Mittwoch, 16. Mai 2012

Kurzkommentar zu Joh 3,2

"Der suchte Jesus bei Nacht auf"
Nikodemus geht nicht bei Tage, also offen und ehrlich zu Jesus, sondern bei Nacht, wo ihn keiner sehen kann. Leise, still und heimlich bekennt er vor Jesus dessen Sendung von Gott. Doch es scheint ohne Außenwirkung geblieben zu sein. So verhält es sich auch heute. Unser Christentum entfaltet weniger Wirkung, wenn wir es heimlich tun, als wenn wir es offen zeigen würden. Anstatt unser Christentum offen zu leben, und nach Nietzsche zu überzeugen, indem wir als Christen erlöst aussehen, beten wir bevorzugt in der Kirche und in der stillen Kammer. Auf der Straße oder in der U-Bahn indess sieht man den Christen nicht. Man könnte ja schief angeguckt werden, wenn man seine Ave-Maria mümmelt. Doch ist das ein Grund? Wir verlieren doch dadurch nichts und andere könnten gewinnen, wenn sie Glauben im Alltag erleben. Stattdessen sind wir wie Nikodemus, der heimlich bekennt, aber es nicht offen in seinem Leben wirksam werden lässt.

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