Dienstag, 7. August 2012

Akzeptanz, Gleichberechtigung und Respekt. Jetzt!

Heute las ich hier über den diesjährigen Christopher-Street-Day in Essen. Und war erstmal beleidigt. Erstens weil man mich nicht eingeladen hat, obwohl ich mit zweitem Vornamen Christopher heiße und man mich damit um das Vergnügen des Absagens gebracht hat, zum zweiten weil die aus dem Titel meines Blogs abgespickt haben. Sauerei!

Aber jetzt mal ernsthaft.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen den Christopher-Street-Day. Zwar würde ich das nicht als idealen Ort für einen Familienausflug bezeichnen, aber in einem toleranten Staat wie dem unsrigen sollen sie es halt veranstalten. Was ich aber nicht verstehe ist, warum die Veranstalter ständig bei der Kirche anfragen, ob die immer noch an diesen verstaubten Regeln festhält von wegen Unzucht ist Sünde. Denn nichts anderes ist Sexualität in diesen Gruppen ja. Man sollte eigentlich annehmen, es sei mittlerweile rübergekommen, dass sich die Kirche zumindest in der Spitze nicht bewegen wird. Und Bischof Overbeck schon mal gar nicht.

Aber glücklicherweise sehen das ganz viele anderen "Kirchen" ja anders, sodass man einen Ökumenischen Gottesdienst zu Beginn des Festes abhalten konnte. Was jetzt so Ökumenisch ist wenn Altkatholiken und Protestanten zusammenfeiern weiss ich zwar nicht, aber Ok. Gut, die Altkatholiken tun wenigstens noch so als hätten sie irgendwie noch ein bisschen was Katholisches an sich und das mag ja auch irgendwie ein bisschen stimmen, aber wenn zwei von der Kirche abgespaltene Gemeinschaften gemeinsam feiern seh ich das nicht als ökumenisch an.

Aber die Caritas ... (ich seh schon, ein Stöhnen geht durch die Leserschaft) ... die Caritas war ja auch da. Und erst jetzt wird's eigentlich wirklich interessant. Denn die Gründe für die Teilnahme der Caritas differierten ein wenig.
Der bischöfliche Pressesprecher Dollhausen sagte zu Teilnahme der Caritas:
„Die Caritas ist als beratende und helfende Einrichtung auf dem Christopher-Street-Day. Sie macht mit ihrer Aids-Beratung ja ein Hilfsangebot, das sich auch an Homosexuelle wendet“
Die Caritas hingegen will ihre Teilnahme durchaus als Signal verstanden wissen:
 „Der Gottesdienst will Mut machen, Vielfalt in Kirche und Gesellschaft zu leben.“
Hier zeigt sich auf hervorragende Weise, wie man christliche Nächstenliebe auf zweierlei Weise interpretieren kann.
Die einen, hier die Amtskirche, versteht darunter, auch denen zu helfen, die nicht der eigenen Meinung sind, sondern die Nächstenliebe auf alle Menschen auszudehnen, weil alle Menschen von Gott gewollt und geliebt werden.
Die anderen, hier die Caritas, versteht unter Nächstenliebe, allen alles durchgehen zu lassen und alle zu allem zu ermuntern. So wie Eltern die zu ihrem Filius sagen: Rauchen ist eine gute Idee, Alkohol trinken auch und kennst du schon Marihuana. Das kann man dann als Mutmachen verstehen, sich vielfältig zu verlustieren.

Wenn wir mal spaßeshalber nachfragen würden, was die Bibel als Wort Gottes dazu sagt - nicht was Jesus gesagt hätte - dann steht da z.B. Röm 1,27:
"Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers ... Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung."
Heisst also Nächstenliebe, Menschen dazu zu ermutigen, sich die Hölle zu verdienen?
Also ich weiss ja nicht, ob Jesus das gemeint hat. Schaun wir mal nach Mk 12,31:
 Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“
Würde ich mich selbst ermutigen, in die Hölle hinabzusteigen? Nee. Würde ich mir selbst helfen, wenn ich in Not wäre? Ja.

