Montag, 3. September 2012

Mal ganz was Neues

Heute las ich diesen Artikel auf der Internet-Seite der WAZ.

Darin werden Gruppen und Personen vorgestellt, die Atheisten sind, dazu stehen und sich kritisch mit den Gottesvorstellungen ihrer Mitmenschen auseinandersetzen. Das ist ja auch voll Ok. Und es wäre sicherlich auch sehr interessant mit ihnen zu diskutieren. Nur eben dass die Atheisten/Agnostiker seit 200 Jahren die gleichen ollen Karamellen erzählen und immer noch nicht begriffen haben, dass das bei Gläubigen Menschen einfach nicht zieht oder ihre Aussagen einfach falsch oder zumindest nicht wirklich korrekt sind. Ein paar Beispiele:
So stellen sie z.B. die Forderung auf:
„Der Staat muss neutral sein.“
Bin ich auch dafür. Es ist nicht Aufgabe des Staates, jemanden zu einem religiösen Bekenntnis zu zwingen. Die Zeiten haben wir im christlichen Abendland glücklicherweise hinter uns. Nur das ist nicht, was sie meinen. Sie meinen: Der Staat muss atheistisch sein. Aber dann ist er eben nicht mehr neutral, sondern nimmt eine bestimmte Meinung ein, nämlich: Es gibt keinen Gott, also muss sich auch niemand, der einer Glaubensgemeinschaft angehört, an deren Regeln halten, weil diese ja nur Falsches erzählen und die Glaubensgemeinschaft darf niemanden dafür rausschmeißen, der ihre falschen Regeln nicht anerkennen will. Neutral wäre: Wer in einer Glaubensgemeinschaft lebt, muss sich nicht von staatswegen an ihre Regeln halten; die Glaubensgemeinschaft darf ihre Mitglieder aber darauf verpflichten, sich an ihre Regeln zu halten und, bei nicht Einhaltung, rausschmeißen.
"Im Namen des 'Humanismus' wurde noch niemand ermordet."
Was wird hier unter Humanismus verstanden? Eine Kunstrichtung? Eine wabrige Idee? Klar, deswegen wurde noch niemand ermordet. Warum auch, tangiert ja keinen. Dann kann ich aber auch sagen "Im Namen des Barock wurde noch niemand ermordet". Wenn man aber Humanismus als Humanität versteht, dann wurden die meisten Menschen im Namen einer Humanität ermordet, soweit es sich um staatlich organisierte Morde handelt.

Zuletzt das Fliegende Spaghettimonster. Dessen Anhänger erklärte:
"Er würde es als Demokrat nicht akzeptieren, dass manche gleicher seien als andere, insbesondere wenn diese ihre Sonderrechte auf unbeweisbare Behauptungen stützen würden."
Das ist natürlich völlig richtig. Man kann keine staatlichen Sonderrechte auf unbewiesene Behauptungen stützen. Man kann das aber sehr wohl in dem man argumentiert, dass die Organisationen, die diese Sonderrechte genießen wesentliche Träger von Kultur und Ideen sind, die den Staat und die Gesellschaft geprägt haben und prägen. Und niemand wird wohl behaupten, dass unsere Gesellschaft nicht wesentlich auf christlich-jüdischen Normen basiert, die zudem noch Ideen aus der Antike transportiert haben. Wenn ich also sage, dass Religionen für die Gesellschaft wichtig sind, schon weil man die Gesellschaft ohne sie nicht versteht, begründet das eine Bedeutung, die gewisse Sonderrechte im Eigeninteresse der Gesellschaft begründet.

1 Kommentar :

  1. „Der Staat muss neutral sein.“
    Kann er nicht. Am kürzesten auf englisch hier begründet von James Kalb :

    http://www.catholicworldreport.com/Item/1597/The_State_and_the_Sacred.aspx

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