Montag, 7. Mai 2012

Kirche und Netz

Am Dienstag war ich als Spion der katholischen Blogozene auf dem Kolloquium "Kirche und Netz", veranstaltet vom Institut Walberberg. Leider komme ich erst jetzt dazu, hierüber Bericht zu erstatten.

Wir hatten drei mehr oder weniger prominente Referenten: Paul Badde, der nicht vorgestellt werden muss; Roland Noe, seines Zeichens Gründer von kath.net, was ich auch nicht wusste; und Matthias Lochner, der ein Projekt vorgestellt hat.

Gerade für uns Mitglieder der katholischen Blogozene finde ich ein Wort des Veranstalters, H.H. Prof. Dr. Ockenfels OP bedeutsam, der Deutschland als Entwicklungsland der katholischen Internetarbeit bezeichnet. Womit er ja durchaus recht hat. Wenn ich daran denke, was in Amerika durch Kirche und Katholiken alles an Internetseiten aufgelegt wird, da stolpern wir hier ziemlich hinter her.

Den besten Vortrag hat natürlich Paul Badde gehalten. Er wurde bereits auf kath.net veröffentlicht, weswegen ich mir die Wiedergabe an dieser Stelle spare.

Der kurze Vortrag von Herrn Noe beschäftigte sich wesentlich mit der Geschichte von kath.net. Besonders erwähnenswert ist für mich die Begründung Noes für die Einrichtung von kath.net. Es sei ihm und den anderen Mitbegründern darum gegangen, 1. dem anti-katholischen Mainstream im Internet wie den öffentlichen Medien etwas entgegenzusetzen und 2. ein Internetangebot für Katholiken zu schaffe, da die zahlreichen Bistumsblättchen sich hierzu bis dato noch nicht hatten aufraffen können - was nebenbei bis heute weitgehend noch der Fall ist. Denn wie Noe und die seinen früh erkannt hatten, muss die Kirche im virtuellen Zeitalter auch und gerade eine eigene Informationspräsenz in diesem immer wichtiger werdenden Medium errichten. Nicht zuletzt deshalb, weil hier mit relativ geringen Mitteln große Gruppen erreicht werden könnten. Was ich persönlich bestätigen kann. Für Umsonst - Zeit ausgenommen - derart viele Menschen zu erreichen wäre mir vor der Erfindung des Internets nicht möglich gewesen. Zudem ist es nun möglich, kirchliche Stimmen authentisch aufzubereiten und wiederzugeben. Wenn man heutzutage die Aussagen des Hl. Vaters nachlesen möchte, muss man nicht mehr auf das Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe des L'Osservatore Romano warten, sondern der kann sie bei kath.net nachlesen - oder der findet sie hier, aber kath.net ist benutzerfreundlicher.

Das Abschlussreferat hielt der Kollege Lochner. Zum einen stellte er dabei das Projekt f1rstlife vor, bei dem er federführend beteiligt ist. Dabei handelt es sich um ein Portal für "junge Leute" - ein Begriff, der im Laufe der Veranstaltung häufig bemüht wurde. Nicht explizit katholisch, aber mit dem Anspruch der Vertretung christlicher Werte werden hier Artikel für eine "junge" Community gepostet. Außerdem hat er in die deutschsprachige katholische Blogozene eingeführt. Dabei hat er, was ich sehr übel nehme, meinen wunderbaren Blog nicht erwähnt und auch keinen anderen den ich kenne. Allerdings, und das wollen wir ihm zugute halten, hat er auf des Predigtgärtners Bloggerliste hingewiesen, sodass sich das geneigte Publikum einen Eindruck der Fülle dieser Szene machen kann. Des weiteren hat er einige Seiten erwähnt, die auch mir bis dato unbekannt waren: dazu gehören das Nachrichtenportal news.va und kathspace, sowie die Community-Page aleteia.

Anschließend gab es wie immer eine Fragerunde, die wie immer eher den Charakter eine Kommentarrunde mit eingeschobenen Co-Referaten hatte. Besonders interessant fand ich die Geschichte von Herrn Dr. Lothar Barth, der von einem Experiment berichtete: Drei Gruppen von Studenten wurden mit der gleichen Studienaufgabe betraut und ihnen vier Stunden Zeit dafür eingeräumt. Die eine Gruppe ließ man in Ruhe, die zweite wurde dauernd mit Mails, Telephonaten, Twitter etc. behelligt, die dritte unter Drogen gesetzt. Zitat Barth: Selbst die Bekifften waren noch besser als die mit der Technik.

Mit dieser positiven Einstellung zu den Segnungen der modernen Medien beende ich diesen Blog Eintrag.

http://kath.net/detail.php?id=36376

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