Mittwoch, 4. April 2012

Gott strafte die Übertretungen der von ihm gebotenen Enthaltsamkeit

Zur Mitte der Karwoche kommen wir langsam zum Ende von Tertullians Schrift über das Fasten:
"Auch wenn er die Werke der Gerechtigkeit höherstellt, so will er sie doch nicht ohne Opfer, d. h. ohne eine Seele, die sich durch Fasten kasteiet. Sicher ist er jener Gott, dem auch das Volk, als es unenthaltsamen Gaumens war, sowie der Prophet und der Priester mißfiel. Noch stehen die Denkmäler ihrer Begierlichkeit, wo das Volk begraben liegt, das nach Fleisch lüstern war und sich den Magen bis zum Übelwerden mit Wachteln überfüllte. Der alte Heli stürzt an der Pforte des Tempels tot zu Boden, seine Söhne fallen in der Schlacht, die Schwiegertochter stirbt im Wochenbett, Diese Heimsuchungen hatte die unverschämte Familie, die die Fleischopfer unterschlug, von Gott verdient. Als Sameas, der Mann Gottes, der vom König Jeroboam eingeführten Idololatrie den Untergang prophezeite, nach der Verdorrung und sofortigen Wiederherstellung der Hand des Königs und nach der Berstung des Altars vom König wegen dieser Wunderzeichen eingeladen wurde, damit ihm Genugtuung zuteil werde, da weigerte er sich offen, dort überhaupt Speise anzurühren; denn es war ihm von Gott verboten worden. Da er aber bald nachher von einem andern Greise, der sich lügenhaft für einen Propheten ausgab, sich leichtsinniger Weise beköstigen ließ, wurde er zufolge des Wortes Gottes, das auf dem Fleck noch über Tisch an ihn erging, nicht bei seinen Vätern begraben. Unterwegs von einem Löwen, dem er begegnete, niedergestreckt, bei Fremden begraben, büßte er für jene Preisgabe des Fastens."
"Das wären Beispiele sowohl für das Volk als auch für die Bischöfe, sogar für die Geistbegabten, wenn diese sich eine Unenthaltsamkeit des Gaumens zuschulden kommen lassen. Nicht einmal in der Unterwelt nehmen die Vermahnungen ein Ende; dort wird der reiche Prasser für seine Gelage bestraft, der arme Lazarus aber für sein Fasten erquickt; für beides lagen die Vorschriften des Moses und der Propheten vor. Denn auch Joël rief aus: "Heiliget ein Fasten, verkündet eine Aufwartung", indem er voraus erkannte, daß auch andere Apostel und Propheten Fasten verordnen und Dienste, welche Gottes warten, predigen würden. Daher hat man auch von denen, welche durch die Reinerhaltung ihrer Götzenbilder, durch die Ausschmückung ihrer Altäre und ihre allstündliche Begrüßung sich die Götter geneigt zu machen suchen, gesagt, sie besorgen eine Aufwartung."

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