Montag, 10. September 2012

Ehrlichen Worten eine Zunge geben

"Bischof Tebartz-van Elst nahm in seiner Predigt die Bedeutung der Taufe und die Berufung, die auf dem Sakrament gründet, in den Blick. "In der Taufe hat Gott uns ganz persönlich angesprochen, damit wir bei dem bleiben, worin er sich uns anvertraut hat. Seine Wahrheit ist nicht einfach eine beliebige Meinung", so Tebartz-van Elst. Die Wahrheit, die von Gott kommt, mache Mut, nicht zu klein von Gott zu denken und nicht falsch über Menschen zu sprechen. "Falsches Reden" sei nicht selten ein Grund für ein "stumm werden". Wo Worte nicht mehr der Verständigung dienten, sondern zur Verleumdung zugespitzt werden, verstumme nicht nur die Sprache, sondern auch die Wahrheit. Dies sei der schmerzlichste Verlust, der jeden lebensnotwendigen Dialog in Ehen und Familien, in Gemeinde und Kirche und Politik und Gesellschaft im Keim ersticken lasse. Stummheit im Leben wie im Glauben, verursache ohnmächtige Einsamkeit. "Zerstörendes Reden, das Menschen manchmal bis zum Rufmord treiben, kann nur überwunden werden, wo Christen bei der Wahrheit bleiben und den ehrlichen Worten ihre Zunge geben", sagte der Bischof. Lauteres Reden verbiete keinem seine Meinung, sondern befreie zu einem wirklichen Dialog. Christen seien kraft ihrer Taufe zur Wahrheit befreit und dazu berufen, Zeugnis zu geben und auch Widerspruch einzulegen, wo Medien Menschen mundtot machen wollten.
Wahrheit mache frei und verbinde, wenn sich Menschen von ihr ergreifen lassen. "Wahrheit kommt in unsere Worte, wo unser Herz, und damit unsere Ohren und Zunge von Jesus berührt werden", so Tebartz-van Elst. Wer sich von Jesus ergreifen lasse, spreche anders und wer kraft der Taufe das Leben im Licht des Glaubens wahrnehme, werde mehr hören, sehen und sprechen können, als Schlagzeilen es hergeben könnten. "Die Offenheit kraft unserer Taufe ist nicht Beliebigkeit in den Meinungen, sondern der Mut zu einem Miteinander, das durch Gebet und Gespräch immer wieder errungen werden will", sagte der Theologe.
Bischof Tebartz-van Elst nutzte die Liturgie auch, um den Mitgliedern der synodalen Gremien im Bistum Limburg, die sich vor dem Festgottesdienst zum Tag der Pfarrgemeinderäte getroffen hatten, für ihr Engagement zu danken. "Ich danke Ihnen von Herzen für die innere Bereitschaft zur Bewegung, sich der Wirklichkeit in unseren Gemeinden zu stellen und an der Wahrheit unseres Glaubens auch in den Widersprüchen mancher Kritik festzuhalten", so Tebartz-van Elst. Er sehe wie viel Zeit und Leidenschaft eingebracht werde, weil daran gelegen ist, den katholischen Glauben vor Ort weiterzusagen und weiterzugeben. Kraft der Sakramente Taufe und Firmung wachse die Sprach- und Auskunftsfähigkeit im Glauben, die eine missionarische Kirche so dringend brauche."
Quelle: hier.

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