Montag, 10. Dezember 2012

Abt Serapion über die Hilfe Gottes beim Sieg über die Laster

Nachdem wir beim letzten mal aus dem Mund des Vaters Serapion gehört haben, wie wir mit dem Kampf gegen die Sünde beginnen sollen, so hören wir jetzt, wie wir nach dem Sieg uns verhalten müssen. Denn es ist ja nicht so, dass all unser Leben ein einziges Fallen oder einziges Siegen wären. Vielmehr können wir an uns mitunter kleine oder größere Erfolge über eine Sünde feststellen. Dieser Moment ist ebenso schön wie kritisch. Denn es kommt nun darauf an, mit welcher Haltung ich den Sieg betrachte. Ist es mein Sieg, weil ich es geschafft habe die Sünde niederzuringen, oder ist es der Sieg Gottes, der an mir gehandelt hat?
Wir dürfen deßhalb sicher sein, da uns sowohl die Erprobung der Thatsachen als unzählige Zeugnisse der hl. Schriften lehren, daß aus unsern Kräften, wenn wir nicht einzig gestützt würden durch die Hilfe Gottes, wir solche Feinde nicht besiegen könnten, und daß wir also auf ihn jeden Tag unsern ganzen Sieg beziehen müssen. Dazu ermahnt uns auch Gott durch Moses in folgender Weise: „Wenn der Herr dein Gott sie vor deinen Augen vernichtet haben wird, so sage nicht in deinem Herzen: Wegen meiner Gerechtigkeit hat mich der Herr hereingeführt, dieses Land zu besitzen, da jene Nationen wegen ihrer Ungerechtigkeit vernichtet worden sind. Denn nicht wegen deiner Gerechtigkeit und der Geradheit deines Herzens wirft du einziehen zum Besitz ihres Landes, sondern weil jene Ruchloses gethan, so sind sie bei deinem Einzüge vernichtet worden.“ Ich frage, wie man noch deutlicher reden könnte gegen unseren verderblichen Dünkel und Hochmuth, in welchem wir all unser Thun dem freien Willen oder unserm Eifer anrechnen wollen. Sage nicht, spricht er, in deinem Herzen, wenn der Herr dein Gott sie vor deinen Augen vernichtet hat: Wegen meiner Gerechtigkeit hat mich der Herr hereingeführt zum Besitze dieses Landes! Sagt er damit nicht Jedem, der offene Geistesaugen hat und Ohren zum Hören, ganz deutlich: Wenn dir die Kämpfe gegen die fleischlichen Laster gut gelungen sind, und du siehst dich von ihrem Schmutz und dem Wandel dieser Welt befreit, so schreibe das nicht im Hochmuth über den Erfolg des Kampfes und Sieges deiner Kraft und Weisheit zu und glaube nicht, daß du durch dein Mühen und Streben und deinen freien Willen über die geistigen Bosheiten und fleischlichen Laster gesiegt habest. Diese hättest du ohne Zweifel in Nichts ganz überwinden können, wenn dich nicht Gottes Hilfe gestützt oder geschützt hätte.
Quelle: hier.

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