Montag, 13. August 2012

Gott, der Liebling der Athleten

Wer in den letzten zwei Wochen die Olympischen Spiele verfolgt hat, dem wir aufgefallen sein, dass manche Sportler hin und wieder religiöse Gesten vollzogen oder sich in Interviews religiös geäußert haben. So pflegt sich der Spitzenläuger Usain Bolt vor dem Start zu bekreuzigen, Olympiasiegerin Sanya Richards sprach Gott einen erheblichen Anteil an ihrem Sieg zu und Allyson Felix betrachtet ihr Laufen als Lobpreis Gottes. Einige Teilnehmer betrachten sogar Gott als ihren Coach, der ihnen beim Trainingsplan hilft. Wie wir uns das vorzustellen haben, bleibt dahingestellt, grundsätzlich aber zeigt all das, wie sehr gerade die gläubigen sportliche Hochleistungsträger ihre Erfolge mit Gott verbinden.

Das passt atheistischen Intensivcouchern, die ihr Tippen auf der Tastatur schon als olympiamedaillenreife Höchstleistung betrachten natürlich gar nicht. So z.B. dem Autor dieses tollen (Ursprungswort wegen möglichem beleidigendem Charakter ersetzt) Posts.

Mein Lieblingsteil dieses Textes ist dieser:
"Dass sie dabei den kindlichen Glauben demonstrieren, Gott begleite und beschütze sie während des Trainings und bei den Wettkämpfen – ja, er trage sie ins Ziel und zum Sieg – entlarvt ihr beschränktes Bewusstsein. Als hätte Gott nichts Besseres zu tun, als Olympiasieger zu küren. Die gläubigen Sportler würden ihren Gott besser bitten, seine Kraft darauf zu verwenden, hungernde Kinder zu ernähren. Die Spitzenathleten zeigen damit, dass strenggläubige Menschen oft sehr egozentrisch sind und den Anspruch haben, Gott müsse ihnen für noch so nichtige Dinge zur Verfügung stehen."
Ich weiss einfach nicht, worüber ich mich am meisten aufregen soll:
Das Menschen, die mit kindlichem Glauben als beschränkt gelten?
Das jeder, der Gott nicht ausschließlich darum bittet, hungernden Kindern in Afrika zu helfen, deren Sterben zum eigenen Vorteil praktisch billigt?
Oder das die natürliche Hoffnung eines Sportlers, Olympiasieger zu werden, diesen zu einem egozentrischen Schwein macht?

Hm, ich glaub ich nehm das erste. Das hat so einen schönen biblischen Bezug.
Ich will mich daher nur diesem Punkt widmen, zumal Alipius ja bereits einen Rundumschlag durchgeführt hat auf den Josef Bordat gewohnt brilliant antwortete.

Kindlich ist für diesen Menschen, der sich selbst offensichtlich für sehr erwachsen hält, negativ konnotiert. Kindlich heisst bei ihm, wenn man sich von Gott getragen fühlt, sich von ihm begleitet weiss und seinen Erfolg nicht (nur) den eigenen Leistungen, sondern auch Gott zuschreibt. Ein solches Denken ist für einen aufgeklärten Menschen natürlich unzumutbar. Denn meine Leistungen gehören ja mir allein, ich bin allein ihr Urheber und kann mir allein die Meriten an den Hut stecken. Natürlich sind für mein Ungemach immer die anderen verantwortlich. Wenn man, was vermutet werden darf, so wenig Meriten wie der Autor hat, dann ist das auch eine verständliche Haltung. Man will ja das bisschen nicht auch noch mit jemandem teilen.
Wenn man hingegen wirklich richtig was leistet, worauf man sein ganzes Leben ausrichtet, wie es ja olympische Leistungssportler tun, dann scheint man oft einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Gerade solche Menschen, die allen Grund hätten auf sich selbst stolz wie bolle zu sein und sich selbst in den Himmel zu loben, scheinen doch in der Lage zu sein, ihre eigene Bedürftigkeit, ihre Abhängigkeit von einem größeren zu erkennen.

Der Herr hat uns gemahnt, wir sollen werden wie die Kinder. Das heisst, wir sollen einen kindlichen Glauben haben. Kindlich glauben, das bedeutet, sich von Gott als dem Vater getragen und unterstützt wissen. Ja, es stimmt. Dieser Gedanke ist auf den ersten Blick beschränkt. Große Philosophen werden ihn sicherlich zerpflücken und darlegen, dass es nicht im Wesen vom Gott liegt, sich mit Dingen wie Sport zu beschäftigen, denn es ist zu erhaben. Kleingeister (s. den Autor des o.g. Blogs) werden sagen, Gott dürfe sich nur um die wichtigen Sachen kümmern, also afrikanische Kinder und atheistische Blogschreiber.

Aber ich für meinen Teil gelte lieber vor solchen Leuten als beschränkt als dass ich meinen kindlichen Glauben aufgebe.

Mit besten Wünschen an alle kleingeistigen Blogschreiber

ein beschränkter Katholik

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