Montag, 26. März 2012

Das Alte Testament über das Fasten

Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit dem 7. Kapitel der Schrift Tertullians über das Fasten:
"So sind wir denn nunmehr bereits bei den Beispielen angelangt, bei denen wir die Macht dieser Dienstleistung an dem hervorgebrachten Nutzen erwägen können, da sie sogar die Wiederaussöhnung des erzürnten Gottes mit dem Menschen bewirkt. Israel, das Samuel beim Wasserschöpfen zu Maspha versammelte, hatte gesündigt; aber es sühnte seine Sünde mit solcher Geschwindigkeit durch Fasten, daß es zugleich die Gefahr des Kampfes zerstreute. ... Das ist die Stärke derer, die Gottes wegen fasten. Der Himmel streitet für sie. Da hast du eine Norm für die Erhaltung des Schutzes, die auch in den geistigen Kämpfen notwendig gilt."
"Ebenso als Sennacherib, der König der Assyrier, nach der Einnahme mehrerer Städte, Israel Lästerungen und Drohungen durch Rhapsakes entbot, war es nichts anderes, was ihn seinem Vorsatze entgegen nach Äthiopien trieb. Was war es anders, was die 184.000 Mann von seinem Heere durch einen Engel wegraffte, als die Verdemütigung des Königs Ezechias? Nachdem diesem die Grausamkeit des Feindes berichtet war, zerriß er sein Kleid, zog einen Sack an und befahl durch Isaias den ältesten Priestern, in demselben Anzuge Gott anzugehen; Fasten begleitete natürlich die Gebete. Denn in der Gefahr nimmt man sich keine Zeit zum Essen, und im Bußsacke denkt man nicht an Sättigung. Immer ist Nichtessen im Gefolge der Trauer, so wie Lustigkeit sich zum Wohlleben hinzugesellt. Durch diese Folge der Trauer, nämlich durch das Fasten, wurde auch die sündige Stadt Ninive vom angedrohten Untergange befreit."
"Dieses Hilfsmittel kannte auch Achab, Als ihn Elias nach seiner Übertretung, seinem Götzendienst und der Ermordung des Naboth, der wegen des Weinberges von Jezabel umgebracht worden war, zur Rede stellte: "Du hast gemordet und das Erbe in Besitz genommen. An dem Orte, wo die Hunde Naboths Blut geleckt haben, werden sie auch das deinige lecken" - da verdemütigte er sich selbst, hüllte seinen Leib in einen Sack, fastete und schlief auf einem Sacke. Da erging das Wort des Herrn an Elias: "Hast du wohl gesehen, wie Achab vor meinem Angesichte Ehrfurcht hatte. Deswegen, weil er mich gefürchtet hat, werde ich kein Unheil herbeiführen in seinen Tagen, sondern in den Tagen seines Sohnes werde ich es heraufführen", der nicht fastete. So ist das Fasten ein Werk der Ehrfurcht gegen Gott, durch welches auch Anna, die früher unfruchtbare Gattin des Elkana, ihre Bitten an Gott richtete, und mit Leichtigkeit erlangte, daß ihr von Speise freier Leib mit einem Sohne erfüllt wurde, der noch dazu ein Prophet war."
"Allein nicht bloß eine Umkehrung der Natur, Abwendung von Gefahren oder Vergebung für Vergehungen, sondern auch Erkenntnis der Geheimnisse wird das Fasten bei Gott verdienen. Schau hin auf das Beispiel Daniels. Das Traumgesicht des Königs setzt alle Weisen in Verwirrung; sie gestehen, daß durch menschliches Vermögen das darüber Hinausliegende nicht erkannt werden könne. Bloß Daniel, der auf Gott vertraut und weiß, was er zur Erwerbung der göttlichen Gnade tun muß, fordert einen Zeitraum von drei Tagen, fastet mit seinen Mitbrüdern und, nachdem er so seine Gebete verstärkt hat, wird er über den Verlauf und die Bedeutung des Traumgesichtes vollständig belehrt, die Weisen des Tyrannen werden verschont, Gott verherrlicht, Daniel geehrt."

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