Dienstag, 15. Mai 2012

Pius XII. und Hans Küng

Heiliger Vater, Hans Küng hat kürzlich wieder einmal die Kirche als ein quasi-totalitäres System bezeichnet, indem jede Meinungs- und Lebensäußerung der Katholiken unterdrückt wird. Ist ein solcher Gedanke dem Wesen der Kirche nicht fremd?

Die Stimme der Bürger ersticken, sie auf erzwungenes Stillschweigen zurückzudrängen, bedeutet in den Augen aller Christen ein Attentat auf das natürliche Recht des Menschen, eine Verletzung der Weltordnung, wie sie Gott eingerichtet hat.

Und dennoch maßregelt die Kirche auch Gläubige. Warum?

Darf man wirklich mit innerer Überzeugung behaupten, daß die Mehrheit der Menschen fähig ist, die Tatsachen und Strömungen ihrem wahren Gewicht nach zu beurteilen und richtig einzuschätzen?
Es gibt keine Tradition mehr, keine festen Mittelpunkte, keine Sicherheit der Existenz, nichts von dem, was das Werk der Auflösung und nur allzu häufig der Zerstörung hemmen könnte.
Der moderne Mensch nimmt gern eine unabhängige und ungezwungene Haltung an. Aber diese ist häufig nur eine Fassade, hinter der arme Wesen Deckung suchen, die leer und schlaff sind, ohne geistige Kraft, die Lüge zu entlarven, ohne seelische Widerstandskraft gegen die Gewalt derjenigen, die es versuchen, alle Hilfsmittel der modernen Technik, die ganze raffinierte Kunst der Überredung aufzubieten, um sie ihrer Gedankenfreiheit zu berauben und sie den schwachen Schilfrohren ähnlich zu machen, die in jedem Wind schwanken.

Hiergegen aber werden Leute wie Herr Küng aber einwenden, dass dies doch nicht Sache der Kirche ist, sondern eine Privatangelegenheit.

Das ganze Versagen und das ganze Unvermögen, wovon Wir soeben gesprochen haben, laufen auf eine Schädigung der natürlichen Ordnung der menschlichen Gesellschaft, wie Gott sie gewollt, auf eine Verstümmelung des Menschen hinaus.

Quelle: Soziale Summe Pius XII.

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