Mittwoch, 28. März 2012

Ein Beispiel eines Bauchdieners

An dieser Stelle überspringen wir einige Kapitel. Denn Tertullian bewegte sich zum Zeitpunkt, als er diese Schrift abfasste, in den Kreisen der Montanisten, einer häretischen Splittergruppe in Afrika. Die Kapitel 10 und 11 beschäftigen sich mit der Verteidigung der Fastenpraxis der Montanisten. Daher werden sie hier übergangen und wir machen gleich mit Kapitel 12 weiter:
"Ihr seid auch in dieser Hinsicht voll und satt zur Herrschaft eingegangen; ihr fallt in keine Sünden, die man mit Fasten austreiben müßte; ihr habt keine Offenbarungen nötig, die man durch Xerophagien erzwingen muß; ihr fürchtet auch keine besonderen Anfechtungen, die man mit Hilfe von Stationsfasten durchkämpfen müßte. ... Auf diese Weise wird der Christ gleich so in den Kerker eintreten, wie er aus ihm heraustreten soll, als einer, der dort keine Strafe leiden, sondern nur eine Schule durchmachen, nicht die Foltern dieser Welt erdulden, sondern nur einen schuldigen Dienst verrichten soll, als einer, der um so zuversichtlicher aus dem Gefängnis zum Kampfe schreitet ..."
"Eure Mode ist es freilich, für unsichere Märtyrer in den Gefängnissen Garküchen zu errichten, damit sie nicht aus der Gewohnheit kommen, des Lebens nicht überdrüssig werden und sich an der Disziplin der ihnen ungewohnten Entbehrungen nicht stoßen. Diese hatte auch jener euer neulicher Märtyrer, der nicht einmal Christ war, noch nicht einmal angerührt. Nachdem ihr ihn, den ihm bewilligten freien Gewahrsam benutzend, eine Zeitlang gemästet und durch alle möglichen Bäder, als wären sie besser wie die Taufe, durch alle Erholungsarten der feinen Welt, als wären dies die verborgenen Schätze der Kirche, und durch alle Reize des diesseitigen Lebens, als stände es über dem ewigen ..."

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