Dienstag, 21. August 2012

Evangelikale Kirchendrogen


Ein Kommilitone von mir nennt unseren Weihrauch immer gerne Kirchendroge. Und es stimmt ja auch, dass Weihrauch als aromatisches Pflanzenharz ein Stoff ist, der Wohlbefinden fördern kann. Das er mitunter auch das Gegenteil hervorruft und daneben noch eine spirtiuelle Bedeutung hat kommt noch dazu.

Aber noch viel kirchendrogiger (Copyright MC) ist die Mischung, die den Gläubigen in amerikanischen Megachruchs vorgesetzt wird. Eine Megachurch ist eine Kirche, in die mehr als 2000 Gläubige reinpassen und deren größten bis zu 10.000 Gläubige füllen können - was ist dann der Petersdom mit vorgelagertem Platz: eine Ultramegachurch? (Copyright MC). Und die Pastoren ziehen in diesen Versammlungshallen ne richtige Show ab, dagegen stinken ihre nordisch-kargen Urahnen aus Thüringen ziemlich ab. Dabei sind sie, auch finanziell, so erfolgreich, dass es für sie mitlerweile einen eigenen Namen gibt: Pastorpreneurs, Unternehmer und Pastor in einem.

Nun haben sich kluge Leute von der Uni aufgemacht mal zu untersuchen, was denn  psychologisch in so einer Megachurch passiert um aufzuklären, warum die Dinger jeden Sonntag derart unanständig voll sind. Man fand dabei heraus, dass der sonntägliche Kirchgang für die Teilnehmer wie eine Art Drogentrip wirkt, der regelmäßig vollzogen wird. Im Grunde funktioniert das auf die gleiche Weise wie im Fussballstadion. Viele Menschen gemeinsam reagieren anders als eine kleine Gruppe und puschen sich sozusagen gegenseitig, wodurch sich eine große Masse immer weiter bis in die Ekstase hochschaukelt. Zentral werden dabei die beiden Grundbedürfnisse des Menschen befriedigt: Zugehörigkeitsgefühl und Liebe. Durch die Kombi mit Musik, mitreißender Predigt und Volkbeteiligung - Pastor "Wer liebt Jesus" Alle "ICH" - sowie der sozialen Akzeptanz von Gefühlsausbrüchen - stellen sie sich das mal in Hannover vor - schüttet der Körper einen Hormoncoctail aus, durch den der Teilnehmer sich sozusagen selbst eine Droge verabreicht. Und um das Gefühl wieder zu bekommen, geht der Gläubige nächsten Sonntag wieder hin.

Nicht das ich den Betreibern (muss man ja so sagen) und den Teilnehmern ihre christliche Intention in Abrede stellen wollte. Und es ist sicher besser in eine Megachurch zu gehen als in gar keine Kirche. Aber trotzdem stell ich jetzt mal ne ganz gemeine/katholische Frage: Wer steht hier im Mittelpunkt: Der Wunsch des Menschen oder der Wille Gottes? Der Pastor auf seiner Bühne oder der Herr Jesus Christus auf dem Altar?

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