Mittwoch, 16. Mai 2012

Katholikentag

Es gehört zu den schönsten Erfahrungen, die ein konservativer Katholik macht, wenn er mit liberalen Katholiken ... oh pardon, Christen ... nein, Jesus-Anhängern ... jetzt aber, erlösten Zellhaufen mit römisch-katholischem Taufschein, wenn er also mit denen zusammentrifft und die ihm erzählen, sie seien ja soooooooo tollerant - von Washington nach Moskau zeigend - und die bösen Konservativ-Katholiken seien ja sooooooooo intollerant - vom Standort zum Erdmittelpunkt zeigend. Auf die höfliche Frage des Piusbrüdersympathisanten - gehört der Papst da jetzt eigentlich auch dazu - ob es denn hier auch eine Messe ohne Kumbaya, Tamburin und Schamanen gebe, erhält man die Antwort, man meine wohl dieses weihrauchschwangere Teufelszeug von Alte Messe, wo ein arroganter Kleriker Latein spreche und die Leute nicht ansehen würde. Wenn man das, teils aus Frust oder weil man die wirklich sucht, bestätigt, wird man beschieden, dass es die wohl geben würde, aber man nicht wisse wo und es auch nicht wissen wolle. Und bevor man fragen kann ob in dem 20.000 seitigen Veranstaltungsheftchen - jetzt auch als App - drin stehen würde, wo man die Messe finden kann, bekommt man noch erklärt, dass niemand diese komische Messe wolle, niemand sie in das Veranstaltungsheftchen aufgenommen habe und man sich jetzt doch bitte verziehen möge, sonst sähe man sich genötigt, mitthilfe von großen Hostienhaltestangen - sponsored by Bistum Linz - einen Einführungskurs in tollerantem Diskurs zu geben.

Gut, das ist ein bisschen übertrieben. Aber sowas ähnliches gibt es wirklich.

Von Pfarrer Jolie
Am Samstag, 19.05., wird unsere Männerschola St. Michael auf dem Katholikentag ein gregorianisches Choralhochamt singen (Maria-Hilf-Kirche im Stadtteil Almenhof, August-Bebel-Str. 47, 68199 Mannheim). Trotz mehrfacher und direkt an die höchste Stelle gerichteter Bitten war es nicht möglich, diese Heilige Messe im Katholikentagsprogramm mit seinen 1200 Veranstaltungen unterzubringen – und dies ohne Angabe von Gründen. Ist das der Dialogstil, der im Vorfeld des Katholikentags mit gigantischem Medienaufwand in Szene gesetzt werden soll? Merken die Verantwortlichen nicht, wie sie sich durch ein solches Vorgehen in den Augen vieler Beobachter unglaubwürdig machen?
Zur Vermeidung von Missverständnissen sei gesagt: Niemals darf die Heilige Messe kirchenpolitisch instrumentalisiert werden. Es ist aber schon zu fragen, wie es gelingen soll, die überlieferte Messe – so wie es vom Papst gewünscht wird – als normalen Bestandteil des kirchlichen Lebens anzusehen, wenn die Verantwortlichen in dieser Weise mit ihr verfahren.
Dennoch oder gerade deshalb lade ich Sie herzlich ein, ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen und nach Möglichkeit an dieser Heiligen Messe teilzunehmen. Vergessen wir nicht: Das geduldige und beharrliche Ertragen von Widerständen, Anschuldigungen und Verleumdungen hat nicht wenigen Christen den Weg in den Himmel geebnet. Bitterkeit, Unversöhnlichkeit oder der Wunsch, mit gleicher Münze heimzuzahlen sind menschlich verständlich. Sie waren aber niemals der Weg zur Heiligkeit.
Für alle die hinwollen - hoffentlich viele - hier die beiden Messtermine:
Freitag, 18.5.12, 18.00 Uhr, zelebriert P. Bernward Deneke von der Petrusbruderschaft ein levitiertes Hochamt.
Samstag, 19.5.12, 9.00 Uhr zelebriert Pfr. Hendrick Jolie/Priesternetzwerk ebenfalls ein Hochamt.

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