Montag, 27. August 2012

Die Demut ist die Erkenntnis der Abhängigkeit von Gott

"Die christliche Demuth ist die Erkenntnis und die innigste Überzeugung von seinem Nichts, von seiner Armseligkeit und gänzlichen Abhängigkeit von Gott, wie auch von seiner Sündhaftigkeit. Die Tugend der christlichen Demuth ist also jene Tugend, vermöge welcher wir durch die Gnade des göttlichen Lichtes in Wahrheit erkennen, was wir vor Gott sind - nämlich nichts als arme, hilfsbedürftige Geschöpfe, und elende, erbarmungswürdige Sünder; undd nach dieser Erkenntnis denken, reden, handeln und leben. Man kann die Tugend der Demuth auch nennen die Fertigkeit, sich selbst in Allem und unter Alle zu erniedrigen; gleichwie im Gegentheil die Hoffart sich in Allem und über Alle erhebt. "Die Demuth ist das innerste Gefühl unserer Nichtigkeit und gänzlicher Abhängigkeit von Gott." sagt der gelehrte Werner.
Der wahrhaft Demüthige weiß, daß die unendliche Liebe Gottes ihn auf diese Welt gesetzt, und ihm Leib und Seele gegeben habe, daß er ohne Gott gar Nichts, nicht das Mindeste an Leib und Seele besitze, noch besitzen könne, nicht einen Finger bewegen, nicht einen Athemzug schöpfen; daß Alles nur allein Geschenk der Gnade sei weiß er, daß er aus sich selber gar nicht Gutes denken, reden und thun könne, ja nicht einen guten Gedanken fassen; sondern das aus seiner verderbten Natur nur Böses hervorkommen könne. Der Demüthige erkennt seine Schwachheit, Gebrechlichkeit und Armseligkeit, wie auch sein vielen Sünden, womit er Gott täglich beleidigt. Und so ist denn der Demüthige überzeugt, daß er um Alles für Seele und Leib Gott bitten, für Alles danken, und immerdar um Verzeihung flehen müsse. In dieser wahren Demuth ruft der Hl. Paulus aus: "Was hast du, o Mensch! das du nicht empfangen hättest? Hast du es aber empfangen, was rühmest du dich, als hättest du es nicht empfangen?" - "Wir sind Thoren um Christi willen ... Wie ein Auskehricht der Welt, wie ein Auswurf Aller achtet man uns!" (1. Kor 4,7,10,13) - "Wenn es denn doch gerühmt sein muß, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen ... Ich will mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, auf daß die Kraft Christi in mir wohne!" - (2. Kor 11,30,12,9) "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade war an mir nicht vergeblich; denn ich habe mehr als sie Alle gearbeitet: Dich nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die in mir ist.-" (1. Kor 15,10) Der Demüthige schreibt alle Ehre und allen Ruhm Gott allein zu; er für sich flieht und scheut alles Lob und jegliche Ehre."
Quelle: Bartholomäus Holzhauser: Büchlein von der Demut, S. 85-87.

Kommentare :

  1. Die Überschrift trifft es auf den Punkt!
    Ich dachte mir gleich, das hört sich an, wie aus alten Büchern ;-)

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  2. Du musst es ja wissen. Du kennst dich mit alten Büchern ja aus.

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