Montag, 19. März 2012

Die Argumente der Gegner des Fastens

Da die Schrift Tertullians über das Fasten eine gewisse Länge aufweist, ich sie aber noch in der Fastenzeit zu Ende kriegen will, gibts nun schon Kapitel 2:
"Im übrigen sei also, wie man es beliebe, nach freiem Ermessen zu fasten, je nach der Zeit und den Umständen eines jeden, nicht aber nach Vorschrift, wie eine neue Disziplin es wolle. So hätten es die Apostel auch gehalten; sie hätten kein weiteres Joch bestimmter Fasten, das von allen gemeinschaftlich gehalten werden müsse, auferlegt, demnach auch keine Stationen, die zwar ihre bestimmten Tage, die Mittwoche und Freitage, haben, aber nach Belieben ihren Verlauf nehmen sollen, nicht nach einer gesetzlichen Vorschrift und nicht über die letzte Tagesstunde hinaus, da ja auch das Gebet in der Regel mit der neunten Stunde schließe, entsprechend dem in der Apostelgeschichte berichteten Beispiele des Petrus"
"Sie schleudern uns dabei auch den Ausspruch des Isaias entgegen: "Nicht ein Fasten wie dieses hat sich der Herr auserkoren", d. h. keine Enthaltung von Speisen, sondern die Werke der Gerechtigkeit, die er darauf folgen läßt, und daß der Herr selbst gegenüber aller Ängstlichkeit in Betreff der Nahrung im Evangelium die kurze Antwort gegeben habe, "nicht durch das, was in den Mund eingeht, werde der Mensch verunreinigt, sondern durch das, was aus dem Munde kommt,"da er auch selbst aß und trank, so daß er sogar die Zensur erhielt: "Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Säufer". Auch der Apostel lehre, daß nicht die Speise uns Gott wohlgefällig macht, so daß wir weder einen Vorzug haben, wenn wir essen, noch einen Verlust erleiden, wenn wir nicht essen."
"Durch diese und ähnliche derartige Ideen gelangen sie mit aller Schlauheit sogar schon dahin, daß jeder seinem Bauche willfähriger wird und die Pflicht der vollständigen oder teilweisen Enthaltung von Speisen oder des auf eine spätere Zeit verschobenen Essens für überflüssig und nicht so sehr notwendig hält; denn Gott stelle ja die Werke der Gerechtigkeit und Unbescholtenheit höher. Wir kennen die Künste der Überredung zum fleischlichen Wohlleben recht gut; wir wissen, wie leicht sich sagen läßt: Es ist nur notwendig, aus ganzem Herzen im Glauben zu bekennen: Ich will Gott lieben und den Nächsten wie mich selbst; denn an diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten, nicht aber an der Leerheit des Magens und der Eingeweide."

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