Sonntag, 9. September 2012

Berufen kraft Taufe und Firmung

Bericht über die Tagung der Pfarrgemeinderäte in Limburg:
"Wir müssen uns als Christin und Christ unserer Berufung kraft Taufe und Firmung neu bewusst werden". Mit diesem Plädoyer des Pastoraltheologens Professor Dr. Michael Sievernich SJ am Tag der Pfarrgemeinderäte hat die 54. Kreuzwoche im Bistum Limburg begonnen. Mehr als 170 Frauen und Männer, die sich als Pfarrgemeinderäte in den Kirchengemeinden der Diözese engagieren, waren am Sonntag, 9. September, nach Limburg gekommen, um sich auszutauschen und um über die Zukunft des synodalen Miteinanders in den Pfarreien neuen Typs zu sprechen.
"Als Pfarrgemeinderäte prägen Sie das Bild der Kirche vor Ort mit", begrüßte Prälat Dr. Günther Geis, der Bischofsvikar für den synodalen Bereich, die Teilnehmenden. Es stecke viel Zeit und Herzblut in dem ehrenamtlichen Engagement und es tue gut, zusammenzukommen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig zu ermutigen. "Synodale Arbeit ist für unser Bistum unverzichtbar", betonte Geis und dankte den Pfarrgemeinderäten für ihre Arbeit. Er erinnerte daran, dass in den Sakramenten Taufe und Firmung, das Fundament des Engagements der Mandatsträger in den synodalen Gremien gelegt worden sei. Dem Dank des Bischofsvikars schloss sich auch Ingeborg Schillai, die Präsidentin der Diözesanversammlung, an. "Unsere Berufung kraft Taufe und Firmung kann uns Mut machen, wenn sich in der Pastoral vieles ändert", so Schillai.
Diese Berufung kraft Taufe und Firmung nahm Professor Sievernich in seinem Vortrag in den Blick. Er schaute über den Tellerrand der katholischen Kirche in Europa nach Afrika. Nimmt in Europa die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder langsam aber sicher ab, wächst die Zahl der Katholiken in Afrika schneller als die Bevölkerung. Dieser Trend spiegle sich auch bei der Zahl der Priester und der Ordenschristen wider. "Ob in Afrika oder in Europa, auf beiden Kontinenten stehen die Kirchen vor großen Aufgaben", so Sievernich. Ob es um den Rückbau wegen rückläufiger Zahlen oder den Aufbau in Afrika bei zunehmenden Zahlen gehe, in beiden Fällen seien "Katholiken gefordert, die als Glieder des Volkes Gottes ihre mit Taufe und Firmung verliehenen Kompetenzen kennen und ausüben".
Auch das Zweite Vatikanische Konzil habe sich intensiv mit den Sakramenten der Taufe und Firmung und der daraus folgenden Berufung eines jeden Christen befasst. Mit der Taufe sei die Eingliederung in die Kirche Christi und die Gottesverehrung untrennbar verbunden. Ähnliches gelte auch für die Firmung. Sie sei als Vollendung der Taufe zu verstehen und der Firmling werde mit einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. Diese Kraft des Heiligen Geistes schenke Charismen und Fähigkeiten, die der Christ in die Gemeinschaft der Gläubigen und in die Gesellschaft einbringen soll. Der Heilige Geist gebe auch die Kraft für Christus einzustehen und den Glauben zu bezeugen. Charismen seien theologisch verstanden "Gnadengaben", die nicht der Selbstverwirklichung, sondern der "Auferbauung" der Gemeinde dienen sollen. "Da bei den Charismen Kopf, Herz und Hand beteiligt sind, kommt durch die Charismen der Einzelnen eine Synergie zustande, die die Kirche als Lerngemeinschaft, als Gebetsgemeinschaft und als Solidargemeinschaft erscheinen lässt", so der Theologe. Kirche soll, so Michael Sievernich, wieder in Bewegung geraten. Dafür brauche es Menschen mit vielfältigen Charismen, die in der Lage seien an den Kirchorten in den Pfarreien neuen Typs kirchliches Leben zu gestalten."
Quelle: hier.

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