Montag, 17. Dezember 2012

Gott will die Demut

Fortsetzung von hier.
Gott will diese Haltung. Er muß sie wollen. Sie ist Ausdruck all seines Wirkens in uns, das Fundament des Gebäudes, das Er errichten will. Er erwartet sie und bringt sie hervor. Diese Haltung ist es, die uns auf Ihn ausrichtet. Die Demut ist enthalten im Glauben, in der Unterordnung und Anbetung.
Ich muß mich wieder einmal wiederholen. Wir können ja endlis vom Geliebten und zum Geliebten sprechen. Gerne komme ich also darauf zurück. daß Gott groß ist; daß er ebenso Herr wie Vater ist; daß jede Vollkommenheit in Ihm ist. Wenn wir unser Leben lang dieses Mysterium betrachten, so bliebe es dennoch weit hinter jener Wirklichkeit zurück, die Er selbst ist. Denn diese Wirklichkeit liegt immer weit über all dem, was wir erkennen oder sagen können.
Von dieser Unendlichkeit, die alle Zeiten und alle Weisen übersteigt, zeigt sich, welch kleinen Raum ich einnehme; ich erkenne die Grenzen meines Seins und meiner Tätigkeit, an die ich dauernd anstoße, und ich erfahre meine Schwäche und mein Nichts. Diese Unendlichkeit weist mir meinen Platz zu und macht mich ganz klein, mich, ein Nichts, das Er ins Dasein ruft. Dazu kann noch der Gedanke an meine Verfehlungen kommen, daß ich es wage, mich gegen Ihn aufzulehnen oder - was das schlimmste ist - mich gegen Ihm gegenüber gleichgültig zu verhalten. Wenn ich das bedenke, bin ich wie in einen Abgrund versenkt.
Quelle: Augustin Guillerand: Im Angesicht Gottes, S. 59.

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