Donnerstag, 31. Mai 2012

Bischofsweihe

Kommentare :

  1. Ein sehr interessantes Bild. Es stammt noch aus der Anfangszeit Pauls VI., vermutlich aus dem Jahre 1963 oder 1964. Es werden noch römische Paramente verwendet; die Mitkonsekratoren tragen Pluviale. Und als Zeremoniar meine ich den großen Enrico Dante erkennen zu können, auf den im Februar 1965 Annibale Bugnini folgte, der die liturgische Ästhetik des oberen Bildes mitnichten geteilt hätte. Es wäre interessant, einmal die Veränderungen der päpstlichen Liturgie in den Jahren 1962-1970 minutiös nachzuzeichnen. Ansätze dazu gibt es bereits in dem schönen Buch von U. Nersinger über die päpstliche Liturgie.

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  2. Leider kann ich nicht genau sagen, wann das Bild aufgenommen wurde. Ich würde es jedoch ähnlich datieren. Ich denke den wichtigsten Hinweis gibt uns in der Tat Dante, dessen charakteristisches Römergesicht gut zu erkennen ist.

    Leider fehlen meines Wissens nach zumindest im deutschsprachigen Raum Studien über die Entwicklung der päpstlichen Liturgie zwischen dem Antritt Pauls VI. und dem Wirksamwerden der Liturgiereform. Ich meine aber, dass z.B. spätestens ab Mitte der 60er Jahre die alten Basgeigenkaseln eingemotttet und die Benutzung der Sedia gestatoria eingeschränkt wurde. Nersinger gibt in seiner Arbeit ja nur einige Hinweise auf diesen Prozess, da er, Glücklicherweise, seinen Schwerpunkt auf die liturgische Praxis vor der Zeit Pauls VI. legt.

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  3. Ich würde auch sagen, dass der Umbruch der päpstlichen Liturgie Anfang 1965 einsetzt, eben vermutlich mit dem Amtsantritt Bugninis. Das Verschwinden der römischen Kaseln sowie des Spitzenbesatzes an Albe und Rochett dürfte damit zusammenhängen und kann äußeres Indiz sein. Ich meine, im Internet einmal gefunden zu haben, dass die Heiligsprechung von Karl Lwanga und Gefährten (Oktober 1964)die letzte Papstliturgie alten Typs gewesen ist. Vielleicht wurde sie noch Weihnachten 1964 praktiziert, aber mit Bugninis Amtsübernahme dürfte dann endgültig der "neue Stil" beginnen. Interessant sind dann die Übergänge, dass zB. Paul VI. teilweise noch Pontifikalhandschuhe und den Fanon weiter verwendet. Wäre eine interessante Untersuchung wert. In dieser Zeit ist in der Kirche insgesamt viel verloren gegangen.

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  4. Gerade habe ich ein Photo einer Messe während der 14. Sezession des Konzils 1964 gefunden. Hier werden bereits die neuen Kaseln und die Konzelebration um den ganzen Altar herum praktiziert. Außerdem habe ich den Eindruck, das die Stellung der Prälaten-Votanten mit den torcies verändert wurde. Mehr ist auf dem Bild leider nicht zu sehen.

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  5. Das Datum der Bischofsweihe ist übrigens der 28. 6. 1964. Du hast das Video dazu ja bereits gepostet: http://demut-jetzt.blogspot.de/2012/02/paul-vi-weiht-bischofe-1964.html

    Ich vermute, Du meinst die 4. Session 1965. Das würde genau passen. Ich habe mal im Bugnini, Die Liturgiereform 841-854 nachgeschlagen. Die Reform der Capella papalis beginnt mit dem 13. Februar 1965, mit einem vom Papst selbst angeforderten Entwurf. Der Tenor dieses Schreibens ist übrigens Abschaffen und Vereinfachen;-) Vielleicht schreibe ich da mal einen Beitrag zu.

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  6. Ach, deswegen kam mir das Bild so bekannt vor. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wo ich das schon mal gesehen hatte. Na ja, bei den ganzen pompal-papalen Bildern und Videos verliere ich manchmal bisschen den Überblick. Aber schön das du dir die alten Posts von mir ansiehst, vielen Dank.

    Das mit der Session glaub ich dir, eine 14. gabs ja gar nicht. Die haben in dem Museumsband das Bild falsch ausgewiesen.

    Ich glaube Nersinger hat zu dem Thema in seinem 1. Zeremonienband was geschrieben, S. 425-432 bzw. bis 442, wenn man bis heute geht.

    Da fällt mir ein, ich wollte schon lange mal einen Artikel zum Thema Demut und päpstliche Liturgie schreiben. Das muss ich mich auch endlich mal dransetzen.

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