Donnerstag, 15. März 2012

Eine mutige Christin

Wir freuen uns heute wieder einmal mit Frau Prof. Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker sprechen zu können.

Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker, sie haben uns ihr hervorragendes neues Buch mitgebracht "Jesus und ICH. Die Geschichte einer Beziehung." Die Kritiken waren fast alle außerordentlich positiv. So schrieb z.B. das OOPO (Omni-oekumenisches Publikationsorgan): "Ein herausragendes und mutiges Buch einer heroischen Anhängerin des wahren Menschen Jesus." Und die "Reform" schreibt: "Ein großer Wurf, durch den die Anhänger der wahren Reform in ihrem heldenhaften Kampf gegen die verkrustete Amtskirche und ihr falsches Jesusbild bestärkt werden." Hingegen schreibt Pater Winfried Supplicius in seinem Blog "Hurra Ecclesia": "Wie leider nicht anders zu erwarten ist auch dieses Buch von Frau Wilhelmine Küsselbecker wieder einmal eine beeindruckende Anhäufung von Häresien, Selbstbeweihräucherung und historischer Unwissenheit." Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker, wie sagen sie zu dieser Kritik?

Nun wissen sie, ich kenne Pater Winfried. Im persönlichen Umgang ist er ein außerordentlich höflicher, zurückhaltender und demütiger Mensch. Woran sie erkennen können, dass es ihm sowohl an Charakter, Kompetenz und dem rechten Verständnis der Jesus-Botschaft mangelt. Solche Sekundärtugenden, wenn man das mal so nennen will, haben Menschen meiner Persönlichkeit und Fähigkeit ja nicht nötig. Deswegen fühle ich mich auch durch die Kritik Pater Winfrieds nicht getroffen. Wenn ein Mensch wie er, der so an den überkommenen Vorstellungen der Kirche hängt, mir Häresie unterstellt, betrachte ich das als Auszeichnung. Zum Thema Beweihräucherung muss ich ja wohl nichts sagen. Und zur Frage der historischen Dummheit behaupte ich doch mehr Ahnung zu haben als der gute Pater in seiner Klosterzelle.

War Pater Winfried nicht Professor für alte Kirchengeschichte an der Gregoriana, bevor er Mönch wurde?

Ja und? Nur weil er darüber promoviert hat und nur weil er Griechisch, Hebräisch, Aramäisch, Syrisch und Latein spricht heisst das nicht, das er mehr Ahnung davon hat als ich. Immerhin erschließt sich mir Jesus auf einer viel tieferen Ebene durch meine Arbeit als praktische Theologin mit den lebendigen Menschen, weshalb ich Kenntnisse dieser ganzen toten Sprachen auch nicht nötig habe.   

Selbstverständlich. Aber sagen sie, ihre Theorien stoßen ja offensichtlich nicht überall auf Gegenliebe. Sie müssen wahrscheinlich viele Beschwernisse durch die offizielle Kirche auf sich nehmen?

Davon können sie aber ausgehen. Ich sage ihnen, es gehört schon viel Mut dazu, die Kirche so offen zu korrigieren wie ich das tue. Es ist wirklich unglaublich, welches Märtyrium mir von den Schergen des römischen Bischofs bereitet wird und es zeugt von wahrer heroischer Größe, dass ich das alles aushalte.

Können sie uns vielleicht ein Beispiel nennen?

Aber ja. Zum Beispiel weigert man sich in Rom partout, mich zur Apostolischen Protonotarin zu ernennen, obwohl ich diesen Rang nun wirklich mehr verdient habe als alle anderen.

Aber ist das nicht eine Würde, die nur Priester erhalten?

Ja und? Für mich könnte man ja mal eine Ausnahme machen. Und warum tut man es nicht? Weil ich diesem Tyrannen in weiss nicht nach dem Mail schwätze.

Das ist wirklich ungerecht und ...

Aber es geht ja noch weiter. Stellen sie sich vor, dass man mich, MICH nach wie vor weder in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften noch in die Akademie für Sozialwissenschaften berufen hat. Mich, die ich doch wirklich mehr drauf habe als diese ganzen verstaubten Greise zusammen. Und warum? Weil es diese grausigen Knopflochentzündungsapparatschniks und ihr Chef, der Möchtegern-Nachfolger des verheirateten Berufsfischers Simon bar Jona, dieser großkotzigen Diktator mit Plüschkäppi und weltfremde Aushilfserlöser mit Vize-Gott-Phantasien, dieser [aus Jugendschutzgründen geschwärzt; der verantw. Redakteur], weil die es nicht ertragen können, wenn man ihnen mal sachlich die Meinung sagt.

Es ist wirklich traurig, wie wenig größe doch in Rom walltet. Aber wie steht es denn in ihrem näheren Umfeld?

Auch da haben meine mutigen Versuche um eine Kirchenreform mir schon viele Schwierigkeiten gemacht. So weigert sich z.B. nicht nur die Universitätsleitung, meine berechtigen Forderungen zu erfüllen, nein, meine Studenten lassen sich auch nicht dazu bewegen, mir mit einer Unterschriftenkampagne zu helfen.

Welche Forderungen sind das denn?

Eine 70 % Gehaltserhöhung, eine zweite Sekretärin, ein größeres Büro, wenigstens 60 qm, drei weitere HiWi-Stellen, vier weitere Assistentenstellen, einen Privatdozenten für die Betreuung meiner Dokoranten, ein eigener Wagen mit Fahrer, eine eigene Toilette mit Bad und einen Ruheraum. All das wird mir verweigert, nur weil ich der Kirche nicht nach dem Mund rede.

Und in ihrer Pfarrei?

Auch da gibt es Probleme über Probleme. Sicher, die Mehrzahl der Gläubigen ist auf meiner Seite, immerhin bin ich Pfarrgemeinderatsvorsitzende und damit die natürliche Anführerin der Pfarre, und auch der Pfarrer ist ein großer Fan von mir. Aber leider haben wir da einen neuen Kaplan, der total verbohrt ist. Stellen sie sich vor, der hat mich doch tatsächlich mal des Altarraums verwiesen während des Hochgebetes, nur weil ich nicht geweiht sei. Und auch sonst fährt er mir dauernd in die Parade. Er weigert sich z.B. mir den Ambo zur Predigt zu überlassen, wenn er der Messe vorsteht und einmal hat er mir sogar nicht den Speisekelch gegeben, damit ich die Kommunion nicht mit austeilen konnte, obwohl sieben Leute in der Kirche waren. Alles Schikane.
Doch ich bin bereit, all diese Verfolgungen auf mich zu nehmen, um der Wahrheit zu dienen und eine echte Reform der Kirche anzustoßen. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass mein neues Buch viele Unentschlossene zum rechten Weg führen und das mein Beispiel sie ermutigen wird, zum wahren Glauben zu finden, wie einst die Märtyrer im Kolosseum durch ihre standhafte Haltung die römische Welt bekehrt haben.

Vielen Dank Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker und viel Glück bei ihrem heroischen Kampf.

1 Kommentar :

  1. Mich wundert ja, daß das Buch nicht "ICH und Jesus.." heißt. ;-)

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