Montag, 25. Juni 2012

Messgewänder Pius XII.

Kommentare :

  1. Wenn man bedenkt, was in jüngerer Vergangenheit zweitweilig bei päpstlichen Liturgien getragen worden war ...

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  2. Nun muss man fairerweise sagen, dass wir hier natürlich auch den Pomp-Faktor XXL vorliegen haben. Man kann ja durchaus bissel weniger anziehen. Der Hl. Vater zeigt da ja momentan eine sinnvolle Richtung auf.

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  3. Was ist denn das für ein Dreieck links oberhalb des Palliums? Ein Gremiale?

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  4. Ich würde sagen ja. Genau wissen tue ich es aber auch nicht.

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  5. Und was ist der zusammengerollte Sonnenschirm rechts?

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  6. Wenn ich mich nicht irre ist das die Falda. Vgl. dazu http://demut-jetzt.blogspot.de/2012/01/falda.html

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  7. Die Falda ist sicherlich ein Beispiel für ein Gewandstück, dass nicht unbedingt zu verwenden ist. Es hat den Papst beim Gehen behindert und musste für diesen Fall an den Seiten gerafft werden. Die Pontifikalhandschuhe sowie der Fanon wären aber durchaus auch heute noch verwendbar. Das herrliche Mantum papale hat Papst Benedikt ja wieder getragen, wenn auch natürlich in gekürzter Form, da er ja schließlich keine Gesta sedatoria verwendet. Ich weiß, dass diese zeremoniellen Gewandstücke heute von manchen Zeitgenossen nicht mehr verstanden werden. Das hängt damit zusammen, dass das gespür für das Sakrale heute sehr oft abhanden gekommen ist. Man möchte das Heilige möglichst profanieren, es auf Alltägliches depotenzieren. Zum anderen ist der Sinn für das Schöne, das Edle durch unsere heutige "vermasste" Subkultur ala "Deutschland sucht den Superstar", die für viele Menschen immer mehr zur Leitkultur wird, ebenso gründlich verlorengegangen. Keine guten Voraussetzungen, dem Wesen des Heiligen in der Liturgie nachspüren zu können...

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  8. Ich denke, man kann mit Nersinger fragen, was im Ritus eigentlicher Ausdruck der Liturgie ist und was von einem höfischen Zeremoniell in die Liturgie eingedrungen ist, aber keine oder nur eine geringe religiöse Aufladung erfahren hat. So ist z.B. die Probe in der alten päpstlichen Liturgie Teil des Hofzeremoniells und heute kann man sie daher weglassen. Auch die Falda scheint mir aus diesem Kontext erwachsen. Hier scheint für mich eine Verbindung mit dem Brauch vorzuliegen, den Papst während der Liturgie zu stützen, was aus dem orientalischen Hofzeremoniell kommt. Die Pontifikalhandschuhe und -schuhe finde ich hingegen immer noch eigentliche liturgische Objekte, die man auch heute wieder einführen kann/sollte. Ebenso wie die Dalmatica oder die Tunicella der Bischöfe.

    Leider schlägt dann immer gleich Pomp-Alarm und es heisst, der Papst/Bischof kümmere sich nur um Gold, Juwelen und Liturgie, nicht aber um die Menschen. Im Bistum Limburg kann ich ein Lied davon singen, obwohl unser Bischof noch viel Platz nach oben hat - und ihm sicher eine Barockkasel mit Pontifikalhandschuhen gut stehen würde.

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  9. Die Pontifikaldalmatik ist übrigens noch im Caeremoniale episcoporum vorgesehen, obligatorisch sogar bei Weihen. Die Tunicella ist hingegen abgeschafft, da sie das Gewand des Subdiakons war (bzw. ist;-). Im außerordentlichen Usus wird sie natürlich weiterhin verwendet.

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  10. Ich kann mich nicht dran erinnern, bei uns jemals eine Dalmatika am Bischof gesehen zu haben. Selbst bei der Bischofsweihe nicht.

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    1. Das ist gut möglich, da die Pontifikaldalmatik oftmals weiß und sehr schlicht gehalten ist, so daß sie kaum auffällt. Der Bischof von Speyer trägt eine, resp. trug sie, als er noch Weihbischof in Paderborn war.

      Ansonsten bin ich bei aller Bewunderung für die Schönheit der historischen liturgischen Gewänder dafür, Augenmaß zu behalten. Es muß dem Anlaß angemessen sein und (das ist nicht zu vergessen) auch der Zeit. Auch die Gewänder Pius XII. sind nicht vom Himmel gefallen sondern historisch gewachsen. Alte, historisch gewachsene Zöpfe abzuschneiden, ist für die einen schmerzhaft, für die anderen eine Erleichterung. Beides ist eine legitime Wahrnehmung.

      Weniger kann manchmal mehr sein, wenn das Mehr den Blick auf den Kern verstellt. Wenn die Ästhetik einen breiteren Raum einnimmt als die Verkündigung des Evangeliums, sind die Schwerpunkte aus dem Lot geraten. Aufgabe jeglicher Ästhetik wäre hingegen das reine Gift, da auch bei der Seele "das Auge" mit ißt.

      Eine Brokatallergie habe ich definitiv nicht und auch bei Kaseln habe ich meinen Geschmack. Einiges, was heute an Kaseln durch die Gegend flattert, könnte aus meiner Sicht gerne anderen Verwendungen zugeführt werden. Aber auch das muß man sagen, es gibt auch wirklich gelungene "moderne" liturgische Kleidung. (und die ist garantiert nicht gebatikt ... )

      Aus meiner Sicht ist das größte Problem, der Abbruch einer organischen Weiterentwicklung sakraler Kunstsprache (dazu gehören auch liturgische Gewänder!), wie es sie über Jahrhunderte gegeben hat, ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts.

      Historizismus ist aus meiner Sicht keine sinnvolle Antwort, wenngleich ist zugebe, daß es eine mögliche ist.

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