Freitag, 29. Juni 2012

Der Hl. Antonius über den Glauben II

"Euer Glaube wurde niemals verfolgt, im Gegenteil, er wird von den Menschen in jeder Stadt hoch geehrt. Die Anhänger Christi werden dagegen bedrängt, und doch blüht unser Glaube mehr als der eurige und nimmt zu. Eure Lehren werden gelobt und gepriesen und gehen zugrunde. Der Glaube und die Lehre Christi, sie wird zwar von euch verspottet, von den Kaisern oft verfolgt, sie hat aber die Welt erfüllt. Denn wann hat je so die Erkenntnis Gottes emporgeleuchtet? Wann hat sich so stark die Mäßigkeit und jungfräuliche Tugend gezeigt? Wann wurde jemals der Tod so verachtet als seit der Zeit, wo das Kreuz Christi erschien? Niemand zweifelt daran, der auf die Märtyrer hinsieht, die um Christi willen den Tod verachten, der die Jungfrauen der Kirche betrachtet, die um Christi willen ihren Leib rein und unbefleckt bewahrten.
Es sind dies hinreichend Kennzeichen dafür, daß der christliche Glaube allein wahre Gottesverehrung ist. Siehe, jetzt seid ihr ungläubig, indem ihr nach Schlußfolgerungen aus Worten sucht. Wir aber beweisen nicht mit überredenden Worten heidnischer Weisheit, wie unser Lehrer sagte, wir überzeugen vielmehr durch den Glauben, der augenfällig vorwegnimmt zunichte macht das Rüstzeug der Worte.
Warum wundert ihr euch darüber? Nicht wir wirken das, sondern Christus wirkt es, der durch die, welche an ihn glauben, das vollbringt. Glaubet also auch ihr! Und ihr werdet sehen, daß bei uns keine Wortkunst zu finden ist, sondern Glaube durch die Liebe, die auf Christus hinarbeitet. Wenn auch ihr diesen habt, werdet ihr nicht mehr nach Wortbeweisen suchen, sondern ihr werdet den Glauben an Christus für in sich genügend halten."

Quelle: Görg: Die Wüstenväter, S. 98ff. 

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...