Freitag, 19. Oktober 2012

Katechismus? Nein, Danke - Versuch einer kritischen Würdigung I

Heute möchte ich wie angekündigt den Versuch machen, Ameleos Postserie über die Katechismen(erster Post hier) einer kritischen Würdigung zu unterziehen. 

Beginnen wir dabei mit einem Lob.
Denn wer sich mit einem Text beschäftigt, der muss zunächst einmal fragen, was der Text eigentlich will. Und hier macht uns Ameleo gleich zu Anfang ganz klar, was der Text will und was er von der Systematik her leisten kann.
 
Der Titel lautet
"Warum ich Katechismen für wenig geeignet halte zur Glaubensweitergabe und -vertiefung"
und in der Einleitung erklärt sie ihr Vorgehen folgendermaßen:
"Vielleicht, indem ich versuche, auf der Erfahrungsebene zu bleiben und weitestgehend theoretische Überlegungen zu vermeiden ... Ich gehe davon aus, dass andere Personen andere Erfahrungen mit einem Katechismus gemacht haben und das von mir im folgenden Angesprochene anders sehen und/oder anders bewerten"
Und damit ist dieser Kommentar eigentlich schon am Ende. An dieser Stelle könnte ich dem Leser den Text noch einmal als interessenaten Einblick in die Haltung von Ameleo empfehlen und Schluss machen. Wenn, ja wenn dann nicht die Frage des Lesers käme: Ja, wieso das denn? Willste dich denn mit dem Text nicht kritisch auseinandersetzen. Und meine Antwort ist: Nein, mit dem Text kann ich mich nämlich gar nicht kritisch auseinandersetzen.

Denn die Erfahrung ist heutzutage das letzte, was noch als unfehlbar anerkannt wird. Gegen Erfahrung kann man heutzutage schlicht nicht mehr andiskutieren. Wahr ist etwas, weil ich es so empfinde und damit basta! Jeder Versuch, diese Erfahrung argumentativ auszuhebeln ist vollkommen fruchtlos, weil man ja überhaupt keinen Ansatzpunkt hat. Denn da der andere nicht einsehen will, das er falsch erfahren hat (vollkommen verständlich) und man auch kaum die Möglichkeit hat, ihm das Gegenteil zu beweisen, kann man entweder eine spekulative Wahrnehmungstheorie aufbauen oder aber die Erfahrung des anderen als falsch abtun. Beides bringt nichts.

Wenn also Ameoleo darlegt, was sie selbst mit die Katechismen erfahren hat, dann ist es vollkommen sinnlos, darüber mit ihr zu diskutieren. Man kann höchstens eigene Erfahrung ergänzend oder widersprechend danebenstellen. Doch dann vergleicht man sprichtwörtlich Äpfel mit Birnen. Denn es gibt keine gemeinsame Grundlage, da Erfahrungen etwas subjektives sind. Eine Argumentation beruht aber darauf, dass die Argumente grundsätzlich von beiden Parteien nachvollzogen werden können.

Daher kann man den vorliegenden Text sinnvoll über den Katechismus lediglich als das lesen, was er ist: Ein Erfahrungsbericht, der weder Anspruch erhebt, allgemeingültig zu sein noch objektiv recht zu haben. Denn dem Katechismus wird ja hier keine grundsätzliche Unbrauchbarkeit bescheinigt, sondern lediglich, das die Verfasserin ihn nicht gebrauchen kann. Das ist dann aber ihr Problem. Zwar kann man jetzt versuchen, dieses Problem einer detaillierten Analyse zu unterziehen und Lösungsvorschläge zu machen. Dafür halte ich mich aber nicht für kompetent genug und lasse es daher.

Allerdings gibt es natürlich auch in einem Text, der sich vor allem auf die Erfahrungsebene stützt, Punkte, die durchaus einen allgemeingültigen Charakter haben und die dazu dienen, die subjektive Erfahrung durch Argumente zu unterfüttern, die mehr oder weniger von jedem nachvollzogen werden können. Mit diesen Punkten möchte ich mich im in einem zweiten Teil befassen, der in Kürze folgen wird.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...