Mittwoch, 21. März 2012

Die Schwäche des Menschen nach dem Sündenfall

Kommen wir nun zum 4. Kapitel der Schrift Tertullians über das Fasten:
"Dieser Grund wurde bei der Vorsehung Gottes, die alles nach den Zeiten passend einrichtet, wohl aufbewahrt, und es möge niemand von der Gegenpartei, um unsere Proposition umzustoßen, fragen: Warum hat denn Gott nicht sofort irgendeine Kasteiung in Bezug auf Speise und Trank angeordnet, sondern vielmehr die Einräumungen noch ausgedehnt?"
"Darauf geben wir zur Antwort, es paßte sich nicht, den Menschen, der soeben sogar das so leichte Verbot einer einzigen Frucht nicht hatte halten können, noch mit irgendeinem Gebote der Enthaltsamkeit zu belasten. Da er schlaff war, so mußte er eben durch die Freiheit erstarken. Ebenso genügte nach der Sintflut bei der Wiederherstellung des Menschengeschlechtes vorläufig das einzige Gebot der Enthaltung von Blut, während alles andere erlaubt war. Denn der Herr hatte bereits seine richtende Tätigkeit in der Sintflut gezeigt und außerdem auch noch Drohungen ausgesprochen, indem er das Blut von der Hand des Bruders und von jedem wilden Tiere zurückforderte. So hat er denn, die Gerechtigkeit des Gerichtes vorbereitend, der Freiheit Spielraum gegeben, durch Nachsicht die Sittenzucht angebahnt, alles gestattet, um einiges hinwegzunehmen, mit der Absicht, mehr zu fordern, wenn das Anvertraute größer sein würde, Enthaltung zu befehlen, nachdem Einräumung vorausgegangen wäre, damit, wie gesagt, die Ursünde durch Übung größerer Enthaltsamkeit bei Gelegenheit größerer Freiheit desto mehr gesühnt würde."

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...