Dienstag, 5. Juni 2012

Bischof Tebartz-van Elst über das Weltfamilientreffen

Tebartz-van Elst, seines Zeichens nicht nur Bischof von Limburg, sondern auch Familienbischof über das Weltfamilientreffen in Mailand:
"Papst Benedikt XVI. hat immer wieder sehr überzeugend deutlich gemacht, dass für ihn Ehe und Familie Hauskirche ist. In ihr wird im Glauben gelebt, was dann auch an Kinder weitergegeben wird. Familie als Biotop der Glaubensweitergabe. Mit dem Motto des Treffens hat er aber auch noch einmal deutlich darauf verwiesen, dass es gerechte Arbeitsbedingungen geben muss, damit Ehen Familien werden können. Junge Leute finden oft nicht die notwendigen Sicherheiten vor, damit sie verlässlich eine Familie gründen können, und dass hält sie bisweilen auch davon ab, Kindern das Leben zu schenken. In diesem Zusammenhang hat der Heilige Vater gestern in seiner eindrucksvollen Predigt dazu aufgerufen, in der Welt der Wirtschaft und Arbeit für sichere und familienfreundlichere Beschäftigungsbedingungen zu sorgen."
Wenn wir über Familien sprechen und die Problematik, die gerade die Wohlstandsgesellschaft Deutschlands damit hat, hilft häufig ein Blick auf die Weltkirche. Denn wenngleich Europa in großem materiellem Reichtum lebt, so ist doch kaum eine Gesellschaft unfähiger geworden, Familien als ihre kleinste Zelle materiell wie ideologisch mitzutragen, was besonders im Vergleich zu Südamerika, Asien und Afrika auffällt:
"Es fällt auf, dass Europa und Nordamerika bei weitem nicht so stark vertreten waren. Man kann also sagen, dass Länder, die materiell oft bei weitem nicht so reich sind wie wir, einen viel größeren Sinn für das verbindende und verbindliche im Leben haben. Und das hat mir noch einmal sehr bewusst gemacht: Wir brauchen unbedingt ein Bewusstseinswandel, wie wichtig Familien für unsere Zukunft sind, und dass Familie in diesem Sinne auch eine Gesellschaftszukunft verkörpern. Hier braucht es Prioritäten, die Politik bemüht sich darum, wir als Kirche sind Anwalt der Ehe und Familien. Und hier sehe ich auch für mich als Familienbischof eine sehr wichtige Aufgabe, das immer wieder ins Wort zu bringen. Und solche Begegnungen, wie wir sie jetzt in Mailand erleben durften, zeigen auch noch einmal, welchen wichtigen Beitrag Kirche hierzu leisten kann."
Das Familentreffen habe auch gerade für ihn und seine Mitreisenden viele Impulse gebracht:
"Vor allen Dingen zur Frage, wie wir Ehen und Familien, die bewusst aus dem Glauben leben wollen und sich oft sogar in ihrer eigene Großfamilie in einer Art Diasporasituation als Glaubende erleben, zusammenführen können, damit sie sich gegenseitig stützen und stärken. Das, was in den Zeugnissen angesprochen wurde, hat mich doch noch einmal sehr beschenkt. Dass sie sagen, wo wir so leben und wo wir den Rückhalt anderer haben, erleben wir auch, dass wir Orientierung geben können für andere. Und in diesem Sinne ist eine Ehe- und Familienpastoral, die dies fördert, zutiefst missionarisch. Das müssen wir nun ausbuchstabieren in die unterschiedlichen diözesanen Situationen hinein."

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