Dienstag, 21. August 2012

Maria als Mittlerin der Gnaden

Heute ist der Festtag des heiligen Papstes Pius X. Nun kann man über diesen großen Papst viel sagen und die Blogoezese hat das ja bereits zahlreich getan. Daher will ich mich darauf beschränken, den Hl. Papst selbst zu Wort kommen zu lassen in einem Gegenstand, der für die Katholiken von großer Bedeutung ist: Maria. Die Gottesmutter war ja bereits letzte Woche großes Thema auf Demut Jetzt! und ihr sollen auch im Weiteren verstärkt Posts gewidmet werden. Nun soll es um die Frage gehen, ob es zutreffend ist, Maria als Mitterlin der Gnaden zu bezeichnen oder ob man damit der einzigartigen Stellung des Herrn Jesus Christus Abbruch tut, indem man einen Aspekt seiner göttliche Majestät auf seine Mutter überträgt?

Aus der Enzyklika "Ad diem illum" des Hl. Pius X.:
"Aufgrund der Schmerzens- und Willensgemeinschaft zwischen Maria und Christus aber "verdiente" sie, "daß sie aufs würdigste die Wiederherstellerin des verlorenen Erdkreises wurde", und deshalb die Verwalterin aller Gaben, die uns Jesus durch seinen Tod und sein Blut bereitete.
Wir stellen freilich nicht in Abrede, daß die Ausspendung dieser Gaben aufgrund seines persönlichen und eigentümlichen Rechtes Christus zusteht; denn sie wurde ja auch allein durch seinen Tod erworben, und Er selbst ist aufgrund seiner Vollmacht der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Jedoch wurde der erhabenen Jungfrau aufgrund dieser erwähnten Schmerzens- und Leidensgemeinschaft der Mutter mit dem Sohne verliehen, daß sie "die mächtigste Mittlerin und Versöhnerin des ganzen Erdkreises bei ihrem einziggeborenen Sohne" sei. 
Die Quelle also ist Christus "und von seiner Fülle haben wir alle empfangen (Joh 1,16); "von ihm aus [ist] der ganze Leib zusammengefügt und verknüpft durch jedes Band der Dienstbarkeit ...; er wirkt das Wachstum des Leibes zu seinem Aufbau in Liebe" (Eph 4,16). Maria aber ... ist "der Aquädukt" oder auch der Hals, durch den der Leib mit dem Haupt verbunden wird. ...
Es ist also ganz klar, daß wir in der Tat weit davon entfernt sind, der Gottesgebärerin die Kraft zuzuschreiben, übernatürliche Ganden zu bewirken, [eine Kraft], die einzig Gott besitzt. Weil sie jedoch alle durch ihre Heiligkeit und Verbindung mit Christus übertrifft und von Christus zum Werk des menschlichen Heiles herangezogen [wurde], verdient sie für uns - wie man sagt - der Angemessenheit nach, was Christus (eigener) Würdigkeit nach verdiente, und ist die erste Dienerin beim Austeilen der Gnaden." 
Quelle: Denzinger-Hünermann, 3370.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...