so etwas wie Lebensfreude in den Vatikan eingezogen sei. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Dramatischer wird eine solche Haltung noch dadurch, indem man mit heutigen Maßstäben misst, nicht mit denen der 30er bis 50er Jahre und den Papst bestenfalls als freundlichen Hirten, nicht als Oberhaupt der Kirche und Monarch eines Staates sieht. So muss ein Papst damals wie heute beides in sich vereinen: Nähe und Offenheit den Menschen gegenüber und zugleich Majestät und Abstand. Das Pius XII. beides konnte, ja darin vielleicht sogar in der modernen Geschichte unübertroffen ist, zeigt dieses Video:

Samstag, 11. August 2012

Robusta-Sondernewsticker

Limburg: Das Bistum Limburg beteiligt sich an den Pro-Robusta-Aktionen für den Robusta-Award. Demnach will man 25 Weihrauchfässer und 5 Kilo Weihrauch spenden, um eventuell aggresive Protestler mit einer Nebelwand aufzuhalten. Die Wirksamkeit der Aktion werde auch dadurch unterstützt, dass den Anti-Robusta-Aktivisten die Erfahrung mit Weihrauch fehle, da sie sich für ihre Kirchenbesuche mit verschiedenen Gräsern eindeckten. Anders zumindest könne man sich die komischen Gottesdienste nicht erklären, die mitunter von diesen Gruppen abgehalten werden.

Irgendwo auf der Donau: Die Anti-Robusta-Kampfgruppe wird ihr Repertoire an Sperrfeuer technisch ergänzen, um den Kernbereich des Awards die Wahlen, zu treffen. Pressesprecherin Dr. Erdfrau-Witzelstein erklärte, man habe mit der Gruppe Anonyma Kontakt aufgenommen und diese habe sich bereit erklärt, die Online-Abstimmung zu hacken. Bei Erfolg der Aktion solle die ganze katholische Blogoezese auf diese Weise lahm gelegt werden, um die Verbreitung steinzeitlichen Gedankengutes auf modernen Wegen zu verhindern.

Irgendwo in einem Kloster: Die Mitbegründerin der Aktion Pro-Robusta Schwester Maria Clementia Sturmhauberta erklärte, man habe mit Angriffen über das Internet bereits gerechnet. Zu diesem Zweck sei ein großer Pool eingerichtet worden, an dem freiwillige Computerspezialisten sich bereit hielten, Attacken abzuwehren.

Klosterneuburg: Die Organsiatoren des Robusta-Awards zeigten sich trotz aller Unkenrufe aus dem WisiKi-Lager optimistisch, dass die Beteiligung in diesem Jahr die Wählerzahl der letzten Preisverleihung bei weitem übertreffen werde. Der Boykott der Kampfgruppe Anti-Robusta scheine sich nicht wesentlich auszuwirken. Auf die Frage, ob man als Gegenmaßnahme zu der Abwerbeaktion der Gegner einen eigenen Aktkalender herausgeben wolle konnte eine Antwort nicht mehr ermittelt werden, da die Award-Namensgeberin sich laut nach asiatischen Kampfsportinstrumenten umsah und der Redakteur dem Ruf zur Vesper folgte.

Die Redaktion: Da unser News-Mitarbeiter schon den Robusta-Sondernewsticker betreut fällt dieses Wochenende der samstägliche Newsticker aus.