Da wir gerade von Bibel reden. Wie sieht das eigentlich die Evangelische Kirche?
"Wir haben da keinerlei Berührungsängste.“
Schön das sich Caritas und Evangelische Kirche da so schön einig sind. Aber ich halte mich doch lieber an Bibel und Lehramt, auch wenn man das mit der Homosexualität gerade etwas anders sieht. Das können sie ja. Dann muss sich aber auch die Caritas sagen lassen, dass sie nicht der Lehre Christi folgt. Wie die anderen Vielfältigen auch. Dann bis zum nächsten Christopher-Street-Day.

Kommentare :

  1. "Wenn dein Lebensglück dir am Herzen liegt, so lass dir das Christentum durch keine Theologie oder Kirchlichkeit erklären, sondern suche es selbst an der Quelle, in den Evangelien, und auch in diesen vorzugsweise in den eigenen Worten Christi auf, die ihresgleichen in keiner anderen Weisheit haben."

    Carl Hilty, Staatsrechtler (1833 – 1909)

    Die "Bildzeitung der Antike", das "neue Testament" der Bibel (die Bildzeitung möge mir verzeihen), beinhaltet nur noch gegenständlich-naive Fälschungen der originalen Gleichnisse des genialen Propheten Jesus von Nazareth. Beispiel:

    (NHC II,2,16) Jesus sagte: Vielleicht denken die Menschen, daß ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, daß ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.

    (Lukas 12,51-53) Meint ihr, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

    Was hier das Original und was die gegenständlich-naive Fälschung ist (der Grad der Naivität ist nach dem Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" geradezu unfassbar), sollte auch demjenigen auffallen, der noch gar nicht weiß, worum es geht. Denn abgesehen davon, dass Vater + Sohn + Mutter + Tochter + Schwiegermutter + Schwiegertochter bereits sechs Personen ergeben und nicht fünf (möglicherweise war der Evangeliendichter Lukas der Ansicht, das "uneins" noch hinzuzählen zu müssen), könnte man bei unvoreingenommener Betrachtung der Fälschung zu dem Schluss kommen, dass Jesus offenbar ein Wahnsinniger war, was auch die "heilige katholische Kirche" bestreiten dürfte.

    Auch geht es hier nicht um natürliche Personen in einem Wohnhaus und schon gar nicht um eine Mutter, eine Tochter, eine Schwiegermutter und eine Schwiegertochter, sondern um elementare Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens in einer arbeitsteiligen Zivilisation.

    (NHC II,2,108) Jesus sagte: Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren.

    http://www.juengstes-gericht.net

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  2. Mal davon abgesehen, dass ich ihre Darlegungen zu Beginn nicht teile, würde mich interessieren, was denn das mit meinem Post zu tun hat. Wenn sie etwas an den konkreten Stellen auszusetzen haben, wäre es für alle Leser (und auch für mich) sicherlich erbaulicher, wenn sie diese anführen würden.

    Des weiteren möchte ich als Historiker anmerken, dass die hier implizierte (ob bewusst oder unbewusst weiss ich nicht) Behauptung, der NHC enthalte "originalen Gleichnisse des genialen Propheten Jesus von Nazareth", die Bibel aber nicht, nicht teile, da sie von ihnen erwähnten Schriften von der Mehrheit der Wissenschaft der Gnosis zugeordnet werden. Sie sind somit (von der rein wissenschaftlichen Warte aus) ebenso subjektiv wie die Bibel. Sie vergleichen also zwei Tendenzschriften, wobei aus meiner Sicht ihre Bevorzugung der einen nicht begründet wird.

    Ihre abschließende Interpretation der Stelle scheint mir durchaus vernünftig, könnte aber noch um weitere Aspekte ergänzt werden.

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