Montag, 9. Juli 2012

Warum Gerhard Müller eine Katastrophe ist. Ein Gespräch mit Wilhelmine Küsselbecker

Heute haben wir das Glück, mit Frau Professor Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker über die Ernennung Bischof Gerhard Müllers zum Präfekten der Glaubenskongregation zu sprechen.

Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker, sie kennen Bischof Müller persönlich?

Nein.

Aber sie haben seine Bücher gelesen?

Nein.

Wie dem auch sei. Sind sie der Meinung, das Bischof Müller für diesen Posten fachlich geeignet ist?

Nun, hier muss man differenzieren. Gerhard Ludwig Müller war ja einmal Professor an einer theologischen Fakultät. Zwar hat er dort Dogmatik gelehrt, weshalb er sich vor allem mit den zurückgebliebenen und weltfernen Vorstellungen von toten senilen Männern beschäftigt hat, wogegen Pastoraltheologen wie ich nah am Menschen und der Wirklichkeit sind, aber immerhin. Sein universitärer Posten deutet doch auf eine gewisse Fähigkeit des Denkens hin. Leider ist er dann Bischof geworden und es war Schluss mit der Vernunft

Aus welchem Grund?

Ich habe ja die Theorie, das die Mitren die Blutzufuhr zum Hirn beeinträchtigen, weshalb Bischöfe auch immer reichlich zurückgeblieben, wenigstens aber eingeschränkt denkfähig wirken. Hinzu kommt, dass Personen, die so nahe am Papst stehen, Karrieristen sind, die nur nachplappern, was der Aufseher der römischen Gemeinde sagt. Das führt natürlich im Laufe der Zeit dazu, dass nicht nur die Zunge, sondern auch der Verstand schaden erleidet und automatisch nur noch eintönig denkt. Und ich fürchte bei Herrn Müller müssen wir davon ausgehen, dass dieser Prozess weit fortgeschritten ist.


Welchen Anzeichen entnehmen sie das?

Wo soll ich anfangen? Beginnen wir doch mal damit an, dass er überhaupt für den Posten als Großinquisitor in Frage kommt. Solche Leute sind schonmal per se praktisch hirntot. Sonst könnten sie den Job gar nicht machen. Und wissen sie noch, was er über die Laienorganisationen erzählt hat. Sie seien Schmarotzer. Da können sie den dumpfen Hass eines Möchtegernkirchenfürsten mit Händen greifen. Dazu hat er eine negative Haltung zur Schwangerschaftskonfliktsberatung mit Beratungsschein Donum Vitae. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass er über die Haltung des Papstes nicht hinausdenken kann. Niemand bei klarem Verstand kann der Tatsache widersprechen, dass es eine gute Idee ist, Frauen in Schwangerschaftskonfliktsituationen zu beraten und damit sie sich beraten lassen muss man ihnen halt einen Schein ausstellen. Keine Frau geht zu einer Beratung ohne Schein! Aber G.L. Müller kann so vernünftig nicht denken, um das zu erkennen. Er weiss nur, der alte Mann in Rom ist dagegen, also bin ich es auch. Traurig.

Was sagen sie zu der Behauptung, Müller würde der Piusbruderschaft nahestehen?

Vollkommen zutreffend. Jeder, der auch nur ein bisschen Verstand hat, wird sofort merken, dass beide vom gleichen antimodernen, antiprogressiven und menschenverachtenden Baum stammen der sich papalistische Kirchenauffassung nennt. Das fällt schon rein äußerlich auf. Wenn sie Müller und Lefebrve nebeneinanderhalten, dann können sie die beiden praktisch nicht unterscheiden. Auch inhaltlich gibt es praktisch keine Unterschiede. Oder wie kommt es, dass beide den gleichen senilen Quatsch erzählen, die Laien verachten, dem Papst huldigen und sich nicht schäuen, die Wahrheit wie Jesus sie gewollt hat mit Füssen zu treten?

Dennoch kritisiert die Piusbruderschaft Bischof Müller.

Ach, das ist doch alles nur ein Ablenkungsmanöver um törichte Kleingeister hinter's Licht zu führen. In Wahrheit liegen die doch voll auf einer Linie und unterstützen sich gegenseitig. Wo liegt denn das deutschsprachige Priesterseminar der Bruderschaft: Im Bistum Regensburg. Zufall? Natürlich nicht. Müller tut so, als würde ihm das nicht passen. Aber in Wahrheit hat er doch den Laden mitfinanziert. Und die Bruderschaft: Warum sollte die wirklich was gegen Müller haben? Er lehrt doch genau die gleiche rückständige ultra-konservative schwarz-klerikale Soße wie Fellay. Ja, haben sie mal die Piusbischöfe und Müller das Abendmahl der Jesusbewegung verunstalten sehen? Fast identisch. Die gleiche Klamotten, die gleichen Hüte, die gleichen Bewegungen. Nur zum Volk dreht sich Müller, aber das ist ja kein Kriterium. Das macht der römische Aufseher ja auch.

Ein abschließendes Wort?

Nach der Ernennung von Müller hoffe ich umso mehr, dass das Kirchenvolk endlich zur Vernunft kommt und einen längst überfälligen Schritt vollzieht: Den Inquisitionspalast stürmen!

Danke, Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker


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