Dienstag, 13. März 2012

Die vierte Stufe der Demut II

Heute wollen wir mit der vierten Stufe der Demut fortfahren:
"Um zu zeigen, dass der Glaubende für den Herrn alles, sogar Widriges aushalten muss, sagt die Schrift durch den Mund derer, die das erdulden: "Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag dem Tode ausgesetzt, behandelt wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind." Doch zuversichtlich und voll Hoffnung auf Gottes Vergeltung fügen sie freudig hinzu: "All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat." Und ebenso sagt die Schrift an anderer Stelle: "Gott, du hast uns geprüft und uns im Feuer geläutert, wie man Silber im Feuer läutert. Du hast uns in die Schlinge geraten lassen, hast drückende Last unserem Rücken aufgeladen."
Schon in der Schrift werden wir davor gewarnt, dass wir um des Namens Christi willen werden leiden müssen. Dabei geht es nicht um irgendwas, wir werden nicht einfach nur verunbequemt. Den ganzen Tag in Todes Gefahr zu schweben und wie Schafe behandelt zu werden ist keine Kleinigkeit. Und die meisten von uns haben auch das Glück, dass ihnen so etwas nicht passiert. Zugleich handelt es sich aber auch bei dem Anlass um keine Kleinigkeit. Es geht nicht darum, dass wir keine Prada-Schuhe tragen und deswegen gemobbt werden. Sondern es geht um den Widerstand der Welt gegen Gott, der an uns ausgelassen wird. Unser Erdulden dieses Widerstandes hat daher eine mehrfache Dimension.

Zum einen geht es darum, dass wir selbst durch das gehorsame Erdulden wachsen. Darauf weist Benedikt noch einmal hin, wenn er den Psalm 66,10 zitiert: "Gott, du hast uns geprüft und uns im Feuer geläutert, wie man Silber im Feuer läutert." Ähnliches finden wir auch z.B. bei Hiob 23,10:  "Doch er kennt den Weg, den ich gehe; prüfte er mich, ich ginge wie Gold hervor." Das erinnert mich an eine Geschichte. Ich sprach einmal mit einer Kommilitonin über die Frage des Gehorsams gegen Gott. Sie selbst ist eine Evangelikale und meint, sie sei erlöst. Ich wandte damals ein, dass man eine solche Aussage, wenn man nicht nur subjektive Eindrücke sondern auch objektiv Sichtbares zugrunde legen wollte, erst am Ende des Lebens treffen könne. Denn keine Prüfung, die uns normalen Mitteleuropäern aufgelegt wird, eignet sich ja dazu, unsere Liebe und Erlöstheit unter Beweis zu stellen. Doch sie meinte, wenn der Tag kommen würde, an dem sie für Christus in den Tod gehen müsste, würde sie es bereitwillig tun. Hut ab, habe ich mir gedacht. Ich kann das nicht von mir sagen. Ich kann nicht von mir sagen, dass ich als Gold hervorgehen würde, wenn es darauf ankäme. Aber glücklicherweise röstet uns Gott auch nicht alle tagtäglich mit dem Bunsenbrenner. Die meisten von uns können sich damit begnügen, auf einen leichten Kohlenrost gelegt zu werden und die kleinen Widrigkeiten des Alltags aushalten zu müssen, die uns unser Christsein bietet. Doch das ist nicht schlimm. Denn von uns wird ja nicht verlangt, dass wir nach dem Martyrium streben, sondern es reicht, wenn wir jene Aufgaben bewältigen, demütig erdulden, die uns aufgetragen sind.

Und ein zweiter Punkt. Denn wie gesagt leiden wir ja nicht für irgendwas. Sondern wir tun es um des Namens Christi willen, ausgelöst oft durch Menschen, die diesen Namen ablehnen. Das kann im Alltäglichen viel sein. Es fängt damit an, das man schief angeschaut wird, wenn man in der S-Bahn betet (nicht mal laut). Das man gewisse Freundschaften nicht pflegen kann, weil die anderen einen für einen religiösen Spinner halten - aber ansonsten ganz nett sind. Manche Kommilitonen bekommen auch mit den Professoren Probleme, wenn sie allzu offen ihren Glauben zeigen. Damit hat unser Verhalten aber nicht nur eine Wirkung nach innen, sondern auch nach außen. Zu allen Zeiten war das Erdulden von Leiden, war das Blut der Märtyrer die Saat des Christentums. Wie viele Menschen haben zum Glauben an Christus gefunden, weil sie zusahen, wie Christen hingeschlachtet wurden, während sie für ihre Mörder um Vergebung baten. Auch heute noch können standhafte Menschen eine Außenwirkung entfalten. Einfach nur dadurch, dass sie authentisch sind. Der steht zu dem, was er sagt. Der macht auch noch, was er predigt. Das kann einem Respekt einbringen und Vorbildfunktion entwickeln. Ich will auch authentisch sein, echt sein.