Freitag, 10. August 2012

Von der Gewissenserforschung

Konstantin hat vor geraumer Zeit einen interessanten Beitrag über die Beichte geschrieben. Und heute habe ich das Kapitel 60 Von der Gewissenserforschung im Geistlichen Kampf gelesen. Deswegen gibt's heute Abend nach langer Abstinenz mal wieder etwas Scupoli:
"Bei der Gewissenserforschung mußt du dreierlei erwägen: Die Sünden des Tages, ihre Ursachen und die Gesinnung und Bereitwilligkeit, mit der du sie zu bekämpfen und die entgegengesetzten Tugend zu erwerben vorhast. Bezüglich der Sünden halte dich an das in Kapitel 26 ("Wenn wir verwundet wurden") Gesagte. Ihre Ursache bemühe dich zu bekämpfen und auszurotten. Um dies auszuführen und die betreffende Tugend zu erlangen, mußt du deinen Willen mit Mißtrauen wider dich selbst, mit Vertrauen auf Gott, sowie durch Gebet, viele Tugendakte wider den Fehler und Sehnsucht nach der entgegengesetzten Tugend festigen. Die Siege, die du bereits errugen, und die guten Werke, die du schon vollbracht hast, sollen dir immer verdächtig erscheinen. Wegen der fast unvermeindlichen Gefahr, daß sich insgeheim törichte Eitelkeit und Hochmut einschleichen, rate ich dir zudem, nicht viel an diese zu denken. Stelle sie darum alle - welcher Art sie auch sein mögen - der Barmherzigkeit Gottes anheim und richte dein ganzes Sinnen auf das Höhere, das dir noch auszuführen übrigbleibt. Was sodann die Danksagung für die Gaben und Gnaden betrifft, die dir der Herr an diesem Tage zuteil werden ließ, erkenne ihn als den Geber alles Guten an und danke ihm, daß er dich von so vielen sichtbaren, aber noch zahlreicheren unsichtbaren Feinden errettet, die guten Gedanken eingegeben, Gelegenheit zur Tugendübung geboten und so manche dir unbekannte Wohltat erwiesen hat."
Quelle: Lorenzo Scupoli: Der Geistliche Kampf, Kapitel 60, S. 242f.

Prälatenquiz

Wer ist dieser Prälat?

Donnerstag, 9. August 2012

Worin die Demut besteht

Hl. Gregorius:
"Die wahre Demut besteht darin, daß man sich selbst gering schätze, und daß man an Andern ohne Neid und Eifersucht liebe, was gut ist."

Benedikt XVI. über das Gebet


Aus der Generalaudienz vom 09.04.2008:
"Im gesamten zweiten Buch der Dialoge erläutert Gregor, wie das Leben des hl. Benedikt in eine Atmosphäre des Gebets eingesenkt war, das tragende Fundament seines Daseins. Ohne Gebet gibt es keine Gotteserfahrung. Die Spiritualität Benedikts war aber keine Innerlichkeit außerhalb der Wirklichkeit. In der Unruhe und Verwirrung seiner Zeit lebte er unter dem Blick Gottes und verlor gerade so nie die Pflichten des täglichen Lebens und den Menschen mit seinen konkreten Bedürfnissen aus den Augen. Indem er Gott sah, verstand er die Wirklichkeit des Menschen und seine Sendung. In seiner »Regel« bezeichnet er das monastische Leben als »eine Schule für den Dienst des Herrn« (Prol. 45) und verlangt von seinen Mönchen, daß »dem Gottesdienst [d. h. dem Officium Divinum bzw. dem Stundengebet] nichts vorgezogen werden soll« (43,3). Er hebt jedoch hervor, daß das Gebet in erster Linie ein Akt des Hörens ist (Prol. 9–11), der dann in konkretes Handeln umgesetzt werden muß. »Nach all diesen Worten erwartet der Herr, daß wir jeden Tag auf seine göttlichen Mahnungen mit unserem Tun antworten«, sagt er (Prol. 35). So wird das Leben des Mönchs zu einer fruchtbaren Symbiose zwischen Aktion und Kontemplation, »damit in allem Gott verherrlicht werde« (57,9)."
Aus der Generalaudienz vom 01.08.2012:
"In seinen Schriften erinnert uns der Heilige daran, vor allem eine lebendige Beziehung zu Gott zu verwirklichen. Er hat ein kleines, schönes Buch über das Gebet geschrieben, in dem er uns sagt: Der Mensch braucht die Beziehung zu Gott. Und wie soll er sie haben, wenn nicht anders als dadurch, daß er mit ihm spricht. Das tägliche Gebet und die Teilnahme an den Sakramenten lassen dann die Nähe und Gegenwart Gottes in uns wachsen, die uns hilft, den wahren Lebensweg zu finden. Es gibt ein Wort des heiligen Alfons, das sehr elementar ist: »Wer betet, wird sicher gerettet, wer nicht betet, geht sicher verloren«. Der Heilige Geist helfe uns, daß wir Lust am Beten finden, gerade in den Ferien, und so die innere Beziehung zu Gott herstellen und unser Leben weiter, reicher und größer wird."
Aus der Generalaudienz vom 08.08.2012:
"Der heilige Dominikus, dessen Gedenktag wir heute feiern, war ein Mann des Gebets. Es heißt von ihm, daß er, wenn er redete, entweder mit Gott oder von Gott redete und daß für ihn Betrachtung und Apostolat ganz ineinander gingen. Die Formen des Betens, die von ihm überliefert werden, zeigen, wie wichtig dabei auch die körperliche Haltung ist: sitzen, stehen, knien, auf den Herrn hinschauen, sich sammeln. Der Leib muß mitbeten, und es braucht eine Umgebung der Stille für eine rechte Sammlung. Die Beziehung zu Gott im Gebet stärkt unseren Glauben und gibt uns auch Kraft, den Herausforderungen des Alltags standzuhalten. Mühen wir uns deshalb jeden Tag um Zeiten des Gebets."
Quelle: hier

