Montag, 31. Dezember 2012

Halte dich im Bewußtsein in der Hölle und verzweifle nicht

In seiner große Liebe scheint uns der Herr die Gaben des Heiligen Geistes. Doch nur unter vielen Mühen lernt die Seele, diese Gnade zu bewahren.
Als ich die Gnade des Heiligen Geistes empfing, wußte ich, daß Gott mir meine Sünden vergeben hatte. Seine Gnade bezeugte es mir; und ich glaubte, mehr nicht zu bedürfen. - So aber darf man nicht denken. Obwohl unsere Sünden uns bereits vergeben sind, sollen wir ihrer doch unser Leben lang in Zerknirschung und Reue gedenken. Das tat ich nicht, verlor die Zerknirschung und hatte nun viel unter den Dämonen zu leiden. Ich konnte nicht begreifen, was mit mir geschehen war: Meine Seele kannte den Herrn und seine Liebe - warum kamen mir schlechte Gedanken? Aber der Herr hatte Erbarmen mit mir und zeigte mir den Weg zur Demut: "Halte dich im Bewußtsein in der Hölle und verzweifle nicht" - Dadurch wird der Feind besiegt. Wende ich mich aber ab und verlasse mit meinem Bewußtsein das Feuer der Hölle, dann erhalten die schlechten Gedanken von neuem Kraft.
Quelle: Starez Siluan. Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 46

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