Doch das ändert natürlich nichts daran, dass uns hier Schwernisse aufgeladen werden. Aufgaben, die für uns nicht leicht sind und bei denen wir allzu leicht scheitern können. Denn es wäre doch viel leichter, es einfach zu lassen und sich mit seiner Religion ins stille Kämmerlein zurückzuziehen. Den Probleme aus dem Weg zu gehen. Sicherlich, als Christ habe ich eine Aufgabe, aber die ist doch so schwer. Und das man uns erzählt, andere hätten es noch schwerer, macht es auch nicht einfacher. Wie kann ich den mit meinen Mühen Erfolg haben, wenn scheinbar die ganze Welt gegen mich steht? Auch hierauf antwortet der Hl. Benedikt, wenn er uns wieder an ein Wort der Schrift erinnert: "All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat." Wenn das fehlen würde, dann hätten wir ein Problem. Denn wir selber können all das nicht leisten, was uns da präsentiert wird. Es ist uns praktisch unmöglich, selbst in unserer konfortablen Situation, den Verlockungen und den Bedrohungen der Welt gegen unseren Glauben stand zu halten. Wie oft denken wir an den Psalm 22:  "Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe." Doch der Apostel Paulus erinnert uns daran, das wir es auch gar nicht selber schaffen müssen. Durch den, der uns geliebt hat, Jesus Christus, können wir standhaft bleiben in der Welt. Wie der Psalmist rufen wir: "Du aber, Herr, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe" Wenn wir nicht auf unsere Stärke vertrauen, sondern auf die Stärke des Herrn, so werden wir auch überwinden, was er an Widrigkeiten zugelassen hat. So sind denn die Worte Benedikts nicht nur Warnung und Mahnung, sondern auch Verheißung. Folgen wir dem Weg, den er uns zeigt, können auch wir am Ende rufen wie der Psalmist: "Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; denn er hat das Werk getan."

1 Kommentar :

  1. Liebe Mitstreiter und Beter in der Blogozese!

    Zum Geburtstag des Heiligen Vaters wollten wir eine Art elektronische Bilderbuchpostkarte für den Heiligen Vater zu seinem Geburtstag erstellen.
    Dazu hatten wir vor einiger Zeit angefragt und um Mitgratulanten geworben.
    http://beiboot-petri.blogspot.com/2012/02/es-sind-noch-genau-zwei-monate.html
    Idee war, aus den Seiten aller Blogs der Blogozese ein Video zu basteln. Dazu müsste auf jeder Seite ein Geburtstagsgruß eingebracht werden, und dann ein Screenshot angefertigt werden und dieser dann an unsere Blog-Adresse goldmaria01@googlemail.com gesendet werden.
    Cinderella hat einen ersten Prototyp erstellt, den man sich hier anguggen kann.
    http://beiboot-petri.blogspot.com/p/videos.html
    Hierzu haben wir willkürlich aus der kath. Bloggerliste 30 Seiten herausgegriffen und die integriert. Jemand der sich dort noch nicht findet, soll also nicht böse sein... das war keine Absicht.
    Das ist jetzt nur eine Rohfassung in nicht so guter Qualität, aber wir denken als Ansichtsexemplar genügt es.
    Unterlegt wird das ganze dann mit Musik. Wir würden vorschlagen: "Tu es Petrus" Dazu gibt es eine schöne Version von den Regensburger Domspatzen, die wir mir im iTunes-Store runtergeladen habe. Wegen GEMA wollen wir das aber nicht auf den Blog stellen.
    Andere Vorschläge sind natürlich willkommen, das könnt ihr uns dann ja in den Kommentarbereich schreiben. Aber bitte dran denken, es soll dem Papst gefallen - nicht nur uns.
    Es wäre schön, wenn sich viele beteiligen würden damit es ein schönes "dickes" Buch wird.
    Bitte deshalb diese mail großzügig an alle Teilnehmer der Blogozese weiterleiten ... wir kennen ja nicht alle und da ist es gut, wenn es breit gestreut wird.
    Wer ein Video mit Musik haben will, bitte über die e-mail-Adresse anmelden. Wir schicken es dann via eMail wg. GEMA"

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