Mittwoch, 8. August 2012

Robusta-Sondernewsticker

Irgendwo in einem Kloster: Gegen die Aktivitäten der Kampfgruppe Anti-Robusta wenden sich nicht nur die robustaphilen Pimpfe, sondern auch andere Ordensleute, Priester und Laien organisieren sich zur Unterstützung des Awards. So gründete sich am Dienstag die Gruppe "Pro-Robusta". Mitbegründerin Schwester Maria Clementia, genannt Sturmhauberta, hierzu: Wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, den sicheren Ablauf der Wahlen und der Preisverleihung mit Gottes Hilfe sicherzustellen. So haben wir zwei Agenten in das Anti-Robusta-Camp eingeschläust. Außerdem bereiten wir einen XXL-Rosenkranz vor, um eine Sperre für Randalierer aufzubauen. Und für alle Fälle hat eine Hundertschaft Schwestern vor dem ausgesetzten Allerheiligsten Stellung bezogen, um für gutes Gelingen zu beten.

Irgendwo auf der Donau: Um die Teilnahme an der Robusta-Abstimmung möglichst gering zu halten hat die Kampfgruppe Anti-Robusta ein Alternativprogramm gestartet. Pressesprecherin Dr. Erdfrau-Witzelstein: Wer uns anschreibt und uns verspricht, nicht an den Robusta-Wahlen teilnzunehmen, kann bei uns tolle Belohnungen bekommen: u.a. einen Aktkalender mit Photos von Bischöfin Mayr-Lumetzbeger und ihrem Weihejahrgang, eine CD-Box mit den besten Einspielungen unseres jung-dynamischen Seminaristinnenkurses (Durschnittalter 63), ein Buch unserer neugeweihten Priesterin Ludovika Tusmerna "Gott hat mich berufen. Ich weiss es, ich hab ihn dazu gezwungen" und nicht zu vergessen unsere Super-Sammelteller-Edition mit Stichen von Priesterinnenkirchen in Pink und Türkis.

Gesicht im Laufe der Jahre




Dienstag, 7. August 2012

Kardinäle Pius XII.

Hier eine kleine Auswahl der von Pius XII. ernannten Kardinäle


Roncalli


Ottaviani


Siri


Guevara


Leger

und zuletzt mit Kuschelsüßfaktor 10


Ruffini

Akzeptanz, Gleichberechtigung und Respekt. Jetzt!

Heute las ich hier über den diesjährigen Christopher-Street-Day in Essen. Und war erstmal beleidigt. Erstens weil man mich nicht eingeladen hat, obwohl ich mit zweitem Vornamen Christopher heiße und man mich damit um das Vergnügen des Absagens gebracht hat, zum zweiten weil die aus dem Titel meines Blogs abgespickt haben. Sauerei!

