Donnerstag, 26. Juli 2012

Mayr-Lumetzberger: Was sie sagte und was ich davon halte

Heuer las ich ein Interview mit der "Bischöfin" /"Priesterin"/Exnonne (warum wohl)
Christine Mayr-Lumetzberger (per se schon ein Name zum Weglaufen) und ihrer "priesterinnelichen" Kollegin Juanita Cordero. Dabei vielen solche Sätze wie

"Gott hat mich gerufen, das weiß ich; wir können nicht warten, dass sich die Kirche ändert"

"Ich bin katholisch bis ins Innerste"

"Das trifft mich überhaupt nicht. Es ist eine Bestrafung, die nicht funktioniert."
"Es geht nicht nur um Priesterinnen, sondern auch um Schwule und Lesben, geschiedene Katholiken, Verhütungsmittel; man verschließt sich all diesen Fragen."
Und mein liebester Satz, in indirekter Rede:
"Die Bischöfin meint, dass der Nachfolger des jetzigen Papstes vielleicht die Frauen mit offenen Armen aufnehmen wird."
Ich frage mich, ob es sich wirklich lohnt, derart viel, ich bitte um Entschuldigung, dummes, weinerliches, selbstherrliches und großkotziges Gewäsch noch zu kommentieren.

Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass die gute Frau "Bischöfin" im letzten Satz diskret übersieht, oder es einfach nicht weiss, dass sich die Kirche ziemlich deutlich zum Thema Priesterinnenweihe geäußert hat. Die Vorstellung, dass ein neuer Papst einfach mal eine neue Regelung einführen kann oder auch mal eben neue Ausnahmen aus dem Saturno zaubern könnte, schreit wirklich zum Himmel. Von den drolligen Beispielen - haben alle was mit'm Zölibat zu tun - die sie anführt, um zu beweisen, dass das geht, mal nicht zu reden. Jeder Mensch, der sich irgendwie mal mit den Quellen beschäftigt hat, wird bemerken, dass wir von Fragen unterschiedlicher Qualität sprechen. Aber vermutlich hat die "Bischöfin" zu viel damit zu tun, ungültige Priesterinnenweihen vorzunehmen, homosexuelle Ehen zu spenden, Hostien zu klauen und sonst all die Dinge zu machen, mit denen sie den Menschen dient. Hat die Frau eigentlich auch mal Kondome gesegnet und Abtreibungskliniken eingeweiht?

Aber besonders schön finde ich ja das erste Zitat: Wenn "das weiß ich" und "Gott" in einem Satz vorkommen deutet das in der Regel darauf hin, dass wir es mit religiösen Fundamentalisten oder Fanatikern zu tun haben. Ganz besonders, wenn sich Menschen hinstellen und erklären, sie wüssten genau, was Gott mit ihnen vor hat um sich anschließend eine Krone aufzusetzen und sich zur Kaiserin von Transamazonien zu erklären, weil Gott es so gewollt hat. Wir wollen an dieser Stelle nicht die zahllosen Heiligen aufführen, die meinten, zu tun, was Gott will und schließlich ganz woanders gelandet sind. Der Hl. Antonius (ausnahmsweise mal nicht der Wüstenvater) ist so ein Beispiel. Aber komm, is' doch egal. Die Frau weiss genau, sie ist zur Priesterin von Gott berufen worden und deswegen ist sie Priesterin in der Nachfolge Christi gemäß der Tradition der Kirche. Nur eben halt ohne Kirche. Und auch irgendwie ohne Christus, da ich von "wer sich für berufen hält ist es auch" nichts bei Christus finde. Ja, Priesterin nach was jetzt eigentlich? Kein Christus, keine Kirche. Gott wird auch mehr so nebulös herbeiphantasiert, was bleibt da noch? Ah genau, Priesterin nach den Menschen. Wird man da geweiht im Namen der Professorin, der Exnonne und der Physiotherapeutin (nichts gegen Physiotherapeutinnen). Oder wirft man sich flach vor den anwesenden Frauen auf den Boden, während sie einen umtanzen und zur Hohepriesterin der weiblichen Was-weiss-ich-es-denn erklären. Nein, mal ganz ernsthaft. Wie läuft das da eigentlich ab? Die Bilder, die ich kenne, vermitteln da keinen guten Eindruck. Da wirkt das alles wie so eine Clownsnummer.

Soll ich noch was zur Exkommunikation sagen? Hm, gut, dass die Exkommunikation zumindest in Rom funktioniert hat man ja gesehen. Und wenn man seinen Kollar verstecken muss, um nicht von resoluten römischen Nonnen mit der Bratpfanne den Tiber entlang gejagt zu werden zeigt das ja schon Wirkung. Gut, wenn man einem "Mitbischof" (Gelächter in der Redaktion) natürlich den Leib des Herrn aus der Schale klaut um damit stolz wie Bolle zu seinem Platz zu stolzieren - seht nur wie mutig und christlich ich bin - kann man natürlich eine Exkommunikation schon umgehen. Aber ok. Wenn man sich natürlich im Recht weiss, macht so ne Bestrafung natürlich nichts.

Fällt mir noch was ein? Hm nein. Fragen wir zum Abschluss unsere Expertin für Frauenordination, Frau Prof. Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker:

Es ist nicht hinnehmbar, wenn von Gott berufene Priesterinnen und Bischöfinnen von den Dienern des Antichristen verdroschen werden. Es ist an der Zeit, aufzustehen, ein Schlachtschiff auszurüsten und von der Donau aus den Tiber hinaufzufahren um den Stuhl Petri den rechtmäßigen Besitzern, den Frauen, Homosexuellen, Abtreibern und wiederverheiratet Geschiedenen zurückzugeben und für alle Ewigkeit ein Reich von Freiheit, Toleranz und priesterinnenlicher Tyrannis aufzubauen.

Na dann. Wenn mich jemand sucht, ich geh in die Wüste, da gibt's nämlich keine Priesterinnen.

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