Montag, 4. Juni 2012

Pius XII. an die Frauen

Heiliger Vater, warum setzt sich die Kirche gerade für die Frauen ein?

Wir wissen nicht, für welche Ziele die Kirche all ihre Kräfte mehr einsetzen müßte als für die Rettung der Familie und der Jugend. Und deswegen zählt sie besonders auf euch, christliche Frauen und Mütter!

Die neue, zunehmend digitalisierte Welt birgt ja zahlreiche Gefahren und Probleme mit sich. Gerade für junge Frauen steigt damit die Gefahr, das sie unter die Räder zwischen Offenheit und Keuschheit, zwischen Feminismus und Traditionalismus kommen. Was würdet ihr hier raten?

Ist etwa dieses Gesicht der neuen Zeit ein Übel? An und für sich ist es zwar kein Übel, aber in der Regel bleibt es nicht frei von Gefahren. Auch das neue Verhalten des jungen Mädchens ist an und für sich kein Übel. Wenn diese Ungezwungenheit, die Folgererscheinung der heutigen Lebensverhältnisse, richtig verstanden und im Zaume gehalten wird, ist sie auf ihre Art eine Kraft. In rechten Grenzen gehalten und gut gelenkt, kann sie sogar zu einer Waffe werden: zu einer Verteidigungswaffe gegen die persönlichen Gefahren, zu einer Angriffswaffe bei den Gefahren der anderen. Sie kann zu einer klugen, bescheidenen und höflichen Haltung werden, die - der Tugend nicht unähnlich - nicht erniedrigt und anstößt, sondern Achtung, Bewunderung und Liebe weckt.

Und dennoch ist eine große Gefahr gerade für die Frauen nicht zu leugnen.

Woher soll die Frau ohne Glauben, ohne christliche Erziehung, der Hilfe der Kirche entzogen, in ihrer Verlassenheit den Mut nehmen, den sittlichen Forderungen gegenüber, die rein menschliche Kräfte übersteigen, nicht zu versagen? Und das noch unter den Stößen eines gegen die christlichen Grundlagen der Ehe, der Familie, des ganzen persönlichen und sozialen Lebens gerichteten heftigen Ansturms von Feinden, die die Sorgen und die Schrecken des Elends, die die arme Frau und das arme Mädchen unter allen Form quälen, gegen diese geschickt auszunutzen verstehen? Wer könnte da hoffen, daß sie mit den rein natürlichen Kräften immer standhalten?

Was sind die Hauptlinien der Wirksamkeit der Frauen heute?

Schutz des Mädchens, der Ehefrau, der Mutter, Bewahrung von Heim, Haus und Kind als erstrangige Aufgaben der Gesamtwirkung der Frau, Schutz der Vorrechte der Familie und Einsatz aller Kräfte, um darin das Kind in der Obhut der Eltern zu sichern.

Ihr scheint eine Frauenbild zu entwerfen, das die Frau primär in ihrer Rolle als Mutter sieht? Ist das nicht der heutigen Zeit unangemessen?

Die Gleichberechtigung mit dem Manne hat die Frau mit ihrer Wegführung aus dem Heim, wo sie Königin war, der gleichen Arbeitslast und Arbeitszeit unterworfen. Man hat sie um ihre wahre Würde, die sichere Grundlage aller ihrer Rechte, nämlich den eigentlichen Charakter ihres Frauentums und die innige Zuordnung der beiden Geschlechter zueinander nicht gekümmert. Man hat das Ziel aus den Augen verloren, das der Schöpfer zum Wohl der menschlichen Gesellschaft und besonders der Frau gewollt hat.

Heiliger Vater, gibt es ein abschließendes Wort, das ihr an die Frauen richten wollt?

An Euch also ist es, katholische Frauen und Jungmädchen, sich über die große Verwundete [d.h. die Menschheit] zu neigen. Unter Gottes Führung und mit seiner Hilfe richtet sie auf, ermutigt sie! Formt diese herdenhafte Menge wieder um in eiene organische Gesellschaft, in friedlicher Hierarchie der Tätigkeit und Ämter, in Achtung der Pflichten und Rechte, in harmonischer Zusammenarbeit festgefügter und fruchtbarer Familien.

Quelle: Soziale Summe Pius XII.

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