Aber jetzt mal ernsthaft.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen den Christopher-Street-Day. Zwar würde ich das nicht als idealen Ort für einen Familienausflug bezeichnen, aber in einem toleranten Staat wie dem unsrigen sollen sie es halt veranstalten. Was ich aber nicht verstehe ist, warum die Veranstalter ständig bei der Kirche anfragen, ob die immer noch an diesen verstaubten Regeln festhält von wegen Unzucht ist Sünde. Denn nichts anderes ist Sexualität in diesen Gruppen ja. Man sollte eigentlich annehmen, es sei mittlerweile rübergekommen, dass sich die Kirche zumindest in der Spitze nicht bewegen wird. Und Bischof Overbeck schon mal gar nicht.

Aber glücklicherweise sehen das ganz viele anderen "Kirchen" ja anders, sodass man einen Ökumenischen Gottesdienst zu Beginn des Festes abhalten konnte. Was jetzt so Ökumenisch ist wenn Altkatholiken und Protestanten zusammenfeiern weiss ich zwar nicht, aber Ok. Gut, die Altkatholiken tun wenigstens noch so als hätten sie irgendwie noch ein bisschen was Katholisches an sich und das mag ja auch irgendwie ein bisschen stimmen, aber wenn zwei von der Kirche abgespaltene Gemeinschaften gemeinsam feiern seh ich das nicht als ökumenisch an.

Aber die Caritas ... (ich seh schon, ein Stöhnen geht durch die Leserschaft) ... die Caritas war ja auch da. Und erst jetzt wird's eigentlich wirklich interessant. Denn die Gründe für die Teilnahme der Caritas differierten ein wenig.
Der bischöfliche Pressesprecher Dollhausen sagte zu Teilnahme der Caritas:
„Die Caritas ist als beratende und helfende Einrichtung auf dem Christopher-Street-Day. Sie macht mit ihrer Aids-Beratung ja ein Hilfsangebot, das sich auch an Homosexuelle wendet“
Die Caritas hingegen will ihre Teilnahme durchaus als Signal verstanden wissen:
 „Der Gottesdienst will Mut machen, Vielfalt in Kirche und Gesellschaft zu leben.“
Hier zeigt sich auf hervorragende Weise, wie man christliche Nächstenliebe auf zweierlei Weise interpretieren kann.
Die einen, hier die Amtskirche, versteht darunter, auch denen zu helfen, die nicht der eigenen Meinung sind, sondern die Nächstenliebe auf alle Menschen auszudehnen, weil alle Menschen von Gott gewollt und geliebt werden.
Die anderen, hier die Caritas, versteht unter Nächstenliebe, allen alles durchgehen zu lassen und alle zu allem zu ermuntern. So wie Eltern die zu ihrem Filius sagen: Rauchen ist eine gute Idee, Alkohol trinken auch und kennst du schon Marihuana. Das kann man dann als Mutmachen verstehen, sich vielfältig zu verlustieren.

Wenn wir mal spaßeshalber nachfragen würden, was die Bibel als Wort Gottes dazu sagt - nicht was Jesus gesagt hätte - dann steht da z.B. Röm 1,27:
"Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers ... Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung."
Heisst also Nächstenliebe, Menschen dazu zu ermutigen, sich die Hölle zu verdienen?
Also ich weiss ja nicht, ob Jesus das gemeint hat. Schaun wir mal nach Mk 12,31:
 Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“
Würde ich mich selbst ermutigen, in die Hölle hinabzusteigen? Nee. Würde ich mir selbst helfen, wenn ich in Not wäre? Ja.

Da wir gerade von Bibel reden. Wie sieht das eigentlich die Evangelische Kirche?
"Wir haben da keinerlei Berührungsängste.“
Schön das sich Caritas und Evangelische Kirche da so schön einig sind. Aber ich halte mich doch lieber an Bibel und Lehramt, auch wenn man das mit der Homosexualität gerade etwas anders sieht. Das können sie ja. Dann muss sich aber auch die Caritas sagen lassen, dass sie nicht der Lehre Christi folgt. Wie die anderen Vielfältigen auch. Dann bis zum nächsten Christopher-Street-Day.
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