Dienstag, 11. Dezember 2012

Abt Serapion über die Gefahr nach dem Sieg

Letztens hat uns Abbas Serapion gemahnt, unseren Sieg über eine Sünde nicht etwa uns selbst zuzuschreiben, sondern dem wahren Urheber des Triumphes, Gott. Nun legt er uns dar, wie gefährlich es ist, wenn wir das nicht tun. Dabei konzentriert er sich besonders auf die Gaumenlust, denn sie ist der Anfang aller fleischlichen Sünden und hat den Wüstenvätern, die sich den meisten anderen Aufreizungen der Welt entzogen hatten, besonders zugesetzt. Was er aber über Gastragesima sagt, das gilt auch von jeder anderen Sünde, von der wir meinten, wir hätten sie bezwungen und seien nun auf dem Weg zur Vollkommenheit ein Stück fortgeschritten:
Über diese acht Sünden wird im Evangelium Folgendes angedeutet: „Wenn aber der unreine Geist von einem Menschen ausgegangen ist, irrt er umher durch öde Gegenden, sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann sagt er: Ich will zurückkehren in das Haus, von welchem ich auszog. Und nun kommt er, findet es leer, mit Besen gereinigt und geziert. Da geht er hin, nimmt sieben andere Geister mit, die ärger sind als er, und sie ziehen ein und wohnen dort, und es werden die letzten Dinge dieses Menschen ärger als die ersten.“ Siehe, wie wir dort von sieben Völkern lesen, mit Ausnahme des ägyptischen, von welchem die Söhne Israels weggezogen waren, so heißt es auch hier, daß sieben unreine Geister zurückkehren, mit Ausnahme dessen, der, wie gesagt wurde, von dem Menschen vorher ausgegangen war. Von diesem siebenfachen Zunder der Laster schreibt auch Salomon in den Sprüchwörtern: „Wenn dich dein Feind bittet mit lauter Stimme, so gib ihm nicht nach; denn sieben Bosheiten sind in seinem Herzen,“ d. h. wenn der überwundene Geist der Gastrimargie anfängt, dir mit seiner Verdemüthigung zu schmeicheln, gleichsam bittend, du möchtest ein Bischen nachlassen in dem angefangenen Eifer und ihm geben, was das Maaß der Enthaltsamkeit und das Gesetz der gerechten Strenge überschreitet, so laß dich durch seine Unterwerfung nicht umstimmen; und wenn dir die Sicherheit vor Anfechtung lächelt, in der du dich ein wenig vor der fleischlichen Brunst in Ruhe findest, so kehre ja nicht zu der frühern Gemächlichkeit oder den alten Begierden des Gaumens zurück. Denn damit sagt jener Geist, den du besiegt hattest: „Ich will zurückkehren in mein Haus, von dem ich ausgegangen bin;“ und die sieben sogleich aus ihm hervorgehenden Geister der Laster werden für dich ärger sein als jene Leidenschaft, welche in ihren Anfängen überwunden worden war, und sie werden dich bald zu schändlichern Arten von Sünden hinreissen.
Quelle: hier.

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